Brandenburg: Spargelsaison mit Rekordanbaufläche

Am 11. April besuchte Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger in Beelitz einen der beiden Standorte der Jakobshöfe.

Erster Spargel gestochen. Bild: GABOT.

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Zu einer Spargelsaison gehört auch eine offizielle Saisoneröffnung des Beelitzer Spargelvereins. Der hält auf Tradition und nutzt dies, um jeweils einen seiner Mitgliedsbetriebe ins Rampenlicht zu stellen. Am 11. April war  es wieder soweit: Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger besuchte in Beelitz einen der beiden Standorte der Jakobshöfe. Mit der Spargelernte beginnt in Brandenburg überhaupt die Saison der Freilandkulturen, die mit Kürbisfesten im Herbst abschließt.

In der Region wurde schon sehnsüchtig darauf gewartet, dass sich die weißen Spitzen möglichst zahlreich aus dem Boden arbeiten. Der Anstich hat es zum gesellschaftlichen Ereignis gebracht - wie anderswo der Anstich von Bierfässern. Bis Juni müssen die Anbauer einen Großteil ihres Jahresumsatzes beisammen haben. Die mobilen Verkaufsstände mit Spargel aus Brandenburg reichen von der Ostsee bis nach Sachsen. In den kommenden Wochen pilgern wieder Hunderte zu den Spargelbetrieben. Gaststätten aller Kategorien locken mit speziellen Spargelkarten, Firmen und Vereine laden zum Spargelessen.

Die ausgeklügelte Vermarktung ist die Grundlage des Spargel-Wirtschaftswunders: 92 Betriebe produzieren in Brandenburg Spargel auf einer Anbaufläche von insgesamt 4.407 Hektar (2016). Davon stehen allerdings nur 3.345 Hektar im Ertrag (2015: 2.861 Hektar). Um gute Erträge zu erreichen, wird auf den Flächen immer mal eine Pause eingelegt.

Dennoch belegen die Zahlen eine deutliche Ausdehnung der Anbauflächen gegenüber dem Vorjahr. In diesem Jahr wird die größte Anbaufläche seit 1991 erreicht.

Spargel macht 74% an der gesamten Gemüseanbaufläche des Landes aus und ist damit die bedeutendste Kultur im Gartenbau auf dem Feld.

Spitzenreiter ist seit vielen Jahren der Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 2.192 Hektar (2016). Hier sind vor allem im Beelitz die Spargel-Spezialisten am Werk.

Zirka 30 Betriebe verfügen über eine betriebliche Anbaufläche von 20 und mehr Hektar. insgesamt verfügt diese über eine Anbaufläche von 4.000 Hektar, dies entspricht 90% der gesamten Spargelanbaufläche in Brandenburg. Gründe dafür sind gute Voraussetzungen für den Einsatz moderner Technik in Anbau und Ernte und Vorteile bei der Vermarktung im Lebensmitteleinzelhandel.

Im Bundesvergleich wird nur noch in Niedersachsen mit 5.925 Hektar mehr Spargel angebaut.

Der Durchschnittsertrag lag auf Brandenburger Spargelfeldern 2016 bei 58,5 dt. je Hektar und damit über dem gesamtdeutschen Durchschnittsertrag von 53,9 dt. je Hektar. Das war der zweitbeste Ertrag nach 1991. Nur im Jahr 2014 war der Ertrag mit 59,7 dt. je Hektar noch etwas höher.

Der Gesamtertrag lag im Vorjahr 19.600 Tonnen - die größte Erntemenge seit 1991.

Untersuchungen ergeben, dass weniger als jeder zweite Haushalt (48,9%) hat im Jahr 2015 Spargel gekauft. Dies entspricht einer Einkaufsmenge Spargel betrug knapp 2,2 Kilogramm je Haushalt. 84% des in Deutschland verkauften Spargels kommen auch aus Deutschland. Erwartungsgemäß hat bei Spargel die Direktvermarktung einen hohen Stellenwert. 22,1% werden direkt ab Hof und deren Stände am Straßenrand verkauft, 16% auf Wochenmärkten. Immerhin 6,8% landen bei den Verbrauchern gleich auf dem Teller einer Gaststätte oder in einem Hotel.

Jakobshöfe

Der gastgebende Betrieb der diesjährigen Saisoneröffnung ist vor allem der Initiative zweier niederrheinischer Brüder zu verdanken, die in der Mark eine neue Heimat gefunden haben. Jürgen und Josef Jakobs gründeten 1996 in Schäpe beziehungsweise 2001 in Beelitz einen Spargelanbaubetrieb. Inzwischen unter einem gemeinsamen Dach werden auch Erdbeeren, Himbeeren, Kulturheidelbeeren angebaut, zwei Hofgaststätten betrieben.

Spargel kultivieren Jakobs-Brüder auf 250 Hektar, genau genommen auf 230 Hektar weißen und auf 20 Hektar grünen Spargel. Als saisonverlängernde Kulturen folgen Erdbeeren auf fünf Hektar, Himbeeren auf einem Hektar sowie Heidelbeeren auf 45 Hektar.

Mehr als 50% geht auch hier über die Direktvermarktung an die Verbraucher. Zwei Hofläden sowie 50 Verkaufsstände sind dafür die Basis. Beim Beelitzer Spargelfest, bei der Brandenburger Landpartie, bei Erntefesten, beim Martinsgansessen, im Advent und zu Silvester sind die Jakobs gut besucht.

Eine Photovoltaikanlage mit immerhin 1,6 Megawatt sowie altersgerechte, barrierefreie Wohnungen zählen zum Tätigkeitsfeld der beiden Brüder, die sich auch aktiv ins Gemeindeleben einbringen. Dazu gehört auch ein buntes Veranstaltungsprogramm auf den Spargelerlebnishöfen.

Mit 35 Festangestellten, drei Auszubildenden und 475 Saisonkräften gehören die Jakobshöfe ohnehin zu den Betrieben, die in Brandenburgs Spargelhauptstadt Beelitz nicht zu übersehen sind.

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