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Dank modernster Technologie: Erfolgsgeschichte Phalaenopsis
Laut statista stehen Topf-Orchideen seit Jahren auf Platz eins der beliebtesten Zimmerpflanzen in Deutschland. Über 90% der Orchideen in der EU stammen aus niederländischen Gewächshäusern. Wenngleich das Orchideensortiment heute sehr vielfältig ist, besteht der Löwenanteil des Angebots aus Schmetterlingsorchideen, die botanisch Phalaenopsis heißen. Innerhalb dieser Gattung gibt es eine große Vielfalt an Farben, Formen und Formaten. Pro Jahr werden in niederländischen Gewächshäusern von gut 40 Betrieben insgesamt fast 100 Mio. Topforchideen produziert, 93 Mio. davon sind Phalaenopsis. Die Unterglasfläche für ihren Anbau sind insgesamt 175 ha, schon das zeigt die starke Bedeutung der Orchideen für den niederländischen Gartenbau. Die Gärtnereien, die sich seit Jahrzehnten auf diese Kultur konzentrieren, sind große Betriebe mit höchst effizienten technologischen Standards, die weltweit ihresgleichen suchen. Ihr gemeinsames Ziel: Klimaneutralität bis 2040. Schon heute erfüllen 97% der Orchideenproduzenten im Nachbarland die Nachhaltigkeitskriterien der Floriculture Sustainability Initiative (FSI). Der Anteil chemischer Pflanzenschutzmittel ist in den letzten fünf Jahren drastisch gesunken, der Einsatz biologischer Mittel wächst, der Energieverbrauch sinkt, in manchen Betrieben wird sogar schon Energie erzeugt und was Verpackungen betrifft, sind recycelte Materialien ein Gebot der Zeit.
Große uniforme Partien
Angela Mutters-van der Maarel ist Direktorin einer dieser Gärtnereien, die seit 48 Jahren Orchideen produziert. Große uniforme Partien mit zweitriebigen Orchideen in hoher Qualität werden unter Glas auf 9,5 ha Fläche von mehr als 100 Menschen kultiviert und in den Handel gebracht. Pro Woche gehen allein aus dieser Gärtnerei 115.000 Orchideentöpfe in große Baumärkte und in den Lebensmitteleinzelhandel, d.h. in Supermärkte und Discounter.
„Die Klimasteuerung ist ein sehr wichtiger Aspekt bei der Kultur von Phalaenopsis. Unsere modernen Orchideengewächshäuser arbeiten mit hochautomatisierten Klimasystemen, die Temperatur, Luftfeuchtigkeit, CO2 und Licht das ganze Jahr über präzise steuern. Unsere Kunden erwarten eine konstant gute Qualität, pünktliche Lieferung und eine nachhaltige Produktionsweise", so Mutters-van der Maarel.
Eigene Energie
„Besonders stolz sind wir darauf, dass wir seit zwei Jahren an das Erdwärmenetz angeschlossen sind, womit wir unseren Erdgasverbrauch auf die Hälfte reduzieren konnten. Daneben erzeugen wir mit zwei Wärmekraftanlagen Energie, mit der wir unsere Gewächshäuser sowohl heizen wie elektrifizieren. Den Überschuss der erzeugten elektrischen Energie geben wir ans Netz zurück, wenn dort die Sonnen- und Windenergie nicht ausreicht. Mit unserer Jahresproduktion können wir als Gartenbaubetrieb rund 4000 Haushalte in unserem Ort Maasdijk versorgen." Die Energieerzeugung, aber auch die Einsparung von Energie, ist ein großes Thema im Sektor. Mit dreifacher Verschattung werden bei Maarel Orchids Energieverluste minimiert. LED-Beleuchtung mit sehr präziser Lichtsteuerung, die sich 24/7 an das Tageslicht und an den Bedarf der Kulturen anpasst, ist auch in den anderen Gärtnereien gängige Praxis. Die modernen Betriebe sind längst vollautomatisiert, anders ließen sich die vom Handel nachgefragten großen Mengen zu günstigen Preisen überhaupt nicht produzieren. All dies ahnt der Pflanzenfreund vermutlich nicht und er will am liebsten auch nichts von einer industriellen Pflanzenproduktion wissen.
Bei genauem Hinsehen
Die Vorstellungen von Pflanzenkäufern über die professionelle Topfpflanzengärtnerei sind oft romantisch. Gleichzeitig werden langlebige, schöne Pflanzen erwartet und am liebsten für wenig Geld. Diese Haltung trifft auch andere agrarische Erzeugnisse hart. Blumen und Pflanzen sind längst alltägliche Impulsprodukte geworden, die überall zu erschwinglichen Preisen erhältlich sind. Das gilt auch für Orchideen, die vor gar nicht langer Zeit noch als besonders außergewöhnliche und entsprechend teure Zimmerpflanze galten. Die industrielle Blumen- und Pflanzenproduktion, die sich im Nachbarland seit Jahrzehnten professionalisiert hat und nah dran ist an universitärer Forschung, sorgt ganzjährig für ein reichhaltiges Angebot zu gutem Preis.
Wer sich die Mühe macht, Blumen und Pflanzen von der Fensterbank in die Gärtnerei zurück zu verfolgen, lernt eine hochtechnologische, zukunftsgerichtete Branche kennen, mit sehr engagierten Menschen, die sich ihrer Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt sehr bewusst sind. Klar, dass auch Automatisierung und Robotik heute aus der Pflanzenkultur nicht mehr wegzudenken sind: Mit Künstlicher Intelligenz werden Schädlinge und Krankheiten aufgespürt, so dass der Pflanzenschutzmitteleinsatz bedarfsgerecht und zielgerichtet minimiert wird. Die Ressource Wasser wird sorgsam verwendet. Regenwasser wird gesammelt, Gießwasser wird recycelt, dabei werden Düngemittel ausgefiltert und erneut verwendet. Bei Maarel Orchids wird sogar das Kondenswasser aus der Kühlinstallation recycelt. „Das haben wir selbst erfunden und wir verhindern damit, dass pro Jahr 10.000 m³ Wasser in die Abwasserrohre gelangen," sagt Angela Mutters-van der Maarel. Von all diesen Anstrengungen, Tüfteleien und Investitionen weiß der Pflanzenkunde nichts, wenn er sich im Supermarkt für eine Orchidee entscheidet. „Am Point-of-sale geht es vor allem um die Erscheinung der Pflanze, dass sie üppig aussieht, dass sie Freude macht mit vielen Blüten und Knospen in einer besonderen Farbe zu erschwinglichem Preis." (Quelle: PFFH)

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