Forschung: Nährstoffe aus Gärrückständen wiedergewinnen

Bisherige Anwendungsbereiche von Gärrückständen aus der Biogaserzeugung fokussieren sich überwiegend auf Feststoffe, die als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Schematische Funktionsweise des Tropfers mit Farbumschlag. Schema: Thomas Stegmaier, DITF Denkendorf (Kooperationspartner im Projekt)

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Das dabei entstehende Filtrat wird energieaufwendig und ohne das Entfernen von Schwermetallverbindungen zu Flüssigdüngern aufkonzentriert oder aufbereitet, um es in öffentliche Abwassersysteme leiten zu können.Der Forschungsansatz im Projekt "Nährstoffrückgewinnung aus flüssigen Gärrückständen" am Biomasse-Institut der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) verfolgt das Ziel, die in biogenen Reststoffen enthaltenen Wachstumsstoffe und Spurenelemente auch für die Gemüsebauproduktion im Gewächshaus nutzbar zu machen.

Der Wassertechnologe Prof. Dr. Frank Kolb aus der Fakultät Umweltingenieurwesen der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) will in dem Teilprojekt "Pflanzenverfügbare Nährstoffpotentiale" einen speziellen Tropfer bzw. ein Tropfsystem entwickeln, das kompatibel zu den existierenden Systemen ist. Das Projekt ist Teil des Verbundforschungsvorhabens "Nährstoffrückgewinnung aus flüssigen Gärrückständen", das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Zeitraum April 2019 bis Ende Juli 2021 gefördert wird.

Bestandteil der Tropfleitung soll eine "aktive Textilpatrone" sein, die in der Lage ist, die Schwermetall- und Organikkonzentration in einem flüssigen Substitutionsdünger aus Gärrückständen so weit abzusenken, dass dieser problemlos in der Lebensmittelproduktion eingesetzt werden kann. "Der Aufbau der Tropferpatrone wird so erfolgen, dass eine feste Korrelation zwischen den organischen und Schwermetallverbindungen besteht. Dadurch kann die Einsatzdauer der Tropfleitung kontrolliert werden und deren maximale Beladung wird mittels Farbumschlag durch die adsorbierten Schwermetallionen an Chitosan angezeigt", so Prof. Dr. Frank Kolb auf Nachfrage. Das ermöglicht eine erweiterte Nutzung des flüssigen Gärrückstandes in Form eines organischen Düngemittels mit hohen Stickstoff- und Phosphoranteilen.

Das Verbundprojekt wird über das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) gefördert. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf koordiniert den Verbund in Zusammenarbeit mit dem Institut für Verfahrenstechnik (ITV) der DITF Denkendorf. Das ITV bearbeitet das Teilprojekt "Selektiv wirkende Fasersysteme", die Westdeutsche Dochtfabrik GmbH & Co. KG. (WEDO) ist als dritter Partner zuständig für das Teilprojekt "Entwicklung von spezialbeschichteten Filtersystemen zur Schadstoffentfernung". (HWST)

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