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Friedhofsgärtner übergeben Preisgeld an die Stadt Meerane
„Ich gratuliere Ihnen zu solchen Bürgern und zu so engagierten Unternehmern“, sagte der Vorsitzende des Bundes deutscher Friedhofsgärtner (BdF), Lüder Nobbmann, am Dienstag, 30. September, im neuen Rathaus der Stadt Meerane in Sachsen. Anlass war die Übergabe des Preisgeldes für den mit 2.000 Euro dotierten Sonderpreis „Friedhof – Grüne Oase in der Stadt“ an den Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer. Bereits die Jury des Städtewettbewerbs 2008 „Unsere Stadt blüht auf“ von Entente Florale Deutschland hatte sich von dem kreativen Engagement der Stadt und der Gewerbetreibenden am Evangelisch- Lutherischen Friedhof überzeugen lassen. Und genau so erging es dem BdF-Vorsitzenden bei seinem Besuch der Stadt Meerane. Die zuständige Referentin der Stadt, Erdmute Stäuber, die Steinmetzmeisterin Ute Brumme sowie die beteiligten Friedhofsgärtner, vertreten durch Helga und Wolfgang Voigt, zeigten bei einer Führung durch die Stadt und über den Friedhof, dass ihnen die Friedhofskultur ein echtes, in der Achtung der Menschen begründetes Anliegen ist.
„Wir haben uns über den BdF-Sonderpreis "Friedhof - grüne Oase in der Stadt" sehr gefreut,“ so der Meeraner Bürgermeister. „Mit diesem Preis hat der Bund deutscher Friedhofsgärtner zielgerichtet aktive Bürger unserer Gemeinde ausgezeichnet. Der Preis ist den besonderen Anstrengungen der Gewerbebetriebe am evangelisch-lutherischen Friedhof unserer Stadt Meerane zu verdanken. Dieser Friedhof ist ein kulturhistorisches Kleinod mit interessanten historischen Grabstätten. Das Preisgeld wird deshalb für die Restaurierung der Familiengrabstätte Bornemann verwendet, wobei neben dem Erhalt des Grabmals besondere Aufmerksamkeit einer historischen Grabbepflanzung gewidmet werden wird“, so Ungerer.
Enttäuscht zeigte sich der BdF-Vorsitzende Nobbmann darüber, dass die Kirche als Friedhofsträger dieses Monopolfriedhofs an einigen Stellen das Gemeinwohl aus dem Auge verloren hat. Obwohl auf dem Friedhof ausreichend geeignete Flächen vorhanden wären, wurde den ortsansässigen Unternehmen die Einrichtung einer Mustergrabanlage verwehrt. Dies passt in das Bild, dass jegliche gewerbliche Arbeiten nur im unvermeidbaren Rahmen an Gewerbebetriebe vergeben werden.
Positiv stellte sich die Vielzahl der bei Urnengemeinschaftsgräbern verwendeten Bodendecker dar. Diese Urnengemeinschaftsgräber tragen entscheidend dazu bei, dass es in Meerane so gut wie keine namenlosen Beisetzungen mehr gibt. Allerdings behält sich die Kirche das Recht vor, alleiniger Anbieter dieser Beisetzungsform zu sein. Die Gebührenhöhe für diese einfache Bestattungsform erscheint jedoch angesichts der unverhältnismäßig hohen Zahl an beigesetzten Urnen unangemessen. Leider ist man sich von Seiten des Trägers nicht des friedhofskulturellen Wertes alter Grabstätten bewusst, die entlang der Friedhofsmauer ohne Probleme erhalten und die Grabfläche für neue Bestattungen genutzt werden könnten. Stattdessen muss die alte Kulisse einer uniformen Wandfläche weichen. Der BdF-Vorsitzende ist überzeugt, dass der Sonderpreis Anlass ist, die Entwicklungspotenziale auf dem Friedhof in Meerane zu nutzen.
Die Unternehmen haben ihre Mustergrabanlage gegenüber dem Friedhof auf Firmengelände errichtet und bieten den Meeraner Bürgern somit unabhängig vom Friedhofsträger interessante Anregungen.
Auf der Internetseite www.meerane.de bietet die Stadt einen eigenen Bericht sowie eine Fotostrecke des BdF-Besuchs in der Stadt. (BdF)

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