Moorschutz: Weitreichende Folgen für ländlichen Raum

Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen legt Dokumentation zum Moorschutz vor.

Im Mittelpunkt der Veröffentlichung stehen die Konsequenzen für die Land- und Ernährungswirtschaft, die sich in den durch Milchviehhaltung geprägten, küstennahen Moorgebieten ergeben könnten. Bild: Landvolk

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Angesichts der großen Bedeutung der Moorböden in Niedersachsen für den Klimaschutz hat das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen jetzt eine Dokumentation mit dem Titel „Zukunft der Moorstandorte in Niedersachsen“ herausgegeben. Im Mittelpunkt der Veröffentlichung stehen die Konsequenzen für die Land- und Ernährungswirtschaft, die sich in den durch Milchviehhaltung geprägten, küstennahen Moorgebieten ergeben könnten, wenn im großen Umfang landwirtschaftlich genutzte Flächen aus Gründen des Klimaschutzes wiedervernässt werden sollten. Beispielsweise wird von den Autoren je nach Szenario ein Arbeitsplatzverlust in der heimischen Land- und Ernährungswirtschaft von bis zu 48.000 Stellen angenommen, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

„Die Berechnungen des Grünlandzentrums belegen, wie weitreichend die Folgen der Klimaschutzziele auf EU, Bundes- und Landesebene für den ländlichen Raum in den niedersächsischen Moorgebieten sein können, wenn es nicht gelingt, wirtschaftliche Perspektiven für diese Regionen zu schaffen“, betont Dr. Holger Hennies, Präsident des Landvolks Niedersachsen. „Aus diesen Regionen kommt zu Recht die massive Forderung, dass hier ein deutlich größeres Engagement der Landesregierung nötig ist, damit die Betroffenen eine verlässliche Orientierungshilfe für die jeden Tag dringlicher werdenden Entscheidungen über betriebliche Entwicklungs- und Anpassungsmaßnahmen bekommen.“

Das Landvolk Niedersachsen hatte bereits Mitte Juli anlässlich einer Fachtagung mit Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast und Umweltminister Olaf Lies konkrete Forderungen formuliert, wie ein Orientierungsrahmen geschaffen werden soll. „Wir sehen uns durch die Studie des Grünlandzentrums in unseren Forderungen nochmals bestätigt und verlangen von der zukünftigen Landesregierung deutlich größere Anstrengungen als in den vergangenen fünf Jahren“, bekräftigt Hennies. „Daran wird man in den Moorregionen jetzt auch die Kandidatinnen und Kandidaten messen, die sich für ein Landtagsmandat bis 2027 bewerben.“ (LPD)

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