- Startseite
- Gärtnerischer Fachhandel: Neue Fachricht...
Gärtnerischer Fachhandel: Neue Fachrichtung gefordert
In einem Positionspapier zeigen sie den Bedarf an gut ausgebildetem gärtnerischen Personal in Einzelhandelsgärtnereien, Gartencentern und Fachbaumärkten auf. Diese müssen zukünftig noch mehr als bisher in der Lage sein, gärtnerische Kompetenz kundengerecht zu vermitteln. Dafür ist eine Ausbildung unabdingbar, die beides miteinander verbindet – breites gärtnerisches Fachwissen sowie Kompetenzen im Verkaufen und Beraten.
Gleichzeitig ist derzeit keine Ausbildung im gärtnerischen Einzelhandel ohne eigene Produktion oder in Verbundkooperation möglich. Mit einer neuen Fachrichtung in der Ausbildung des Berufs Gärtner/in könnten die Betriebe ihre Fachkräfte selbst ausbilden und neue potenzielle Interessenten ansprechen.
„In Einzelhandelsgärtnereien oder Gartencentern steht die gärtnerische Beratung im Fokus. Dies setzt gut ausgebildetes Fachpersonal mit einem breiten gärtnerischen Fachwissen voraus. Unternehmen und angehende Fachkräfte müssen für die gegenwärtigen Herausforderungen und künftigen Aufgaben fit sein.“, betont BVE-Vorsitzender Reiner Höpken.
VDG-Präsidentin Martina Mensing-Meckelburg ergänzt: „Der Einzelhandel sucht händeringend nach grünen Fachkräften, die Pflanzenkenntnisse haben, Marketing verstehen und neue Medien beherrschen. Die Garten-Center könnten dabei die Zahl der attraktiven Ausbildungsbetriebe im Gartenbau deutlich erhöhen sowie zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen.“
Für BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst ist die Einführung einer neuen Fachrichtung in der Ausbildungsverordnung für Gärtner für den gärtnerischen Fachhandel „längst überfällig“. „Für unsere Handelsmitglieder ist und bleibt es wichtig, die Kompetenz ihrer Mitarbeitenden in den Gartencentern und Fachbaumärkten auf einem hohen Niveau zu halten.“ (ZVG/BVE/VDG/BHB)

Kommentare (2)
Münkel,Siegfried
am 12.12.2022Ja,wir brauchen dringend diese Ausbildung.
Gärtner
am 25.03.2023Aus schulischer Sicht benötigt man 100 Auszubildende pro Schulstandort und Jahr, um EINE Klasse mit rund 25 Auszubildenden im Produktionsgartenbau zu stellen. Die anderen 75 sind Auszubildende im GaLa-Bau. Das funktioniert immer seltener. Selbst wenn, sitzen dann dort bis zu sechs Fachrichtungen in einer Klasse. In Zukunft dann noch die Verkaufsgärtner und damit eine siebte Fachrichtung.
Zu meinen, dass man in dem Bereich, der in den letzten Jahren mit dem größten Verlust an Ausbildungsplätzen erlitten hat, dem Einzelhandel, einen merklichen Zuwachs an Auszubilden erreicht, ist fast schon grotesk.
Im Ergebnis werden die Betriebe, die aktuell im Produktionsbereich noch ausbilden, aber in der Praxis fast nicht mehr produzieren, evtl. auf die achte Fachrichtung umschwenken, wirklich neune Auszubildende wird man nicht finden. Auch ich würde niemanden empfehlen in einer solchen, zudem schlecht bezahlte, Nische eine Ausbildung zu beginnen.
Wenn in den kommenden Jahren die Boomer in den Ruhestand gehen, werden massiv Betriebe im Produktionsgartenbau schließen. Die Ausbildungszahlen werden noch weiter rückläufig sein und der Berufsstand steht mit acht Fachrichtungen da, bei denen es oftmals schon jetzt selbst auf Bundeslandebene keine ausreichend großen Berufsschulklasse mehr zustande kommt. Keine sinnvolle Perspektive.