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LWK-RLP: Gartenbausachverständige trafen sich
Bei hochsommerlichen Temperaturen traf sich der Arbeitskreis der öffentlich bestellten Gartenbausachverständigen der Landwirtschaftskammer am späten Nachmittag des 1. Juli zu einer Fachführung auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände in Bingen. Eineinhalb Stunden lang lauschte die Gruppe den fachkundigen Erläuterungen des Leiters des Garten- und Friedhofamtes in Bingen, Herrn Jürgen Inboden, wobei nicht nur über den nach wie vor großen Besucherandrang und Erfolg des "Kulturufers Bingen", wie sich das Gelände nunmehr nennt, gesprochen wurde, sondern auch über die mit der Pflege einer solch großen Grünanlage verbundenen gartenbaulichen Detailprobleme, nicht zuletzt auch über die hiermit verbundenen Kosten.
Die Teilnehmer des Arbeitskreises, die auch schon in der Planungs- und Bauphase das Gartenschaugelände inspiziert und von denen die meisten dann die Landesgartenschau im Jahr 2008 als Besucher kennengelernt hatten, war es hoch interessant zu sehen, wie und ob dieses wunderbar gelegene Uferareal auf Dauer "am Leben" gehalten werden kann … und wie viele Energien, Mühen und Einsatz der damit betrauten Personen notwendig sind. "Man kann nur hoffen, dass die Stadt Bingen und die in Bingen lebenden und Verantwortung tragenden Menschen erkennen, was für einen wunderbaren Schatz sie hier haben und dass auch in Zukunft die erforderlichen Mittel aufgebracht werden können, um diese, auch für den Tourismus und die Stadtentwicklung einzigartige Anlage auf Dauer erhalten zu können", meinte einer der Teilnehmer. "Vielleicht werden wir in zwei Jahren mit unserer Gruppe nochmals hierher kommen, um die weitere Entwicklung zu studieren. Wir wünschen Ihnen jedenfalls, dass die angestrebte Nachhaltigkeit des Kulturufers Bingen erreicht werden kann", meinte Frau Hiemer, die derzeitige Vorsitzende des Arbeitskreises, bei ihren abschließenden Dankesworten an Herrn Inboden gewandt, bevor sie ihm ein Weinpräsent der Landwirtschaftskammer überreichte.
Frau Ute Wünsch, Landschaftsarchitektin und Sachverständige, deren Gemeinschaftsplanungsbüro den Zuschlag für ihr Gartenschaukonzept erhalten hatte und somit von Anfang an intensiv eingebunden war, gab auf dem Rückweg zu den Fahrzeugen weitere interessante Insider-Informationen, und jeder einzelne Sachverständige konnte nochmals die eine oder andere Pflanzung studieren, den einen oder anderen Baum begutachten und mit Kollegen hierüber im Detail fachsimpeln. Natürlich wurde auch mit anderen Landesgartenschauen verglichen (z.B. Trier, Kaiserslautern) und darüber diskutiert, wie dort die Areale nach Beendigung der jeweiligen Schauen weiter genutzt wurden.
Nach den sehr heißen zwei Stunden fuhr die Gruppe gemeinsam in das nur wenige Kilometer entfernte Weinörtchen Münster-Sarmsheim, in dem die Landwirtschaftskammer im Weingut Kruger-Rumpf einen Seminarraum reserviert hatte und auf dessen Gartenterrasse man später gemeinsam essen wollte.
Im geschmackvoll gestalteten Seminarraum des Weingutes mussten jedoch zunächst die weiteren Regularien der Arbeitskreissitzung abgearbeitet werden. Anlässlich dessen 10-jährigen Bestehens ließ eines der Gründungsmitglieder des Sachverständigenarbeitskreises Gartenbau, Dipl.-Ing. Frank Heims aus Mainz, als Erstes die letzten "10 Jahre Arbeitskreis" Revue passieren und erinnerte in launigen, aber auch nachdenkenswerten Worten an dessen Anfänge im Jahr 2000. "Zu Beginn ist´s im Grunde so eine Art Protest gegen die Landwirtschaftskammer gewesen, die damals nicht alles so machte, wie wir uns das vorstellten und wo wir uns im Gartenbau zu wenig vertreten fühlten", erinnerte er schmunzelnd an Dr. Udo Sauer gewandt, den Vertreter der Landwirtschaftskammer, der bei der Kammer heute für das Sachverständigenwesen zuständig ist. "Wir hatten uns damals auf der von der Kammer organisierten Jahresfachtagung im April 2000 im kleinen Kreis zusammengesetzt," so Frank Heims weiter, "und uns gewissermaßen konspirativ beraten und schließlich ein erstes Treffen des Arbeitskreises für Gartenbausachverständige für den 20. Juni 2000 abgesprochen. Allerdings hatte Silke Closheim, die damalige Sachbearbeiterin bei der Kammer, dies irgendwie mitbekommen und gleich am nächsten Tag bei mir angerufen und direkt angeboten, die Kammer werde die Sachverständigen selbstverständlich unterstützen, die Tagungsräumlichkeiten für die Arbeitskreise zur Verfügung stellen und die Organisation übernehmen." Frank Heims führte weiter aus, dass damit die Kammer dann doch recht schnell "wieder im Boot" war und dass man dies auch nie bereut habe. "Wahrscheinlich hätten wir es in dieser regelmäßigen Form - schließlich treffen wir uns seitdem drei Mal im Jahr - nicht geschafft, den Arbeitskreis am Leben zu erhalten," meinte er an die beiden anwesenden Vertreter der Landwirtschaftskammer, Dr. Sauer und Ralf Ohlweiler, gewandt. Sein besonderer Dank gelte hier natürlich in allererster Linie dem Kammerpräsidenten Ökonomierat Schindler sowie dem Kammerdirektor Schnabel für deren grundsätzliche Unterstützung. Im Besonderen hob er dann aber die äußerst konstruktive, positive und auch menschlich angenehme Zusammenarbeit mit den derzeit Verantwortlichen bei der Kammer, die er auch in seiner Funktion als Mitglied des Sachverständigenausschusses der Landwirtschaftskammer kenne und erlebe. "Ich weiß, dass das, was die Kammer für uns macht, in anderen Bundesländern in dieser Form nicht geschieht. Wir wissen dies sehr zu schätzen und bedanken uns dafür."
