Niedersachsen: Spargel zu Ostern

Der erste Spargel ist der wertvollste - einige Landwirte haben daher auf frühe Sorten gesetzt, die Spargeldämme auf ihren Feldern mit leichtem warmem Sandboden schon früh gezogen und auf die helle Sonneneinstrahlung vertraut.

Folienabdeckung bei Spargel. Bild: Landvolk Niedersachsen.

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„Entscheidend ist weniger die Wärme, sondern vielmehr die Bündelung der Sonnenstrahlen durch die Folien“, erläutert Fred Eickhorst von der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer.

Erst bei kaltem Wetter spielten die abgedeckten Dämme ihren Vorteil gegenüber den normalen Kulturen voll aus. 30% des Spargelanbaus in Niedersachsen erfolgt im Folientunnel mit zwei Folien, schreibt der Landvolk-Pressedienst. 2020 wurden in Niedersachsen rund 26.600 Tonnen Spargel geerntet, 2019 waren es 27.500 Tonnen.

Eickhorst freut sich darauf, zu Ostern die ersten Stangen des edlen Gemüses mit Butter und Schinken zu essen. „Er wird noch nicht flächendeckend im Angebot sein, wer aber unbedingt welchen essen möchte, bekommt auch welchen“, ist er sich sicher. Einige wenige niedersächsische Anbauer mit beheizten Flächen bieten bereits seit Wochen ihre Ware an. Tendenziell ist der erste Spargel immer der teuerste, im Laufe der Saison sinkt der Preis, deshalb streben die Anbauer einen frühen Erntebeginn an. Denn durch die aufwändige Ernte entfallen 50% der Kosten auf die Löhne, vor allem für Saisonarbeitskräfte.

Trotzdem sind die Landwirte auf zahlreiche Helfer angewiesen und hoffen, dass diese auch in diesem Jahr wie geplant einreisen dürfen. Laut Landesamt für Statistik werden in Niedersachsen im Laufe des Jahres bis zu 44.000 Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft beschäftigt. Schwerpunkte bilden dabei die Spargel- und die Erdbeerernte. Aktuell ist die Einreise nach Deutschland auf dem Landweg möglich.

Die Landwirte sind gut auf die Ankunft vorbereitet und haben ihre Hygienekonzepte bereits mit den zuständigen Gesundheitsämtern abgestimmt. „Je länger die Arbeitskräfte bleiben dürfen, desto weniger Wechsel gibt es in den Gruppen“, sagt Eickhorst. Die geforderte Verlängerung der versicherungsfreien Beschäftigung von 70 auf 115 Tage sei daher sinnvoll. Gängige Praxis ist es auf den niedersächsischen Höfen, die Saisonarbeitskräfte privat bei der Krankenkasse zu versichern. „Die Landwirte wollen die Arbeitskräfte gut versorgen, die oft schon jahrelang zu ihnen auf die Höfe kommen“, lautet Eickhorsts Erfahrung. (LPD)

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