HS Osnabrück: Grüner Wasserstoff für ein Ackerfahrzeug

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies überreichte Förderbescheide über insgesamt mehr als 3,6 Mio. Euro an die Hochschule Osnabrück und das Maschinenbauunternehmen Kalverkamp.

Prof. Dr. Hans-Jürgen Pfisterer und Klemens Kalverkamp, erhielten aus den Händen von Olaf Lies die Förderbescheide für das Projekt „NeXaT2H2 - Demonstration eines wasserstoffbetriebenen Ackerfahrzeugs“. Bild: HS Osnabrück.

Anzeige

Ein völlig neuartiges landwirtschaftliches Fahrzeugkonzept, angetrieben von grünem Wasserstoff: Aus den Händen des niedersächsischen Umweltministers Olaf Lies erhielten jetzt Prof. Dr. Hans-Jürgen Pfisterer von der Hochschule Osnabrück und Klemens Kalverkamp, Geschäftsführer vom Maschinenbau-Unternehmen Kalverkamp aus Rieste, Förderbescheide über insgesamt mehr als 3,6 Mio. Euro. „Sauberer Wasserstoff wird neben Strom aus Wind und Photovoltaik zum Treibstoff für die Energiewende und den Klimaschutz“, sagte Lies während der Übergabe an der Hochschule Osnabrück. „Gerade in der Landwirtschaft, die mit den Auswirkungen des Klimawandels schon heute kämpfen muss, haben zukunftsträchtige Lösungen einen besonderen Leuchtturmcharakter. Sie können als Vorbilder für andere Regionen fungieren. NeXaT2H2 demonstriert vorbildlich den Einsatz von grünem Wasserstoff in der Landwirtschaft und ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg zum Wasserstoffland Nummer eins“, so Lies.

Solche Innovationen brächten nicht nur die Energiewende voran. „Denn überall da, wo es uns gelingt, solche Innovationstreiber dauerhaft anzusiedeln, werden diese Magnetwirkung auch für andere Industrieansiedlungen entfalten. So sorgt Klimapolitik verbunden mit einer klugen Innovations- und Industriepolitik dafür, dass sich unser Standort gut gerüstet mit neuen Industriearbeitsplätzen in die klimaneutrale Zukunft entwickelt.“

Das geförderte Verbundprojekt trägt den Titel „NeXaT2H2 - Demonstration eines wasserstoffbetriebenen Ackerfahrzeugs“. Ein Prototyp des NeXaT-Fahrzeugs der Firma Kalverkamp existiert bereits. „Es handelt sich dabei um ein vollständig neu- und andersartiges Fahrzeugkonzept, das wir von vornherein für die Wasserstoffnutzung konzipiert haben“, erläutert Kalverkamp. Das Gefährt bewegt sich auf vier einzeln ansteuerbaren Bandlaufwerken ähnlich einem Hallenkran über die Ackerflächen auf schmalen Feldwegen. Mit dem „Wide Span Konzept“ deckt es dabei ein Breite von bis zu 18 Metern ab. Bisher wird dieser hybrid-elektrische Prototyp des NeXaT-Fahrzeugs allerdings mit Diesel betrieben. Genau das soll sich dank der Forschungskooperation mit der Hochschule Osnabrück ändern.

„Das Ziel ist es, im Zuge des Projektes einen Wasserstoffantrieb für das Fahrzeug zu entwickeln und zu integrieren“, sagt Pfisterer. Um das tun zu können, greift das Forschungsteam um Pfisterer auf hochinnovative Vorarbeiten zurück. „2020 ist es uns erstmals gelungen, elektrische Antriebssysteme mit einer sehr hohen Modellgenauigkeit in Echtzeit zu simulieren“, erklärt der Professor für Elektrische Antriebe und Grundlagen. „Das ermöglicht uns sowohl die Optimierung des Gesamtsystems als auch jeder einzelnen Komponente. Wir können die virtuelle und die reale Welt im Prüflabor koppeln, da Simulation und Versuch synchron durchgeführt werden können.“

Anders ausgedrückt: Im Verbundforschungsprojekt wird ein Digitaler Zwilling des Brennstoffzellensystems, der Leistungselektronik, der elektrischen Maschinen und der Mess-, Steuer- und Regelungssysteme erstellt. So ist es möglich, das elektrische Antriebssystem auszulegen und zu optimieren. „Wir legen hier mit diesem ersten Projekt unserer Wasserstoff-Roadmap eine technologische Basis für den breiten Einsatz von grünem Wasserstoff in der Landtechnik“, ist Pfisterer überzeugt.

Hochschulpräsident Prof. Dr. Andreas Bertram und Prof. Dr. Bernd Lehmann, Vizepräsident für Forschung, Transfer und Nachwuchsförderung, dankten Lies für die Unterstützung des Verbundprojektes durch das Land. „Dieses Projekt hat in vielerlei Hinsicht das Potenzial, die derzeitige Landbewirtschaftung auch international stark in Richtung einer größeren Nachhaltigkeit zu verändern. Es freut uns sehr, dass wir als Hochschule Osnabrück diese Transformation in der Landwirtschaft aktiv mitgestalten können und auch unseren Teil dazu beitragen, den hohen Innovationsgrad der Landtechnik in der Region zu festigen und sogar auszubauen.“ (HS Osnabrück )

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.