- Startseite
- Kreutzberg: Freilandrosen sind ein reine...
Kreutzberg: Freilandrosen sind ein reines Naturprodukt
Als Christian Kreutzberg die schwere Tür zu seinem Kühlhaus zur Seite schiebt, strömt ihm sogleich süßer Blumenduft entgegen. „So duften nur Freilandrosen“, sagt der Roisdorfer Blumengärtner. Kreutzberg ist seit 1975 Freilandrosenproduzent, aber für den besonderen Duft seiner Pflanzen kann er sich immer wieder begeistern. Rund zwanzig Sorten kultiviert sein Betrieb auf einer Anbaufläche von dreieinhalb Hektar. Den größten Anteil nimmt die rote 'Piano' ein, eine nostalgische Sorte die derzeit von den Verbrauchern besonders stark nachgefragt wird. „Bei der Sortenauswahl braucht man Mut zum Risiko“, erklärt Kreutzberg, während er beiläufig einen mannshohen Wagen mit bereits sortierten und gebündelten Freilandrosen in die Kühlung schiebt.
Weil die robusten Pflanzen meist erst zwei bis drei Jahre nach dem Einpflanzen ihre Entwicklung abgeschlossen haben, gehört das Abschätzen von Trends für ihn zum Beruf. Momentan seien besonders zweifarbige Freilandrosen beliebt, bei den Farben lägen Orange und Rot weit vorn, meint er. Kreutzberg schließt den Kühlraum und berichtet von Ausflügen in die Stadt, bei denen er sich von aktuellen Modetrends beeinflussen lässt. „Gerade in Modegeschäften lohnt sich ein Besuch“, sagt der Blumengärtner. Die Häufigkeit von verwendeten Farbtönen bei Kleidern und Accessoires ist für ihn ein Hinweis, der auch bei der Sortenauslese berücksichtigt wird. Das Ergebnis der Recherchen lässt sich fünf Minuten entfernt vom heimischen Hof auf Christian Kreutzbergs Feldern bewundern. Wie an der Schnur gezogen stehen sich dort Freilandrosen unterschiedlichster Farbtöne in unzähligen Reihen gegenüber. Zu sehen ist die zart rosafarbende 'Eden', die cremeweiße und mit kirschrotem Rand versehene 'Nostalgie' oder aber auch eine besondere Variante der 'Piano'.
Mit kontrollierendem Blick geht der Gärtner die Blumenreihen ab. Bei der Anordnung der Felder hat der Gärtner beispielsweise auf ein gesundes Nebeneinander der Pflanzen geachtet: Die Abstände zwischen den Rosenreihen sind immer so groß, dass jede Pflanze ausreichend Licht bekommt. Außerdem trocknet durch den zusätzlichen Freiraum Regenwasser schneller ab. Neben seiner Frau und seinem Sohn arbeiten sechs Erntehelfer im Betrieb — und das ist auch nötig. Bereits wenige Stunden nach der Ernte müssen die Freilandrosen die Blumenversteigerung in Herongen erreichen. In dieser Zeit werden die Rosen per Hand geschnitten, dann zum Hof transportiert, dort sortiert, gebündelt und gekühlt, bevor sie anschließend mit einem LKW an den Niederrhein gebracht werden.
Die Einhaltung dieses 24-Stunden-Rythmus ist wichtig, denn nur qualitativ hochwertige Ware ermöglicht gute Preise „an der Uhr“, wie die Blumenauktion im Fachjargon der Gärtner auch genannt wird. Der mitunter stressige Alltag hat die Leidenschaft von Kreutzberg für die Rosengärtnerei nicht geschmälert. Kreutzberg hält sich eine großvolumige Blüte mit einer Gestik an die Nase, die an einen Gourmet bei der Weinprobe erinnert. „Keine ist wie die andere“, schwärmt er und meint damit nicht nur den Duft, sondern auch die Farben. Daran erkenne man ein wahres Naturprodukt. Und weil Kreutzberg von den Freilandrosen nicht genug bekommen kann, hat er erst kürzlich vor seinem Hof kräftig eingepflanzt. Welche Sorte? „Natürlich 'Piano' — ist doch klar“, sagt Kreutzberg. (Quelle: landgard)

Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.