Nachhaltige nachwachsende Rohstoffe: Mehrjährig bringt Vorteile

Fossile Ressourcen sind begrenzt. Nachwachsende Rohstoffe als Alternative konkurrieren jedoch oftmals mit dem Anbau von Nahrungsmitteln um die ebenfalls begrenzten Anbauflächen mit guten Böden.

Fossile Ressourcen sind begrenzt. Nachwachsende Rohstoffe als Alternative konkurrieren jedoch oftmals mit dem Anbau von Nahrungsmitteln um die ebenfalls begrenzten Anbauflächen mit guten Böden. Ein klassisches Beispiel ist Mais, der zwar reichliche Erträge bringt, aber durch seinen hohen Düngebedarf und seine flachen, erosionsbegünstigenden Wurzeln gleichzeitig zur Verarmung der Böden beiträgt.

Eine Alternative bieten mehrjährige Pflanzen wie Gräser und Bäume. Durch ihre tiefen Wurzeln wachsen sie auch auf trockenen, versalzenen oder ausgelaugten Oberböden. Dadurch gedeihen sie teilweise auf Flächen, die für die Nahrungsmittelproduktion ungeeignet sind. Zugleich stabilisieren sie die oberen Bodenschichten, verhindern Erosion und bauen gesunden Boden wieder auf. Ihr Bedarf an Dünger und Pflanzenschutz ist meist geringer.

Ein gut erforschtes Beispiel ist das Chinaschilf Miscanthus. Es wächst auch auf weniger fruchtbaren Böden und bringt über mehrere Jahre bis zu 25 t Biomasse als Ertrag pro Hektar und Jahr. Eine Versuchsanpflanzung befindet sich an der Universität Hohenheim, wo der Anbau mehrjähriger Pflanzen intensiv erforscht wird.

Bis zu einer verbreiteten wirtschaftlichen Nutzung besteht jedoch noch immer Forschungsbedarf. Die Vermehrung einiger mehrjähriger Nutzpflanzen ist sehr aufwendig. Es sollen daher z. B. Schilfgrassorten gezüchtet werden, die sich statt über Teilung oder Gewebekultur über Saatgut vermehren lassen. Zudem werden an verschiedene Standorte angepasste Pflanzensorten benötigt. Auch Anbau- und Ernteverfahren müssen noch optimiert werden.

Darüber hinaus ist die Politik gefragt, denn eine kurzfristige Orientierung am Markt ist für den Landwirt beim Anbau mehrjähriger Pflanzen nicht möglich; er muss sich auf mindestens 20 Jahre festlegen. Es sind also Strukturen erforderlich, die diese langfristige Planung erlauben.

Ist all dies gewährleistet, können mehrjährige Nutzpflanzen einen erheblichen Beitrag zur Rohstoffversorgung leisten. Ein vollständiger Ersatz für fossile Rohstoffe werden sie zwar nicht sein. Sie könnten aber die Konkurrenz von Tank und Teller deutlich entschärfen und helfen, marginale Böden wieder für die Produktion von Nahrungsmitteln zurückzugewinnen. (Quelle: www.aid.de) 

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