IFH: Relevanz von Geschäftsmodellinnovationen oft unterschätzt

Schwerpunktstudie 2020 der IFH FÖRDERER analysiert Relevanz und Marktbedeutung von Geschäftsmodellinnovationen (GMI) in der Konsumgüterbranche und zeigt deren immenses Marktpotential auf. Aber: Aktuell beziehen sich nur 10% der Innovationen in Unternehmen auf Geschäftsmodelle. Handlungsimplikationen für die Praxis: GMIs sollten stets kundenzentriert entwickelt und als Prozess im Unternehmen verankert werden.

Die Schwerpunktstudie der IFH FÖRDERER nimmt jährlich ein für den Handel strategisch wichtiges Thema unter die Lupe. Bild: IFH Köln.

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Technologischer Fortschritt (Digitalisierung, KI), anhaltende Globalisierung, veränderte Konsumentenpräferenzen (Nachhaltigkeit, demographischer Wandel) und transnationale Krisen (Pandemie, Wirtschafts- und Finanzkrisen) – nie war es für Unternehmen wichtiger, das eigene Geschäftsmodell zu innovieren. Aktuell herrscht in vielen Unternehmen der Konsumgüterbranche jedoch Unsicherheit darüber, was Geschäftsmodellinnovationen (GMIs) auszeichnet und wie sie gefördert werden können. So sind aktuell 90% der Innovationen noch immer klassische Produkt- oder Prozessinnovationen und nur 10% beziehen sich auf neue Geschäftsmodelle. Diese und weitere Erkenntnisse liefert die diesjährige Schwerpunktstudie der IFH FÖRDERER „Geschäftsmodellinnovation in der Konsumgüterbranche“.

„Corona, Digitalisierung, neue Kundenbedürfnisse: Selten waren der Druck und die Notwendigkeit zur Geschäftsmodellinnovation so hoch wie heute. Daher gilt es Geschäftsmodellinnovationen in der Konsumgüterbranche zu verstehen, Trends zu analysieren und erfolgreich zu planen,“ so Professor Dr. Werner Reinartz, Studienautor und Direktor der IFH FÖRDERER, zur Relevanz der Schwerpunktstudie 2020.

Vier unterschiedliche Typen von Geschäftsmodellinnovationen

GMIs gestalten sich je nach Branche und Unternehmen sehr unterschiedlich. Dabei lassen sich vier grundlegende Typen von GMIs ausmachen: Vorsichtige Evolution und Engagierte Evolution, sowie Vorsichtige Revolution und Engagierte Revolution. GMIs mit geringem Innovationsgrad (Evolution) setzen an einem einzelnen Glied der Wertschöpfungskette an, während GMIs mit hohem Innovationsgrad die gesamte Wertschöpfungskette verändern (Revolution). Ebenso können GMIs mit unterschiedlich hohem (engagiert) oder niedrigem (vorsichtig) Antrieb zu Innovation, im Sinne des Ressourcenaufwands, umgesetzt werden.

Fokus: DIY & Garten, Einrichten & Wohnen und FMCG

Die Studie identifiziert GMI-Aktivitäten und Trends in den Branchen „DIY & Garten“, „Einrichten & Wohnen“ und „FMCG“. Auch wenn diese Branchen in den vergangenen Jahren noch weitestgehend vor disruptiven Konkurrenten geschützt waren, zeigen sich heute auch hier vermehrt GMI-Aktivitäten mit großer Bandbreite und Heterogenität. So sind beispielsweise Start-Ups insbesondere im Bereich FMCG ein treibender Faktor. Branchenübergreifend sind Digitalisierung und neue Technologien beständige Beschleuniger der GMIs. Darüber hinaus bekommt auch das Plattform-Konstrukt in allen analysierten Branchen viel Aufmerksamkeit.

Handlungsimplikationen für Händler und Hersteller

Die Studienautoren resümieren: Unternehmen sollen GMIs als Prozess verstehen, den Kundennutzen stets in den Mittelpunkt stellen und die Unternehmenskultur als Grundlage für innovierendes Agieren setzen. Dabei kann das Einbeziehen von externem Input als Innovationsquelle dienen und: Die Masse macht’s - durch eine hohe Quantität bleibt das Unternehmen flexibel und es können sich die erfolgreichsten GMIs herauskristallisieren. (IFH Köln)

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