Copa-Cogeca: Erstes Treffen mit neuem EU-Landwirtschaftskommissar Hogan

In einem ersten Treffen mit dem neuen EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan begrüßten führende LandwirtschaftsvertreterInnen aus ganz Europa heute seine Pläne zur Vereinfachung und wiesen auf Bereiche hin, in denen Handlungsbedarf besteht.

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In einem ersten Treffen mit dem neuen EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan begrüßten führende LandwirtschaftsvertreterInnen aus ganz Europa heute seine Pläne zur Vereinfachung und wiesen auf Bereiche hin, in denen Handlungsbedarf besteht.

Copa-Präsident Albert Jan Maat warnte vor übermäßiger Bürokratie und zu hohem Verwaltungsaufwand im Rahmen der neuen GAP und der komplizierten Greeningmaßnahmen sowie vor den Gefahren unterschiedlicher Politiken in den verschiedenen Mitgliedstaaten. Die Landwirte stellen mit Sorge fest, dass die Zeit abläuft und ihnen noch nicht alle zur Umsetzung der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) erforderlichen Regeln bekannt sind. Maat appellierte daher an die Europäische Kommission, bei der Umsetzung der neuen Maßnahmen im ersten Jahr nach der Reform den Landwirten gegenüber ein gewisses Maß an Toleranz walten zu lassen. „Wir müssen auch die noch bestehenden Unklarheiten beim Greening so bald wie möglich ausräumen und dafür sorgen, dass die nationalen Verwaltungsbehörden den Landwirten mit Hilfestellung und Beratung zur Seite stehen.“

Cogeca-Präsident Pèes betonte: „Zu einer Zeit, zu der der Rest der Welt sich auf die Produktion von mehr Lebensmittel konzentriert, ist es auch essenziell zu gewährleisten, dass die Greeningmaßnahmen nicht dazu führen, dass Land aus der Produktion genommen wird. Landwirte und ihre Genossenschaften suchen nach Win-Win-Lösungen, mit denen die natürlichen Ressourcen geschont, die steigende Nachfrage befriedigt und sichergestellt wird, dass sie auch in Zukunft wirtschaftlich bestandsfähig und in der Lage sind, der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden.“

Copa-Cogeca begrüßte dementsprechend die Aussagen des Kommissars, dass die Vereinfachung der Agrarpolitik eine der Hauptprioritäten der neuen Kommission sei. Hogan stellte sein Vorhaben vor, eine umfassende Überprüfung anzustoßen, um festzustellen, welche Bereiche und Aspekte vereinfacht werden können, und sicherte zu, dass binnen des ersten Jahres seiner Amtszeit Ergebnisse vorlägen. Dies wurde im Rahmen der heutigen Sitzung von den PräsidentInnen der Landwirtschaftsverbände und Genossenschaften aus ganz Europa ausdrücklich begrüßt.

Sie appellierten auch an den Kommissar, bis Ende des Jahres so viele EU-Programme für die ländliche Entwicklung für 2014-2020 wie möglich anzunehmen, da sich die Annahme ansonsten womöglich bis Mai 2015 hinauszögern könnte, was negative Auswirkungen auf die Aktivitäten der Landwirte, Waldbesitzer und landwirtschaftlichen Genossenschaften der EU hätte.

Zusätzlich hierzu forderte Copa-Cogeca angesichts der großen Anzahl an Landwirten und Genossenschaften der EU, die schwer von der russischen Krise beeinträchtigt sind, gezieltere Unterstützung insbesondere für die am stärksten betroffenen Gebiete. Lettland, Estland, Litauen und Finnland verloren beispielsweise von einem Tag auf den anderen ihren Hauptexportmarkt für Milchprodukte (insbesondere Käse) und erlebten Preiseinbrüche um bis zu 30 %, so Maat. Auch im Obst- und Gemüsesektor sowie im Schweine- und Rindfleischsektor sei Handeln geboten.

Pèes betonte: „Wir brauchen Hilfe, um für die Erzeugnisse neue Absatzmärkte wie z.B. in den aufstrebenden Wirtschaften zu erschließen und sanitäre Hindernisse sowie andere unnötige Handelshemmnisse abzubauen. Es müssen auch Absatzförderungskampagnen eingerichtet werden. Solidarität ist essenziell. Um diese Probleme zu bewältigen, müssen im Haushalt 2015 zusätzliche Hilfsmaßnahmen vorgesehen werden, um diese Märkte vor dem Zusammenbruch und die Landwirte sowie ihre Genossenschaften vor der Geschäftsaufgabe zu bewahren.“ (co-co) 

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