Nachdem Frank Heims die besonderen Umstände des Entstehens des Arbeitskreises in launigen Worten beschrieben und hierbei auch ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert hatte, erinnerte er nochmals an dessen Ziele: "Wir wollten einen Erfahrungsaustausch untereinander, wir wollten unsere Gutachten vorstellen und diese fachlich, konstruktiv diskutieren. Wir wollten hierbei jedoch keine große Bürokratie, keine Kasse oder ähnliches. Der Arbeitskreisvorsitz sollte jährlich wechseln. Außerdem sollten die Besprechungen immer um 16:00 beginnen und später bei einem gemeinsamen Abendessen zu Ende gehen." Herr Heims abschließend: "Ich glaube, heute feststellen zu können - und das sage ich mit etwas Stolz - wir haben unsere Ziele erreicht: Wir haben uns darin üben können, unsere Gutachten vor einem kritischen Publikum vorzustellen. Wir haben gelernt, unsere Gutachten zu verteidigen, so wie wir es z.B. auch in einer Gerichtssituation tun müssen. Wir haben unsere Gutachten - wohlwollend und konstruktiv - mit Kollegen besprechen können. Wir konnten über Probleme, die wir mit einem Gericht oder einer Partei hatten, offen sprechen. Unsere Sicherheit in Fachfragen hat sich hierdurch verbessert. Wir konnten auch mal über Honorarfragen oder über sonstige knifflige Fragen sprechen. Wir konnten auch mal "dumme Fragen" stellen, ohne dass wir hierfür belächelt wurden. Und nicht zuletzt: In der Arbeitsgruppe sind wir uns auch menschlich näher gekommen und konnten auch einmal über das eine oder andere Persönliche sprechen."
Herr Heims weiter: "Und wenn ich in die Runde schaue und die neu dazugekommenen, jungen Gesichter sehe, kann ich mit Fug und Recht feststellen: Wir sind nach wie vor eine sehr lebendige Gruppe, die es sicherlich auch in 10 Jahren noch geben wird, davon bin ich überzeugt. Ein Rat an Euch Jüngeren: Bringt Euch in der Arbeitsgruppe ein, wir Älteren werden Euch über unsere nicht unbeträchtlichen Erfahrungen das eine oder andere Interessante weitergeben können. Ich jedenfalls freue mich auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit".
In einer kurzen Replik dankte der Leiter des Sachverständigenreferates der Landwirtschaftskammer, Dr. Udo Sauer, Herrn Heims für seine interessanten und nachdenkenswerten Ausführungen. Auch für ihn sei einiges neu gewesen, insbesondere die besonderen Umstände im Zuge der Arbeitskreisgründung im Jahr 2000. Er ergänzte anerkennend, dass die Gartenbausachverständigen, was Arbeitskreise angehe, die Pioniere bei der Kammer gewesen seien. Mittlerweile gebe es bei den Sachverständigen weitere drei Arbeitskreise, nämlich in den Sparten Landwirtschaft, Weinbau und Forsten. Herrn Ohlweiler, der die Arbeitskreise betreue, und ihm selbst, so Dr. Sauer weiter, bereite die Zusammenarbeit mit den Sachverständigen außerordentlich viel Freude, auch wenn es gelegentlich im Verwaltungsbereich oder bei Prüfungen gelte, auch unangenehme Entscheidungen zu treffen. "Die bisherige Zusammenarbeit war durch Offenheit, Vertrauen, Sachbezogenheit und Geradlinigkeit gekennzeichnet und so möge es auch in Zukunft bleiben," so Dr. Sauer abschließend.
Nachdem weitere kleine Regularien abgearbeitet worden waren, fragte Dr. Sauer nach eventuellen Wunschthemen für die Sachverständigenjahrestagung 2011. Als Thema wurde die neue Immobilienwertverordnung (ImmoWertV) vorgeschlagen, hier insbesondere die Bewertung des GRÜNS bei Immobilien. Auch eine intensivere rechtliche Auseinandersetzung z.B. mit Fragestellungen rund um die Organisation und Abarbeitung von Ortsterminen durch Sachverständige wurde als mögliches Thema genannt.
Einen würdigen Ausklang fanden das 10-jährige Bestehen und die 31. Arbeitskreissitzung der Sachverständigen auf der wunderschönen Gartenterrasse der Weinstube Kruger-Rumpf. Dort war für die 15 Arbeitskreisteilnehmer eine herrliche Tafel vorbereitet und bei nunmehr angenehmeren Außentemperaturen konnte die hervorragende Küche des Hauses getestet werden. Dazu mundete ein Gläschen des ausgezeichneten Weines des Betriebes Kruger-Rumpf, der schon seit vielen Jahren Mitglied im Verein deutscher Prädikatsweingüter (VDP) ist. Nach dem geselligen Teil, in dem das Fachsimpeln natürlich weiterging, fuhren die Sachverständigen wieder ihre Heimatorte, die in allen Regionen des Landes Rheinland-Pfalz verteilt liegen. (lwkrlp)

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