Österreich: Heimische Wildgehölze für mehr Vielfalt

1. Kärntner Heckentag - Pflanzen und Heckenpakete können noch bis 25. Oktober bestellt werden.

Weiden sind als eine der ersten Nahrungsquellen im Jahr bei Bienen besonders beliebt und liefern noch dazu tolles Bastelmaterial. Bild: R. Schiegl.

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Heimische Wildgehölze aus regionaler Herkunft bieten viele Vorteile für Mensch, Klima und Natur. Trotzdem sucht man sie im Handel oft vergeblich. Mit dem 1. Kärntner Heckentag am 13. November soll es nach niederösterreichischem Vorbild ein solches Angebot erstmals auch in Kärnten geben. Noch bis zum 25. Oktober können unter www.heckentag.at im Webshop des Vereins Regionale Gehölzvermehrung (RGV) regionale Sträucher und Bäume bestellt werden. Abzuholen sind sie am Heckentag im Stadtgarten Klagenfurt, wo es zusätzlich Infomaterial und Expertentipps zu Pflanzung, Pflege und Besonderheiten der Wildgehölze gibt.

„In den letzten vier Jahren haben die Arge NATURSCHUTZ und der Verein Regionale Gehölzvermehrung (RGV) im Klagenfurter Becken zahlreiche wildwachsende Sträucher und Bäume besammelt und daraus kräftige junge Gehölze vermehrt. Zukünftig wollen wir das Angebot auf alle vier Kärntner Regionen ausweiten“, erklärt Andreas Patschka, Obmann der RGV. Beim ersten Kärntner Heckentag stehen am 13. November im Stadtgarten Klagenfurt neben fertigen Heckenpaketen für Bienen, Schmetterlinge oder für selbstgemachte Weidenbauten rund 25 Heckenarten wie bezaubernde Wildrosen, fruchtige Schlehen oder seltene Weißdorne zur Abholung bereit. Noch bis zum 25. Oktober können die Wildgehölze unter www.heckentag.at bestellt werden.

Was heißt hier regional?

Die Kärntner Regionen sind noch sehr reich an urtümlichen Baum- und Straucharten. In jeder Klimazone haben sich aus ein und derselben Pflanzenart angepasste Formen entwickelt. Ein Gehölz aus seiner ursprünglichen Herkunftsregion hat sich jahrtausendelang angepasst und ist bestens auf die Bedingungen in der Region eingestellt. „Ein schönes Beispiel ist der Schwarze Holler. Die einzelnen Vertreter in Europa und Teilen Asiens sehen zwar auf den ersten Blick sehr ähnlich aus, unterscheiden sich aber in ihrer genetischen Ausprägung, blühen oder fruchten zu verschiedenen Zeiten und weisen unterschiedliche Merkmale oder Inhaltsstoffe auf“, weiß Patschka.

Wildgehölze erhalten das genetische Naturerbe der Regionen

Österreich lässt sich in 10 naturräumliche Großregionen einteilen – die Basis für die regionale Gehölzvermehrung: Streng nach Herkunft getrennt werden „Mutterbestände“ von Hand gesammelt. Das aus den Früchten gewonnene Saatgut wird von Partnerbaumschulen zu besonders wüchsigen Jungpflanzen herangezogen. „Durch die Wildsammlung stellen wir sicher, dass wir die genetische Vielfalt unserer Wildgehölze erhalten und in Zukunft gesunde, anpassungsfähige Gehölzpopulationen erzeugen“, betont Patschka. Über Auspflanzaktionen und Projekte wie den Heckentag gelangen die Pflanzen schließlich wieder in ihre Ursprungsregion, wo sie Mensch und Natur bereichern.

Wildgehölze retten Insekten und schützen das Klima

Heimische Wildgehölze sind besonders wichtig für die Biodiversität, sind sie doch Lebensraum und Nahrungsgrundlage für hunderte Tierarten. „Die Schlehe bietet zum Beispiel 100 verschiedenen Falterarten Nahrung. Die Raupe des Zitronenfalters frisst aber nur die Blätter des Faulbaums oder des Kreuzdorns“, erklärt Patschka. Auch Vögel finden hier versteckte Nistplätze und wichtige Winternahrung. Der Mensch kann sich am Blütenduft, an tierischer Gesellschaft, Früchten oder buntem Herbstlaub erfreuen. Alle Wildgehölze sind obendrein lebendige CO2-Speicher, Luft- und Bodenverbesserer, spenden Schatten und Abkühlung und tragen so zum Klimaschutz bei. (OTS)

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