Neumünster: Freisprechungsfeier des Gartenbaus

Landesweite Freisprechungsfeier des Gartenbaus in Neumünster und Ehrung des Ausbildungsbetriebes des Jahres.

1. Reihe vorn: Marlon Mulka (2. Lehrj.), Pawel Koch (2. Lehrj.), Friedrich Grimmert (3. Lehrj.); 2. Reihe Mitte: Natalie Dahlitz (1. Lehrj.), Paula Herzog (1. Lehrj.); 3. Reihe hinten: Paul Paschkewitz (3. Lehrj.), Hauke Lott (1. Lehrj.). Bild: Lukas Olde.

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166 Absolventen, darunter 141 Gärtner/-innen und 25 Werker/-innen im Gartenbau haben landesweit in diesem Jahr ihre Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen. Im feierlichen Rahmen wurden sie am 15. September im Beisein zahlreicher Ehrengäste in den Holstenhallen, Congress Center Neumünster von der Landwirtschaftskammer und von den gärtnerischen Berufsverbänden freigesprochen. Außerdem wurde der Ausbildungsbetrieb des Jahres geehrt. Geehrt wurde auch die jahrgangsbeste Gärtnerin sowie die Sieger des diesjährigen Bundesberufswettbewerbs für junge Gärtnerinnen und Gärtner, die die Goldmedaille in diesem Jahr nach Schleswig-Holstein brachten und ebenfalls freigesprochen wurden.

Der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer, Arno Carstensen, sowie Stefan Momsen, Vorstandsmitglied vom Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau und Wiebke Lohff vom Wirtschaftsverband Gartenbau Norddeutschland sowie der Vorsitzende des Ausbildungsausschusses im Bund deutscher Baumschulen, Andreas Zorn, überreichten die Urkunden und Zeugnisse an die gärtnerischen Nachwuchskräfte. Die bekannte Slam-Poetin Selina Seemann aus Kiel sorgte für entsprechende künstlerische Untermalung.

Freigesprochen wurden Gärtner/innen und Werker/innen im Gartenbau aus sechs Fachrichtungen des Gartenbaus:

  • Baumschule: 23
  • Friedhofsgärtnerei: 13
  • Garten- und Landschaftsbau: 96
  • Gemüsebau: 15
  • Staudengärtnerei: 2
  • Zierpflanzenbau: 17
  • (Obstbau: 0)

Arno Carstensen, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer, betonte in seiner Ansprache das große Engagement der Ausbildungsbetriebe für die Qualifikation der gärtnerischen Nachwuchskräfte: „Die Pflanze ist der gemeinsame Nenner aller sieben gärtnerischen Fachrichtungen und stellt die Schnittstelle in der Begegnung mit den Herausforderungen des Klimawandels dar. Wichtig sei für die Absolventen nach der Ausbildung, den „Blick über den Tellerrand“ zu wagen und sich im Beruf durch Fortbildungen fit zu halten. Eine zu gegebener Zeit anvisierte Qualifizierung zum Meister oder Techniker bietet sich an. Aber auch ein gartenbauliches Studium mit Bachelor- oder Masterabschluss eröffnet neue berufliche Möglichkeiten. „Die Karriereaussichten im Gartenbau sind hervorragend, Fach- und Führungskräfte werden bundesweit händeringend gesucht“, so sein Fazit: „Gärtnerinnen und Gärtner sind unverzichtbar!“

Jahrgangsbeste Auszubildende 2023 ist Henrike Aagard, Damp.

Henrike Aagard absolvierte eine Ausbildung zur Gärtnerin im Gemüsebau auf Hof Großholz in Holzdorf, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Jan-Peter Beese, Stiftungsvorstandsmitglied der Thea und Bruno Tietgen Stiftung, würdigte die beste Prüfungsleistung des Jahrganges mit einem Weiterbildungsgutschein in Höhe von 500 Euro.

Ausbildungsbetrieb des Jahres 2023

Der Betrieb „Garten-, Landschaftsbau- und Schwimmteichbaubetrieb Bahl“ in Kiebitzreihe (Kreis Steinburg) wurde für sein hervorragendes Ausbildungsengagement ausgezeichnet.

Der Betrieb Bahl ist Spezialist für anspruchsvolle Gartenprojekte für überwiegend private Bauherren in Hamburg und Umland. Dabei haben sich Christian Bahl und sein 40-köpfiges Team auf den Bau von Schwimmteichen und Bio-Pool-Anlagen spezialisiert. Durch ein eigenes Landschaftsarchitektenbüro befindet sich die Planung bis hin zur Ausführung in einer Hand. Die berufliche Ausbildung spielt für den eigenen Fachkräftezuwachs eine große Rolle. Seit 1990 hat der Betrieb 37 Gärtner/innen erfolgreich ausgebildet, viele von ihnen haben ihre berufliche Zukunft im Betrieb gefunden. „Aus Liebe zur Natur und Interesse an Menschen sind wir Gärtner geworden“, so lautet ein Leitmotiv des Betriebes.

Dr. Frank Schoppa, Geschäftsführer im Bund deutscher Baumschulen Landesverband Schleswig-Holstein, hielt stellvertretend für die gärtnerischen Berufsverbände, Gewerkschaft IG BAU, Verein Ehemaliger der Norddeutschen Fachschule, die Junggärtner - die Laudatio. Zusammen mit dem Vizepräsidenten der Landwirtschaftskammer, Arno Carstensen,wurde ein Hofschild und eine Urkunde an den Ausbildungsbetrieb des Jahres mit diesem Titel überreicht.

Gemeinsam will man mit der Landwirtschaftskammer das große Ausbildungsengagement sichtbar machen. In Schleswig-Holstein werden in rund 320 Ausbildungsbetrieben gemeinsam mit den sechs Berufsschulen die gärtnerischen Nachwuchskräfte ausgebildet.

Goldmedaille für beste Nachwuchsgärtner/innen

Im diesjährigen Bundesberufswettbewerb für junge Gärtnerinnen und Gärtner belegte das Team aus Norddeutschland, vom Berufsschulstandort Elmshorn, den ersten Platz. Swea Lüdemann, Henning Rath und Hendrik Christoph traten in der Wettbewerbsstufe B (Auszubildende im 3. Ausbildungsjahr und Gärtnerinnen und Gärtner mit abgeschlossener Berufsausbildung) an. Alle drei haben in diesem Jahr ihre gärtnerische Berufsausbildung in der Fachrichtung Baumschule mit Erfolg abgeschlossen. Dr. Frank Schoppa, Geschäftsführer im Bund deutscher Baumschulen Landesverband Schleswig-Holstein, Dietmar Nass, Senior-Lehrkraft der Berufsschule in Elmshorn und Jan-Peter Beese, Stiftungsvorstandsmitglied der Thea und Bruno Tietgen Stiftung, würdigten den Erfolg und überreichten jedem stolzen Gärtner/in einen wertvollen Gutschein.

Allgemeines zur Ausbildung im Gartenbau

In Schleswig-Holstein gibt es rund 2.000 Gartenbaubetriebe mit 12.000 Arbeitskräften. Der Produktions- und Dienstleistungsgartenbau stellt mit ca. 910 Mio. Euro Jahresumsatz einen beachtlichen Wirtschaftsfaktor dar. Um diese Wirtschaftskraft halten zu können, werden gut ausgebildete Nachwuchskräfte dringend gebraucht. Zurzeit werden rund 560 Auszubildende im Gartenbau ausgebildet.

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