Future Lab: Discounter auf dem Vormarsch?

Wie entwickelt sich der britische Lebensmitteleinzelhandel? Auf diese Frage hatte John Giles von Promar International während des Future Labs einige Antworten.

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Wie entwickelt sich der britische Lebensmitteleinzelhandel? Auf diese Frage hatte John Giles von Promar International während des Future Labs einige Antworten.

Zunächst der Blick zurück: „Discounter? Das ist nichts für uns, entspricht nicht unserer Kultur“, sagt Giles. So dachten Briten seit den 1960er-Jahren – damals fristeten Discounter nur ein Nischendasein. Heute teilen sich Tesco und Sainsbury sowie drei weitere Ketten 80% des Marktes. Aldi bringt es auf 5,5% und Lidl auf 3,9% Marktanteil. Allerdings konnten beide deutschen Discounter im Jahr 2015 einen Wachstum verzeichnen: Aldi ist um 15 und Lidl um neun Prozent gewachsen – auf Kosten der etablierten Player. Die Wirtschaftskrise 2008 und 2009 trug zu einem Umdenken der Briten bei: „Wirtschaftliches Einkaufen kam an. Und die Qualität der Produkte ist viel besser als ihr Ruf“, so Giles. Online-Einkaufen sei auch ein neuer Trend. Während traditionelle Supermärkte geschlossen werden, expandieren die Discounter aggressiv: Aldi wolle in den kommenden drei Jahren von 560 Standorten auf 760 aufstocken, der Umsatz soll von 5,3 Mrd. Pfund Sterling auf 8,2 steigen. „Das ist ein lauter Weckruf für die etablierten Player“, so Giles‘ Resümée. Wie sieht die Zukunft aus? Der Konsument bekommt weiterhin die hohe Qualität, die er erwartet, allerdings reagiert er preissensibler aufgrund der stärkeren Konkurrenz. Es gebe fantastische Chancen auf dem britischen Markt, doch Lieferanten und Anbieter müssen engagiert arbeiten und einen langen Atem haben. (FL)

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