Im Interview: Martin und Kordula Becker

Martin und Kordula Becker aus Dinslaken begeistern in der Balkonien-Blumenschau mit einem breit gefächerten Sortiment an Stauden, das in einer eigenwilligen und überzeugenden Anordnung präsentiert wird.

Martin und Kordula Becker. Bild: DBG.

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Der Klassiker bei den Balkonpflanzen sind Einjährige. Wie stark werden mehrjährige Stauden im Bereich Balkon und Terrasse nachgefragt?

Martin Becker: Es gibt einen Riesentrend zu Stauden in diesem Bereich. Lavendel ist nach wie vor ein Renner. Wir zeigen ihn in der Schau in unterschiedlichen Arten und Sorten von Lavendula x intermedia 'Phenomenal' bis Lavendula angustifolia 'Brabants Lust'. Beliebt sind auch Rosmarin und Thymian.

Gibt es bei Pflanzen auch Farbtrends?

Kordula Becker: Wir präsentieren ja regelmäßig neue Themen auf unseren Dekotischen. Dazu gehören auch Farbthemen, wie Rosa oder Weiß. Allerdings kann man bei Farben nicht von Trends sprechen. Denn die Farbauswahl ist sehr subjektiv. Sie ist eher vom individuellen Geschmack und der jeweiligen Stimmung abhängig.

Gibt es andere Themen, die ihre Kunden beschäftigen?

Martin Becker: Ja, die Topthemen sind trockenheitsverträgliche und insektenfreundliche Stauden. Biodiversität, Insektenschutz, vielfältige und gesunde Ernährung, Klimawandel, das sind inzwischen keine Nischenthemen mehr, sondern beschäftigen die breite Masse. Davon profitiert die Profession der Gärtner. In der Ausstellung zeigen wir deshalb verschiedene Pflanzkisten mit Gemüse wie Mangold, Salat und Kohl oder Gewürzen für die Küche sowie insektenfreundliche Stauden.

Welche Stauden sind besonders trockenheitsverträglich?

Martin Becker: Im Zuge des fortschreitenden Klimawandels wird es in den Staudengärtnereien wie in den Baumschulen Gewinner und Verlierer bei den Pflanzen geben. Astilben, die viel Wasser brauchen, werden weniger nachfragt sein. Gewinnen werden z.B. Ysop, Schafgarbe, Gamander, Ysop, Taglilien oder Bergbohnenkraut.

Bei den Balkonerden gibt es ja viele Diskussionen, was die Verwendung von Torf im Substrat betrifft.

Martin Becker: Ja, inzwischen wird auch gern nach torfreduzierten, torffreien Erden oder Bio-Erden gegriffen. Die Erdenwerke bieten inzwischen eine große Auswahl an. Allerdings ist die Wasserspeicherfähigkeit von torffreien Erden eingeschränkt und in extrem heißen Sommern wie in den Vorjahren, sieht man leider den Unterschied beim Pflanzenwachstum.

Wer kauft bei Ihnen ein?

In unserem Gartenbaubetrieb bieten wir im Großhandel und im Privatverkauf über 2000 Pflanzen an. Seit ein, zwei Jahren beobachten wir, dass verstärkt junge Familien in unseren Privatverkauf kommen. So stammen unsere Kunden inzwischen aus allen Generationen, von jung bis alt. (DBG)

Vielen Dank!

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