Haselnüsse, Walnüsse oder Edelpilze: Ein neuer Betriebszweig?

Das Projekt NuPiWi (Nüsse, Pilze, Wissenstransfer) bietet seit 2025 Veranstaltungen zur Erzeugung von Haselnüssen, Walnüssen und Edelpilzen an: Exkursionen zu erfolgreichen Praxisbetrieben, Praxis-Fachtagungen, Exkursionen zu spannenden Betrieben in Nachbarländern sowie kompakte Informationen in Online-Seminaren und Newsletter mit Terminen und Fachinformationen.

Nüsse und Edel-Pilze stehen für eine gesunde Ernährung. Bild: GABOT.

Anzeige

„Uns ist es wichtig, den Betrieben Informationen aus erster Hand zu bieten, Vernetzung zu fördern und Chancen und Risiken transparent darzustellen“, sagt Thorsten Michaelis vom NuPiWi-Projektteam. „Das große Interesse an den Kulturen und den bisherigen Veranstaltungen motiviert uns sehr,“ ergänzt seine Kollegin Birge Wolf. Der Austausch bietet Entscheidungshilfe für oder auch gegen einen neuen Betriebszweig und Impulse für die Optimierung des eigenen Anbaus. Der Wissenstransfer gelingt durch die intensive Zusammenarbeit mit vielen engagierten Betrieben, Beratenden, Vernetzungsakteuren und unseren Kooperationspartnern, v. a. Vivian Böllersen (Walnussmeisterei und IG Nuss), Herbert Knuppen (Neue Obstsorten und Beratung), Tobias Hoppe (Bioland Praxisforschung), Ribana Bergmann (Regenerative und Soziale Landwirtschaft e.V. - ReSoLa) und Victor Anspach (SilvoCultura).

Das Projekt wird im Kontext alternativer Eiweißquellen und Klimaanpassung im Chancenprogramm Höfe gefördert. Dadurch können die Veranstaltungen kostenfrei bzw. auf Selbstkostenbasis für Reise und Verpflegung angeboten werden.

Warum gerade Nüsse oder Edelpilze?

Nüsse und Edel-Pilze stehen für eine gesunde Ernährung, haben eine steigende Nachfrage und einen hohen Importanteil. Es bestehen somit Chancen, die heimische Erzeugung auszubauen und Kunden den Wert der regionalen Erzeugung zu vermitteln.

Doch mehr noch: Bäume tragen zur Kühlung von Landschaften bei, die der kontinuierlichen Verdunstung, dem Schatten und der vermehrten Taubildung zu verdanken ist. Edelpilze lassen sich gut in umgebauten Stallgebäuden anbauen und abgetragene Substrate können gut in den Betriebskreislauf integriert werden.

Welche Veranstaltungen wird es geben?

Bis Ende 2027 wird es noch viele Veranstaltungen geben: Zu Haselnüssen und Walnüssen ist im Februar und März wieder eine Praxis-Fachtagung geplant. Neben dem intensiven Austausch aktueller Fachinformationen ist dies der ideale Termin, sich mit bereits bestehenden Erzeugern zu vernetzen. Zahlreiche Feldtage in verschiedenen Regionen zeigen den Anbau von Nüssen im Jahresverlauf und bei den nächsten Auslandsexkursionen gibt es Fachwissen aus Anbauländern, in denen die Nüsse schon jetzt einen größeren Stellenwert besitzen.

Bei den Edelpilzen startet im Herbst die nächsten Online-Vortragsreihe, um die Erzeugung unterschiedlicher Edelpilzarten, ihren Anbau und den Aufbau der Vermarktung zu vertiefen. Im gesamten Winterhalbjahr werden Betriebsbesuche und Praxisseminare in verschiedenen Regionen stattfinden. Vom Startup bis zum umgebauten Schweinestall können verschiedene Betriebskonzepte kennen gelernt werden.

Neue Veranstaltungen

NuPiWi-Praxis-Feldtag Niederlande: Essbarer Hof / Eetbaarerf, Fam. Van der Veen
Besichtigung Haselnussanlage – Agroforst

Wann: Montag, 28. September 2026, 10.45 – 15.00 Uhr
Wo: Radewijkerweg 2, NL-7791 RG Radewijk
Information & Anmeldung: www.uni-kassel.de/forschung/files/agroforst/pdf/Veranstaltungen/2026-09-28-Programm_NuPiWi-Haselnuss-Exkursion-NL.pdf

Im Betrieb wird Haselnuss u.a. auf 8 ha als Agroforst angebaut: Drei Reihen Haselnuss und 27 m Ackerbau-Streifen wechseln sich ab. Ein Bewässerungssystem ist angelegt. Als Hauptsorte wird Katalonski angebaut, ergänzt um ein Dutzend weitere Sorten. Es werden Herausforderungen und Lösung diskutiert.

NuPiWi-Praxis-Feldtag Münsterland: Betrieb Rahmann & Gut Böckenhoff
Haselnussanlagen – Maschinen – Vermarktung

Wann: Dienstag, 29. September 2026, 10.00 – 16.00 Uhr
Wo: Betrieb Andreas Rahmann, Harle 30, 48653 Coesfeld
Gut Böckenhoff - Am Bakenhof 1, 46348 Raesfeld – Erle
Information & Anmeldung: www.uni-kassel.de/forschung/files/agroforst/pdf/Veranstaltungen/2026-09-29-Programm_NuPiWi-Haselnuss-Feldtag_M%C3%BCnsterland.pdf

Andreas Rahmann baut seit 4 Jahren auf 3 Hektar Haselnüsse an. Gepflanzt wurden auf Colurna veredelte Edelsorten. Die Anlagen werden teilweise bewässert. Die erstmals größere Ernte erfolgt in diesem Jahr mittels einer Nuss-Saugermaschine. Die Ernte erfolgt teilweise auf dem Ernteschutznetz. Die geernteten Nüsse werden entweder in Schale, geknackt, geröstet, dragiert oder im selbstgemachten Eis verarbeitet. Nach dem Mittagessen können bei Gut Böckenhoff eine siebenjährige sowie eine neunjährige Haselnussanlage besichtigt werden, die sich kurz vor der Ernte befinden. Anschließend werden wir verschiedene Maschinen und einen Einblick in die Weiterverarbeitung der Haselnüsse sowie die Vermarktung von Haselnussprodukten erhalten.

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.