Insekt des Jahres 2019: Rostrote Mauerbiene

Auch für dieses Jahr wurde ein „Insekt des Jahres“ gewählt: Die Rostrote Mauerbiene.

Die Rostrote Mauerbiene nistet in Hohlräumen von Mauern und anderen Strukturen. Bild: Paul Westrich / Senckenberg.de.

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Koordiniert vom Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut in Müncheberg, besteht das Auswahl-Kuratorium für das "Insekt des Jahres" aus insgesamt 13 Institutionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gemeinsam wollen sie auf die Bedeutung der Insekten für Mensch und Natur hinweisen, dieses Mal insbesondere auf die Bestäubungsleistung der bedrohten Wildbienen.

Die Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) steht stellvertretend für rund 700 Wildbienenarten in Mitteleuropa, die alle als Bestäuber unersetzbar für ein gesundes und produktives Ökosystem sowie die Nahrungsmittelerzeugung sind, und daher unter besonderem Schutz stehen. Zwar gilt die Rostrote Mauerbiene noch nicht als gefährdet; da sie aber wegen ihres Nistverhaltens häufig in Siedlungsgebieten zu finden und nicht zum Stechen aufgelegt ist, ist sie die perfekte Wahl, um Wildbienen aus der Nähe zu beobachten. Die Rostrote Mauerbiene ähnelt einer schlanken Hummel und ist 8 bis 14mm groß. Ihre dichte, lange Behaarung ist rötlich-braun gefärbt.

Der Zyklus der Roten Mauerbiene

Wie der Name des Insekts schon vermuten lässt, nutzen die Insekten kleine Hohlräume in Mauern, aber auch in Totholz und in anderen Strukturen wie Bohrlöchern oder Ritzen von Fensterrahmen als Nisthöhlen. Diese füllen die Weibchen mit einem Pollenvorrat, bevor sie die Hohlräume mit 20 bis 30 Brutzellen, die jeweils eine Larve enthalten, mit einem Mörtel aus Lehm und Speichel verschließen. Das Futter ist nach etwa drei Wochen verbraucht. Die Larven spinnen sich nun in einen Kokon ein, verpuppen sich und entwickeln sich bis zum August zu erwachsenen Mauerbienen. Dann verlassen sie zwar die Puppe, verharren aber im Kokon. Erst im folgenden Frühling nagen sie sich mit ihren kräftigen Kiefern aus dem zugemörtelten Nest heraus und paaren sich – der Zyklus beginnt von Neuem. So entwickelt sich pro Jahr eine Generation der Mauerbiene.

Pollen und Nistplätze nah beieinander

Der lateinische Namenszusatz „bicornis“ bedeutet „zweihörnig“ und leitet sich von den zwei spatelartigen Hörnchen am Kopf der Weibchen ab. Mit diesen ernten sie die Blütenpollen. Bei der Auswahl der Blüten ist die Rostrote Mauerbiene nicht wählerisch: Es gibt kaum eine Pflanze, deren Pollen Osmia bicornis nicht einträgt. Viel wichtiger ist, dass ein reichhaltiges Pollenangebot in der Nähe der Nisthöhlen verfügbar ist. Wer die Wildbienen im Frühjahr unterstützen möchte, wenn die Weibchen mit dem Nestbau und der Eiablage beginnen, kann dies auf einfache Weise tun: „Unser Insekt des Jahres freut sich im Frühjahr über Nistplatzangebote. Diese ‚Insektenhotels’ lassen sich auch prima selbst herstellen und bieten eine gute Gelegenheit, Kinder an das Thema Insektenschutz heranzuführen“, erläutert Professor Dr. Thomas Schmitt, Direktor des Senckenberg Deutschen Entomologischen Instituts und Vorsitzender des „Kuratoriums Insekt des Jahres“. Wenn Sie außerdem dafür sorgen möchten, dass Wildbienen genügend Futter rund um die Nisthilfen finden, können Sie eine Bienenweide mit bienenfreundlichen Blühpflanzen anlegen. (Quelle: iva.de/IVA-Magazin)

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