Im Interview: Georg Haberkern

Ursprünglich war die Blumenschau „Balkonien. Urlaubsoase zwischen Lavendel und Zitronenthymian“ als Landesausstellung des Landesverbands Nordrhein-Westfalen e.V. geplant. Durch den gesundheitlichen Rückzug des ursprünglichen Gestalters, trat der Nürnberger Georg M. Haberkern an dessen Stelle.

Georg M. Haberkern. Bild: DBG.

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Herr Haberkern, Sie haben erst im Frühjahr die umfangreiche Aufgabe zur Gestaltung der Balkonien-Hallenschau übernommen.

Ja, im April habe ich die Hallengestaltung übernommen. Zu diesem Zeitpunkt waren die beteiligten Gartenbaubetriebe bereits eingeladen worden. Für mich war es wichtig, vor Ort alle Absprachen zu treffen, weshalb ich zu allen Ausstellern gefahren bin, um mein Ausstellungskonzept und die geplante Ausstellungsware abzusprechen sowie die bereits laufende Pflanzenproduktion anzuschauen. Allerdings habe ich mich auch entschieden, zwei weitere Gärtnereien aus Thüringen und Franken einzuladen. In so einer Situation helfen mir 30 Jahre Erfahrung bei Gartenschauen und Wettbewerben. In Thüringen war ich an den Landesgartenschauen in Schmalkalden und Apolda beteiligt.

Wie läuft so ein Hallenaufbau ab?

Anfang der Woche bin ich mit einem 40-Tonner angereist. Nur noch zwei Palettenplätze sind frei gewesen. Dazu habe ich ein Team von 10 Personen mitgebracht, die allerdings nicht alle die kompletten drei Aufbautage vor Ort waren. Dazu kommen noch zusätzliche Helfer der BUGA GmbH und des egaparks. Wir arbeiten von Dienstag bis Donnerstag in der Halle. Freitagmittag ist die Übergabe.

Was haben Sie alles mitgebracht?

Ich hatte hohe Leitern, Gerüste für die Pflanzkisten und -kästen, Sonnenschirme, Holzzäune, Pflanzstäbe, Mülltonnen, Töpfe, die unterschiedlichsten Pflanzkübel, Balkonkästen, Körbe, Brotbacktröge, Vasen, 24 farbige Stoffbahnen für die Halle und noch viel mehr dabei. Ein Gartenausstatter aus Bamberg war so freundlich, mir Gartenmöbel für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen.

Entspricht am Ende alles Ihren Vorstellungen?

Der Großteil ja, aber eine Idee hat leider gar nicht funktioniert. Einige der großen Leitern im Eingangsbereich wollte ich mit 40 überhängenden Tomaten in Körben bestücken. Zwei Meter lang sollten sie sein, so hatte es mir die Gärtnerei versprochen. Aber die kalten Nächte und der viele Regen in diesem Jahr haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Am Ende hat doch die Natur das letzte Wort. Ich hoffe auch, dass die Hibisken von Klenart Stauden, in den nächsten Tagen noch ihre Blüten öffnen werden. Und dann gibt es natürlich auch Regularien, die ich einhalten muss. Gern hätte ich die Schmetterlingsorchideen über die Balkonkästen hängen lassen, aber für den Verkauf werden sie am Stab präsentiert. Das gilt auch für die Präsentation in der Ausstellung. Auf diesem Grad balanciere ich als Gestalter meine Arbeit aus.

Die Jury hob bei der Prämierung der Gestaltung besonders einzelne Höhepunkte der Schau hervor. Was sind denn Ihre Höhepunkte?

Meine Favoriten sind die Eingangssituation der Halle, das Wasserbecken mit den „fliegende Fischen“, die bepflanzten Mülltonnen und die gesamte Gestaltung bei Stauden Becker. Und die Tomaten, wenn es geklappt hätte. (DBG)

Vielen Dank!

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