Schweiz: Ein gutes Jahr für Fenaco

Mehr Umsatz und mehr Gewinn hat die Fenaco im vergangenen Jahr erzielt. Ein Anliegen sind Fenaco-Chef Martin Keller die Nachhaltigkeitsziele.

Konnte auf ein gutes Jahr zurückblicken: Martin Keller. Bild: ji, lid.ch.

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2018 war für die Fenaco ein starkes Jahr. Der Umsatz stieg um 505 Mio. CHF auf 6,77 Mrd. CHF. Zudem trugen alle vier Geschäftsfelder zum Wachstum bei. Im Geschäftsfeld Agrar stieg der Umsatz um 6% auf 1,9 Mrd. CHF, die Lebensmittelindustrie steigerte den Umsatz um 1,9% auf 1,27 Mrd. CHF. Im Detailhandel wurde mit 2,01 Mrd. CHF erstmals die 2-Mrd.-Grenze geknackt (+2,6%). Am stärksten stieg der Umsatz im Bereich Energie. Er legte um 27,6% auf 1,46 Mrd. CHF zu.

Noch kräftiger als der Umsatz stieg das Unternehmensergebnis. Es legte um über 30% von 98,7 auf 129,5 Mio. CHF zu. Dabei sind Sondereffekte zu berücksichtigen. So wurden zwei große Areale in Herzogenbuchsee und Hitzkirch verkauft. Weil in den kommenden Jahren keine entsprechenden Veräußerungen anstehen, erwarte die Fenaco künftig wieder deutliche tiefere Unternehmensergebnisse, erklärte Martin Keller, Vorsitzender der Geschäftsleitung, vor den Medien am Berner Hauptsitz.

Tiefer Wasserstand

Die letztjährige Trockenheit forderte die Fenaco heraus. Zeitweise war wegen des tiefen Pegels die Schiffbarkeit im Rhein eingeschränkt. "Das war vor allem beim Dünger sehr anspruchsvoll", sagte Heinz Mollet, Bereichleiter Agrar. Ebenfalls betroffen waren die Soja-Importe. Teils konnten die Schiff nur ein Drittel der normalen Ladung mitführen. Die Pflichtlager musste laut Mollet aber nicht angezapft werden. Um große Risiken für die Zukunft zu verteilen, baut die Fenaco mit der letztes Jahr übernommenen Swiss Grana Gruppe eine internationale Logistik auf, die neben der Schifffahrt auch die Bahn beinhaltet.

"Führungsrolle im alternativen Pflanzenschutz"

Ein starker Fokus liegt dieses Jahr auf der Nachhaltigkeit, wie Martin Keller erklärte. "Das wachsende Interesse der Konsumentinnen und Konsumenten an der Produktion von Lebensmitteln freut uns, aber es beschäftigt uns auch", so der Fenaco-Chef. Bereits 2013 hat die Fenaco sich sieben Nachhaltigkeits-Schwerpunkte gesetzt. "In diesem Jahr gehen wir einen Schritt weiter und erhöhen die Verbindlichkeit unserer Vorhaben", so Keller.

Die Fenaco hat sich 14 Nachhaltigkeitsziele gesetzt. Der Fenaco-Chef hob drei dieser Ziele hervor. "Wir wollen die Führungsrolle im alternativen Pflanzenschutz in der Schweiz einnehmen", so Keller. Als Beispiel nannte er die Bekämpfung des Maiszünslers mit Schlupfwespen, die mit einem Multikopter ausgebracht werden. 12.000 Hektaren werden in der Schweiz bereits so behandelt. Die Technologie wird mittlerweile auch im umliegenden Ausland auf 33.000 Hektaren eingesetzt.

Food Waste ist eines der weiteren Themen, die derzeit die öffentliche Debatte prägen. Die Fenaco will diesen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette reduzieren. Dazu hat die Genossenschaft verschiedene Maßnahmen wie Lebensmittelspenden oder die Online-Spendenplattform Foodbridge getroffen. Zudem sollen Nebenprodukte aus der Lebensmittelindustrie weiterverwendet werden, z.B. als Futtermittel.

Als letzten Punkt nannte Keller inländische Rohstoffe und Produkte in Futtermitteln und in der Lebensmittelindustrie. "Insbesondere in der Futtermittelindustrie sehen wir noch Potenzial", so Martin Keller.

Erneute Erfolgsbeteiligung

Aufgrund des guten Geschäftsjahres gibt es auch dieses Jahr eine Erfolgsbeteiligung für Bäuerinnen und Bauern, die Landi-Mitglieder sind. Erstmals war im vergangenen Jahr - dem 25-jährigen Jubiläum - eine solche ausgegeben worden. "Mit großer Freude habe ich festgestellt, das unser genossenschaftliches Zeichen von den Schweizer Bäuerinnen und Bauern sehr positiv aufgenommen worden ist", sagte Pierre-André Geiser, Präsident der Verwaltung. Knapp 12.000 Bäuerinnen und Bauern registrierten sich für die Beteiligung. (lid.ch)

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