Festakt: 100 Jahre Obstbauschule Schlachters

Im Laufe ihres 100-jährigen Bestehens hat sich das Gesicht und die Arbeit der 1910 in Sigmarszell-Schlachters eröffneten Königlich Bayerischen Obst- und Weinbauschule oft gewandelt. Dieses Jubiläum wurde am 8. Juli 2010 in einem Festakt zusammen mit Staatsminister Helmut Brunner, vielen Gästen aus der Politik sowie Förderern und Freunden der Obstbauschule gefeiert.

Anzeige

Im Laufe ihres 100-jährigen Bestehens hat sich das Gesicht und die Arbeit der 1910 in Sigmarszell-Schlachters eröffneten Königlich Bayerischen Obst- und Weinbauschule oft gewandelt. Dieses Jubiläum wurde am 8. Juli 2010 in einem Festakt zusammen mit Staatsminister Helmut Brunner, vielen Gästen aus der Politik sowie Förderern und Freunden der Obstbauschule gefeiert.

Auf Drängen führender Persönlichkeiten wurde mit Entschließung des damaligen Königlichen Staatsministeriums für Kirchen- und Schulangelegenheiten vom 13. August 1903 eine Obst- und Weinbauschule zunächst in Schönau am Bodensee gegründet. 1909 wurde diese Einrichtung nach Schlachters verlegt, um geeignete Räumlichkeiten mit Lehrgärten für den Unterricht zu verbinden. Am 14. Februar 1910 wurde die Obst- und Weinbauschule Schlachters feierlich eröffnet. Mit dem rückläufigen Weinbau erfolgte 1919 die Umbenennung in Obstbauschule Schlachters. Heute ist die zur Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan gehörige Versuchsstation für Obstbau Schlachters die einzige Forschungseinrichtung in Bayern, die sich intensiv mit dem Kernobstanbau beschäftigt.

Bei herrlichem Wetter unter einem alten, Schatten spendenden Apfelbaum begrüßte Prof. Dr. Sebastian Peisl, Leiter der Staatlichen Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan, Staatsminister Helmut Brunner sowie zahlreiche Ehrengäste und Freunde der Versuchstation zum Festakt. Besonders herzlich hieß er Hermann Hofer willkommen, der viele Jahre lang die Geschicke an der Obstbauschule in Schlachters leitete und begleitete.

Staatsminister Helmut Brunner ging in seiner halbstündigen Festansprache auf die Geschichte und die Bedeutung der Obstbauschule ein. Er gab den Zuhörern zu verstehen, dass die Versuchsstation für Obstbau eine unverzichtbare und wertvolle Arbeit für die bayerischen Obstbauern leiste und begrüßte den im Jahr 2008 abgeschlossenen Kooperationsvertrag zwischen seinem Hause, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, dem Landkreis Lindau sowie dem Förderverein für die Obstbauschule Schlachters.

Ab diesem Jahr hat das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die zur Verfügung gestellten Mittel für die Versuchstation um 20% erhöht. Damit unterstrich der Minister die Wertschätzung für die Arbeit in Schlachters.

Er wünschte der „Obstbauschule“ für die Zukunft ein erfolgreiches Wirken sowie die Lösung vieler obstbaulicher Problemstellungen für die Praxis und richtete seinen Dank an alle, die diese Einrichtung ermöglicht haben und auch weiterhin unterstützen.

Im Anschluss würdigte Staatsminister Brunner Herrn Anton Bauer für seine Verdienste um den bayerischen Obstbau und zeichnete ihn mit der Staatsmedaille aus. In seiner Heimatgemeinde Jarzt bei Freising beschäftigt sich Anton Bauer seit seiner Kindheit mit dem Obstbau und hat bei dem berühmten „Apfelpfarrer“ Korbinian Aigner schon als Ministrant gedient. Dessen Lebenswerk hat Anton Bauer bewahrt. In seinem landwirtschaftlichen und obstbaulichen Betrieb hat er über 400 verschiedene Apfelsorten gesammelt und gepflegt. Sein Wissen als Pomologe hat er anderen zur Verfügung gestellt .

Nachdem sich der Minister mit der Aussage verabschiedete, dass er am liebsten alle Termine absagen würde und den ganzen Tag an diesem wunderschönen Ort verbringen möchte, richteten Landrat Elmar Stegmann, Helmut Jäger (Vorsitzender des Bayerischen Erwerbsobstbauverbandes), Bürgermeister Ulrich Pfanner (Vorsitzender des Fördervereins für die Obstbauschule Schlachters e.V.) sowie Prof. Hermann Heiler, Präsident der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, kurze Grußworte an die Festgesellschaft.

Sie bedankten sich für die wichtige Arbeit der Versuchstation in der Vergangenheit und wünschten der Einrichtung alles Gute für die Zukunft. Präsident Heiler, der familiär sehr eng mit dem bayerischen Bodenseegebiet verbunden ist, versprach, auch in Zukunft den Obstbau an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf hoch zu halten.

Anschließend präsentierte Manuela Zürn, Versuchsingenieurin in Schlachters, die Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum. Diese zeichnet ein charakteristisches Bild der Obstbauschule Schlachters in der Chronologie der letzten 100 Jahre. Historische Fakten und Bilder, auflockernde Erlebnisberichte, wissenschaftliche Gastbeiträge und Einblicke in die aktuelle Forschungstätigkeit der Versuchsstation machen die Festschrift zu einem sowohl informativen als auch unterhaltsamen Lesevergnügen.

Prof. Dr. Helm, wissenschaftlicher Leiter der Versuchsstation, leitete anschließend zum "gemütlichen Teil" über. Er stellte den Mostsommelier Christian Knaus vor, der die Gäste in die Kunst der Obstweinherstellung einführte und die Sinne öffnete für einen erlesenen Topaz-Apfelmost. Mit einem Glas Apfelwein wurde auf die Zukunft der Obstbauschule Schlachters angestoßen werden. Die Landfrauen aus Lindau empfingen die Gäste mit einem vorzüglichen Buffet heimischer Spezialitäten und frischem Obst. (hswt)

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.