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Gartencenter Augsburg: Gesamtlösung gefunden
Die Beteiligungsgesellschaft der Familie Semer wird das klassische, im Premiumsektor tätige Gartencenter mit sieben Märkten im Ruhrgebiet zum 1. September 2026 vollständig übernehmen und den Geschäftsbetrieb mit allen Filialen fortführen. Damit bleiben sämtliche Standorte erhalten und alle rund 360 Arbeitsplätze und Auszubildenden sind gesichert. Auch die Unternehmenszentrale wird fortgeführt und im Zuge der übertragenden Sanierung von Schwerte nach Dortmund verlegt.
Die rechtliche sowie wirtschaftliche Übertragung erfolgt mit der zur erwartenden Eröffnung des Eigenverwaltungsverfahrens am 1. September 2026. Damit ist es gelungen, trotz des weiterhin schwierigen Marktumfelds eine Gesamtlösung zu erreichen, die dem Gartencenter Augsburg eine langfristige Perspektive eröffnet. Familie Semer setzt auf das bestehende Geschäftsmodell und will das Gartencenter Augsburg auf dieser Grundlage langfristig weiterentwickeln.
„Wir freuen uns außerordentlich, dass wir eine Lösung für das gesamte Unternehmen erreichen konnten. Unser Ziel war von Beginn an, möglichst alle Standorte und Arbeitsplätze zu erhalten. Dass nun tatsächlich alle Filialen fortgeführt und sämtliche Arbeitsplätze gesichert werden können, ist ein hervorragendes Ergebnis“, sagt Rechtsanwalt Prof. Dr. Gerrit Hölzle, der die Eigenverwaltung zusammen mit seinem Kollegen Dr. Karl-Friedrich Curtze als Sanierungsgeschäftsführer begleitet. Dieser ergänzt: „Mein besonderer Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie haben in den vergangenen Monaten mit großem Einsatz und viel Vertrauen dazu beigetragen, den Geschäftsbetrieb auch unter schwierigen Bedingungen stabil aufrechtzuerhalten.“
Die jetzt gefundene Lösung ist das Ergebnis eines intensiven Investorenprozesses, der in den vergangenen Monaten parallel zur Stabilisierung und Fortführung des Geschäftsbetriebs durchgeführt wurde. Für Kunden und Geschäftspartner bedeutet die Übernahme vor allem Kontinuität: Sämtliche Geschäftsbeziehungen werden fortgeführt. Die Filialen bleiben wie gewohnt geöffnet, und auch das bestehende Angebot wird weitergeführt. Kunden können sich damit auch künftig auf das vielfältige Sortiment, die gewohnte Qualität und den Service des Gartencenter Augsburg verlassen.
„Wir sind überzeugt von der Zukunft der Gartencenter Augsburg mit seiner über 60-jährigen Erfahrung als Marktführer im Ruhrgebiet. Als mittelständisches Familienunternehmen investieren wir langfristig in Unternehmen und daher gilt nun unsere erste Priorität alle Arbeitsplätze und Auszubildende zu sichern und gemeinsam mit dem erfahrenen Gartencenter Augsburg Team das Herbst- und Weihnachtsgeschäft für unsere Kunden wie gewohnt zu gewährleisten. Zusätzlich stärken wir den Standort Dortmund, in dem die Hauptverwaltung von Gartencenter Augsburg nach Dortmund umziehen wird“, sagt Markus Semer, geschäftsführender Gesellschafter.
„Das Ergebnis ist auch aus Sicht der Gläubigerinnen und Gläubiger sehr zu begrüßen. Sie ermöglicht nicht nur die vollständige Fortführung des Gartencenters und den Erhalt aller Arbeitsplätze, sondern stellt zugleich die unter den gegebenen Rahmenbedingungen bestmögliche Lösung im Interesse aller wesentlichen Beteiligten dar“, sagt der vom Gericht bestellte vorläufige Sachwalter, Rechtsanwalt Stefan Denkhaus von der Kanzlei BRL.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden heute umfassend über die aktuelle Situation und die nächsten Schritte informiert.
Hintergrund
Die Gartencenter Augsburg GmbH & Co. KG hat Ende Juni 2026 beim zuständigen Amtsgericht in Essen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht hatte den Antrag genehmigt und die vorläufige Eigenverwaltung beschlossen. Mit Beschlussfassung bleibt die Geschäftsführung im Verfahren voll handlungs- und weisungsbefugt. Hintergrund der Entscheidung war das anhaltend schwierige Marktumfeld, das sich durch gestiegene Einkaufspreise und Mieten, die Konsumzurückhaltung sowie weitere inflationsbedingte Kostensteigerungen zusätzlich verschärft hat. Ziel des Verfahrens war es, das Unternehmen wirtschaftlich neu aufzustellen und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Fortführung zu schaffen. Unterstützt wird sie von den Restrukturierungsexperten der Kanzlei GÖRG, die über umfangreiche Erfahrung in der Begleitung von Sanierungsverfahren verfügen. Das zuständige Amtsgericht hat zudem mit Rechtsanwalt Stefan Denkhaus von der Kanzlei BRL BOEGE ROHDE LUEBBEHUESEN einen vorläufigen Sachwalter bestellt, der das Verfahren im Interesse der Gläubigerinnen und Gläubiger begleitet und die Eigenverwaltung gerichtlich überwacht.

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