NABU: Tagung diskutiert ökologische Aufwertung von Kurzumtriebsplantagen

Angesichts einer zunehmenden Nachfrage nach Energieholz hat der NABU ein mehrjähriges Forschungsvorhaben zur naturverträglichen Anlage und Bewirtschaftung von Kurzumtriebsplantagen (KUP) durchgeführt.

Anzeige

Angesichts einer zunehmenden Nachfrage nach Energieholz hat der NABU ein mehrjähriges Forschungsvorhaben zur naturverträglichen Anlage und Bewirtschaftung von Kurzumtriebsplantagen (KUP) durchgeführt. Die vorläufigen Ergebnisse wurden im Rahmen einer Fachtagung mit über 60 Experten aus Naturschutz und Landwirtschaft diskutiert. „Der Anbau von Kurzumtriebsplantagen bietet eine Möglichkeit, die verstärkte Nachfrage nach Energieholz zu decken. Um Konflikte mit den Zielen des Naturschutzes zu vermeiden und die Akzeptanz der Holzplantagen nicht zu gefährden, sollte der Anbau bereits von Anfang an naturverträglich ausgestaltet werden“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Mit der Auswahl geeigneter Anbaustandorte könnten Synergien mit den Zielen des Naturschutzes gefördert und negative Wirkungen wie die Schädigung wertvoller Lebensräume oder die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und der Erholungsnutzung vermieden werden. Auch die Berücksichtigung von Maßnahmen zur naturverträglicheren Ausgestaltung und Nutzung der Flächen könne wichtige Beiträge für den Naturschutz leisten, so Miller weiter. Zu den Aufwertungsmaßnahmen für Energieholzplantagen gehören die Schaffung unregelmäßiger Strukturen mit Bestandslücken, der Erhalt und die Anlage von Strauchmänteln, die Anpflanzung von einheimischen Gehölzen, die Anlage von Blühstreifen und von KUP-Streifen oder die abschnittsweise Beerntung der Plantagen.

Nach Überzeugung des NABU profitiert die Tier- und Pflanzenwelt auf einer Energieholzfläche gegenüber Anbauflächen mit Ackerkulturen von der längeren Bodenruhe, dem geringeren Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie den geringeren Störungen. Daher sind durch die Anlage der Flächen insbesondere in ausgeräumten Ackerbauregionen positive Auswirkungen für Natur und Umwelt zu erwarten „Wenn es gelingt, konkrete Empfehlungen in die Förderpolitik und in künftige Anbaustrategien zu integrieren, könnten zahlreiche Synergieeffekte zwischen Klima- und Naturschutz erreicht werden“, so Miller.

Das Projekt wurde im Zeitraum 2012 bis 2015 zusammen mit der Bosch & Partner GmbH durchgeführt und vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

Der GABOT-Newsletter

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.