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Schweiz: Erdmandelgras bedroht Acker- und Gemüsekulturen
Das weltweit verbreitete Erdmandelgras (Cyperus esculentus) kommt in der Schweiz mehrheitlich auf landwirtschaftlich genutzten Flächen vor. Es überwintert und vermehrt sich über kleine Knöllchen im Boden und wird durch landwirtschaftliche Tätigkeiten verbreitet. Besonders betroffen sind Gemüsekulturen, Kartoffeln und Zuckerrüben, in denen kaum gegen das Erdmandelgras wirksame Herbizide zur Verfügung stehen. Herkömmliche Methoden zur Unkrautkontrolle in landwirtschaftlichen Kulturen reichen nicht aus, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Agridea und Agroscope suchen mit andern Partnerorganisationen nach einer Bekämpfungsstrategie.
Erdmandelgras ist eine ungeniessbare Unterart von Cyperus esculentus und kommt in gemässigten Zonen als lästiges Unkraut vor. Die stecknadelkopf- bis erbsengrossen Knöllchen überleben mehrere Jahre in unseren Böden; sie werden durch Maschinen und Geräte von Feld zu Feld verschleppt. Knöllchen haften auch an Wurzelgemüse, Blumenzwiebeln, Zuckerrüben und anderen Wurzelfrüchten. Eine Pflanze kann mehr als 120 Knöllchen in einem Jahr bilden. Die Samen selber sind grösstenteils unfruchtbar, daher geht die Ausbreitung grösstenteils über die Knöllchen. Die starke Vermehrung führt bereits heute zu Ertragsausfällen und Mehrkosten in der Unkrautbekämpfung. Befallene Felder können mit gängigen Bekämpfungsmassnahmen nicht saniert werden; eine weitere Ausbreitung ist deshalb vorprogrammiert, wenn die Knöllchenbildung nicht gestoppt werden kann. Die Pflanze ist im Tessin auch im Bolle di Magadino zu finden. Wo die Pflanze Platz erhält, ist sie durchaus unter den Pionieren zu finden.
In einer AGRIDEA-Arbeitsgruppe "Erdmandelgras" kommen Vertreter von Agroscope, der kantonalen Pflanzenschutzdienste (KPSD), der Hochschule für Agrar-, Forst und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) und der Schweizerischen Kommission zur Erhaltung der Wildpflanzen (SKEW-CPS) zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und Bekämpfungsstrategien zu entwickeln.
In der Ostschweiz, im Tessin und in der Westschweiz laufen Feldund Gewächshausversuche zur Erforschung der Wirkung von Bekämpfungsmassnahmen auf die Knöllchenbildung. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Bodenbearbeitung im Jugendstadium von Erdmandelgras die Bildung der Knöllchen erheblich verhindern kann. Feldversuche mit verschiedenen Herbiziden und in Kombination mit der Einarbeitung in den Boden sind am Laufen. (ACW)

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