Schweiz: 83. Delegiertenversammlung der Gemüseproduzenten

Am 22. April 2015 fand im Stade de Suisse die 83. Delegiertenversammlung der Schweizer Gemüseproduzenten statt.

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Am 22. April 2015 fand im Stade de Suisse die 83. Delegiertenversammlung der Schweizer Gemüseproduzenten statt. Nach den ordentlichen Traktanden hielt der Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft, Bernard Lehmann, ein Referat zum Thema „Spezialfall Gemüsebau: passen marktorientierte Unternehmen in die Landwirtschaft?“.

Delegiertenversammlung mit zwei Anträgen
Die Jahresrechnung 2014 fiel mit einem positiven Ergebnis aus und wurde einstimmig genehmigt. Den Jahresbericht findet man im Internet unter www.gemuese.ch > Über uns > Jahresbericht.

Die Delegiertenversammlung fand ohne außerordentliche Themen statt, hingegen mit zwei Anträgen. Der erste Antrag der Sektion Gemüseproduzenten-Vereinigung der Kantone Bern und Freiburg wollte eine Auskunft zur aktuellen Entwicklung einer allfälligen Bio-Sektion im Verband. Direktor Pascal Toffel erwähnte den heutigen Stand der neu gegründeten Bio-Gemüseproduzenten-Vereinigung, welche als Vereinigung aber nicht als Sektion die Anliegen der Biogemüseproduzenten in Zukunft vertreten und eng mit dem VSGP zusammenarbeiten wird.

Der zweite Antrag der Gemüseproduzenten-Vereinigung des Kantons Zürich (GVZ) verlangt in zwei Vorschlägen, dass der VSGP bei der Agro-Marketing Suisse, Trägerin der Dachmarke SUISSE GARANTIE, die Änderung des Branchenreglements Früchte Gemüse Kartoffeln bezüglich dem geografischen Geltungsbereich beantragen solle. Im ersten Vorschlag möchte die GVZ dass nur noch Gemüse mit der Marke „SUISSE GARANTIE“ ausgezeichnet werden darf, welches in der Schweiz sowie in den Zollanschlussgebieten angebaut wird. Der zweite Vorschlag bezieht neben den obengenannten Flächen auch die angestammten Flächen mit ein. Die Stimmberechtigten der Delegiertenversammlung haben in einer geheimen Abstimmung entschieden, beide Anträge anzunehmen. Bei der Stichfrage wurde Antrag 1 angenommen. Der Leitende Ausschuss wird nun die weiteren Schritte definieren.

Passen marktorientierte Gemüsebaubetriebe in die Landwirtschaft?
Dieser Frage stellte sich der Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft, Bernard Lehmann im anschließenden Referat. Er sprach über die spezielle Situation des Gemüsebaus innerhalb der Landwirtschaft, welcher einen Selbstversorgungsgrad von nur rund 55% hat aber den dritthöchsten Produktionswert. Aus dieser Situation heraus sei die Schweiz auf den internationalen Marktzugang angewiesen.

Viele Gemüseproduzenten sind heute auch Unternehmer, die großen Betriebe bauen nicht nur Gemüse an, sie verpacken und verarbeiten das Gemüse auch. Die Herausforderungen für die Gemüseproduzenten werden künftig mehr Effizienz und Konkurrenz sein. Eine gute Zusammenarbeit wird das A und O der Zukunft sein. Lehmanns Fazit ist: Für das BLW sind marktorientierte, dynamische Unternehmen auch in der Landwirtschaft sehr erwünscht, um eine erfolgreiche Land- und Ernährungswirtschaft zu haben.

Die 83. Delegiertenversammlung war interessant und kurzweilig. Die Gemüsebranche konnte sich wieder gut vernetzen, austauschen und kann sich bei endlich schönem Frühlingswetter auf ein hoffentlich gutes Gemüsejahr freuen. 

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