Bayer: Steigert Umsatz und EBITDA im 3. Quartal

Bayer liegt nach neun Monaten operativ auf Kurs, seine Jahresziele zu erreichen, und will von den verbesserten Entwicklungen zum Jahresende profitieren.

Das Bayer-Kreuz bei Nacht. Bild: Bayer AG.

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„Wir haben bei der Wachstumsentwicklung von Pharmaceuticals inzwischen einen Wendepunkt erreicht, und wir sehen, dass es aufwärts geht. Unser Pharmageschäft zeigt eine starke Wachstumsdynamik, vor allem mit Nubeqa™ und Kerendia™“, sagte der Vorstandsvorsitzende Bill Anderson am Dienstag bei der Vorlage der Mitteilung zum 3. Quartal. Für das Gesamtjahr erwartet Bayer für die Division nun ein Umsatzwachstum am oberen Ende der Prognose. Die Divisionen Crop Science und Consumer Health entwickeln sich im Rahmen ihrer Prognose – trotz des jeweils herausfordernden Marktumfelds. Der Konzern hob seinen Ausblick für die Marge von Pharmaceuticals sowie das EBITDA vor Sondereinflüssen des Konzerns an. Verbessert hat sich auch der Ausblick für den Free Cashflow und die Nettofinanzverschuldung.

Auch strategisch machte Bayer zuletzt große Fortschritte: Die Zulassung für Asundexian zur Sekundärprävention von Schlaganfällen unter dem Markennamen Sunharbo™ in China in der vergangenen Woche war für Anderson „die wichtigste Nachricht zu unserer Pipeline.“ Asundexian ist weltweit der erste zugelassene Faktor-XIa-Inhibitor. Der Fokus von Bayer liege nun darauf, weitere Zulassungen zu erhalten. „Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Wuppertal haben dieses Molekül erfunden und mehr als ein Jahrzehnt lang daran gearbeitet“, würdigte der Vorstandsvorsitzende. „Sie haben unser Organisationsmodell und KI konsequent genutzt und den Zeitplan so deutlich verkürzt. So konnten wir dieses Medikament ein Jahr früher zu den Patientinnen und Patienten bringen. Das ist eine unglaubliche Leistung!“

Bei den US-Rechtsstreitigkeiten ist in der vergangenen Woche der erste Glyphosat-Fall seit der 7-zu-2-Entscheidung des US Supreme Court zugunsten des Unternehmens entschieden worden. Das wertet Anderson als Beleg dafür, dass das Unternehmen bei der Eindämmung vorankommt. „Dass sich alle zwölf Geschworenen für das Unternehmen ausgesprochen haben, sollte für mögliche künftige Kläger ein Hinweis sein. Wir werden auch mit weiteren Fällen so umgehen, wie es im besten Interesse des Unternehmens ist, und erwarten nun die wichtige Entscheidung zum Sammelvergleich.“

Umsatz und EBITDA vor Sondereinflüssen erhöht

Der Konzernumsatz lag im 3. Quartal 2026 bei 10,053 Mrd. Euro, nominal ein Plus von 4,1%, währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) von 1,9%. Positive Währungseffekte wirkten sich mit 246 Mio. Euro aus. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 6,9% auf 1,615 Mrd. Euro. Hierin enthalten waren positive Währungseffekte von 36 Mio. Euro. Das EBIT betrug minus 110 Mio. Euro (Vorjahr: minus 543 Mio. Euro) und war belastet durch eine Wertminderung der Marke Xofigo™ in der Division Pharmaceuticals von 307 Mio. Euro. Im EBIT enthalten waren zudem per saldo Sonderaufwendungen von 407 Mio. Euro (Vorjahr: 1,064 Mrd. Euro). Diese resultierten im Wesentlichen aus einer Wertminderung in der Division Consumer Health von 215 Mio. Euro für die Marke Claritin™ sowie aus Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten. Das Konzernergebnis betrug minus 672 Mio. