Die wunderbare Paulownie: Der Blauglockenbaum

Die Paulownie gehört zu den mittelgroßen Bäumen und eignet sich durch schnellen Wuchs sowie eine lockere Krone sowohl gut als Gartenschmuck als auch zur Stadtbegrünung. Mit ihren blau-violetten Glockenblüten erfreut Paulownia tomentosa nicht nur das Auge, sondern verströmt auch einen lieblichen Duft.

In mildem Klima - wie hier in Stuttgart - gedeihen Blauglockenbäume auch in Deutschland. Foto: Birgit Dörner.

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Die deutsche Bezeichnung Paulownie für den Blauglockenbaum leitet sich vom botanischen Gattungsnamen Paulownia tomentosa ab. Die Heimat des Blauglockenbaums ist China. Schon früh wurde er in Japan eingeführt, wo er in der freien Natur zu finden ist, aber auch Bedeutung als Ziergehölz und für die Forstwirtschaft hat. Nach Europa kam die Paulownie im Jahr 1830 durch den Militärarzt Philipp Franz von Siebold, der im Dienst der niederländischen Ostindien-Kompanie in Japan stationiert war. Der leidenschaftliche Naturforscher benannte seine Entdeckung nach Anna Pawlowna, der Tochter des russischen Zaren und Frau des Königs der Niederlande. Darum wird der Blauglockenbaum auch Kaiserinnenbaum oder Kaiser-Paulownie genannt. In Japan heißt er Kiribaum.

Botanische Eigenschaften der Paulownie

Der Blauglockenbaum ist in der Regel einstämmig und wird im milden Weinbauklima 12 bis 15 Meter hoch. Seine lockere Krone ist rundlich und nur schwach verzweigt. Dabei sind die Triebe bemerkenswert dick und wirken etwas starr. Weil die Triebspitzen mit Beginn des Winters häufig nicht ausreifen können, endet fast jeder Trieb mit einer Gabelung. Dabei wächst einer der beiden Gabeltriebe meist erheblich stärker als der andere. In den ersten Jahren wächst die Paulownie sehr schnell und bildet bis zu 1 Meter lange Triebe aus. Auch der Umfang des Stamms vergrößert sich rasch. Später beträgt das jährliche Wachstum etwa noch 40 Zentimeter.

Die sommergrünen Blätter der Paulownie zeigen sich erst recht spät im Frühling. Sie haben eine herzförmige, spitz zulaufende Blattfläche und sind gegenständig bis wirtelig angeordnet. Teilweise besitzen die Blätter zwei bis vier ganz schwach angedeutete Seitenlappen. Die Blattoberfläche ist hellgrün und behaart, die Unterseite grau und leicht filzig. Das Besondere: Die Blätter des Blauglockenbaums können bis zu 40 Zentimeter lang und 30 Zentimeter breit werden. Das Laub wird ohne vorherige Verfärbung recht spät im Herbst abgeworfen.

So rasant ihr Wuchs auch ist – bis sich das erste Mal die blau-violette Blütenpracht der Paulownie zeigt, vergehen sechs bis zehn Jahre. Nachdem sich die Blütenknospen schon im Vorjahr entwickelt haben, öffnen sie sich Ende April bis Ende Mai. Dabei stehen die Blütenglocken in aufrechten Rispen, die bis zu 30 Zentimeter lang werden können. Die attraktiven Blüten mit dem angenehmen Duft sind in Deutschland allerdings nur in sehr milden Regionen zu bewundern, da die Blütenknospen häufig erfrieren. Nach der Blüte wachsen walnussgroße, braune Kapselfrüchte heran, die zahlreiche kleine Samen enthalten. Nach dem Öffnen bleiben die Fruchthüllen oft bis weit in den Winter hinein am Baum hängen.

Forstwirtschaftliche Bedeutung des Blauglockenbaums

In Japan hat die Paulownie eine große forstwirtschaftliche Bedeutung. Sie wächst nicht nur sehr schnell, sondern liefert ein helles, leichtes und gut zu verarbeitendes Holz, das gleichzeitig widerstandsfähig und langlebig ist. Wegen seiner geringen Wärmeleitfähigkeit ist das Holz des Blauglockenbaums sehr attraktiv für die Wärmedämmung, den Fensterbau und den Innenausbau von Häusern, aber auch für die Möbelfertigung. Und wegen der guten akustischen Eigenschaften wird es sogar für den Bau von Instrumenten verwendet. Wegen dieser hervorragenden Eigenschaften ist das Holz aus Asien auch bei uns beliebt.

Seit dem späten 19. Jahrhundert ist Paulownia tomentosa in Deutschland nachgewiesen und hat sich außerhalb von botanischen Gärten vor allem in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg etabliert. Um die forstwirtschaftliche Eignung der Paulownie in Deutschland zu erforschen, gibt es seit einigen Jahren Versuchsflächen, zum Beispiel bei der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) oder der TU München. Im südlichen Teil Deutschlands sind auch auf innerstädtischen Ruderalflächen manchmal wild aufgeschlagene Sämlinge zu finden. Kühleres Klima mag der Blauglockenbaum dagegen gar nicht. Wer ihn im eigenen Garten anpflanzen möchte, sollte also über die passenden Standortbedingungen verfügen.

Paulownie pflanzen und pflegen

Die Paulownie braucht einen sonnigen und möglichst warmen Platz im Garten. Vor allem vor kaltem Ostwind muss sie geschützt werden. Zwar verträgt der Baum Temperaturen bis zu minus 20 Grad Celsius, entwickelt dann aber keine Blüten. Zum Einpflanzen eignet sich das späte Frühjahr, nach den Eisheiligen, am besten. Denn nicht nur die Blüten sind frostempfindlich, sondern auch die jungen Bäume. Als Substrat ist ein durchlässiger, mäßig trockener und nicht allzu nährstoffreicher Boden mit einem schwach sauren bis alkalischen pH-Wert ideal. Zum Auflockern der Erde empfiehlt es sich, den Aushub mit Kieselstein oder Tongranulat zu vermischen.

Wegen des schnellen Wachstums und weil der Blauglockenbaum besonders gut als Solitär zur Geltung kommt, sollte man genug Platz einplanen. Während junge Bäume bei Trockenheit regelmäßig gewässert werden müssen, können ältere Bäume mit ihren verzweigten Wurzeln ihren Wasserbedarf meist alleine decken. Auch sonst ist die Paulownie – ein sonnig-warmer, windgeschützter und wintermilder Standort vorausgesetzt – pflegeleicht: Ein wenig Kompost im Frühjahr genügt, und gegen Krankheiten und Schädlinge hat sich diese Baumart als sehr widerstandsfähig erwiesen. Falls Sie noch ein Argument für eine Paulownie im eigenen Garten brauchen: In China gilt der Baum als Statussymbol und Glücksbringer und wird gerne zur Geburt eines Kindes gepflanzt. Außerdem wird er als Symbol für Schutz und Weisheit angesehen. (Quelle: iva.de/IVA-Magazin)

 

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