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Ökotest testete Bio-Tomaten
Für die Juni-Ausgabe von Öko-Test sind 25 Strauch- und Kirschtomaten untersucht worden, darunter auch 5 Bio-Tomaten. Vier dieser Bio-Tomaten waren erhielten die Note „sehr gut“. Bei einer Bio-Tomatenprobe von Wal-Mart fand das Labor jedoch Rückstände von 5 verschiedenen Pestiziden, die in der Summe über 0,08 mg/kg lagen. Sowohl Öko-Test als auch der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel e.V. gehen davon aus, dass es sich um Ware konventioneller Herkunft handelt. Sowohl die Höhe der gefundenen Rückstände als auch die hohe Anzahl der Wirkstoffe legen diesen Rückschluss nahe, denn derartige Mehrfachrückstände sind typisch für die konventionelle Landwirtschaft.
Um Betrugsfälle dieser Art im Naturkost-Fachhandel auszuschließen, hat der BNN Herstellung und Handel e.V. bereits vor drei Jahren ein zusätzliches Sicherungssystem aufgebaut: Das BNN-Monitoring für Obst und Gemüse im Naturkosthandel. Bio-Obst und Bio-Gemüse werden regelmäßig analytisch überprüft. Bei Rückstandsfunden werden die Ursachen recherchiert und abgestellt. Typischerweise handelt es sich um Abdrift, Altlasten im Boden oder Fehler in den Packstationen, wo es zu geringfügigen Kontaminationen kommen kann. Erzeuger, die mehrfach auffallen, werden vom Markt ausgeschlossen.
Die Ergebnisse des BNN-Monitorings zeigen deutlich, dass Obst und Gemüse im Naturkosthandel grundsätzlich sehr gering belastet ist. Bei 94% aller Proben gibt es keinen Grund zur Beanstandung. Das gilt auch für Tomaten: Bei den im Mai 2006 durchgeführten Analysen waren sämtliche Bio-Tomaten aus dem Naturkost-Fachhandel rückstandsfrei. An diesem positiven Ergebnis lässt sich ein weitere Erfolg des Monitoring-Systems ablesen: Durch konsequente Ursachenforschung bei Rückstandsfunden konnten in den letzten 3 Jahren kleinere Qualitätsprobleme aufgespürt und abgestellt werden. Enthielten zu Beginn des Monitorings noch 2,7% der Tomatenproben Spuren von Pestiziden und weitere 4,1% Rückstände unterhalb der der Rückstandshöchstmengen-Verordnung, so sind heute sämtliche Proben aus dem Naturkosthandel ohne Befund.
Rückstände von mehreren Pflanzenschutzmitteln in einer einzigen Probe sind typisch für die konventionelle Landwirtschaft. Das BNN-Monitoring zeigt, dass solche Mehrfachbelastungen im Naturkosthandel der Ausnahmefall sind. Daher hat der BNN Herstellung und Handel im Mai 2006 einen zusätzlichen Orientierungswert für Mehrfachrückstände beschlossen. Beim Nachweis von mehr als zwei Pestiziden wird die Partie vorerst gesperrt, um die Ursachen zu recherchieren. (bnn)

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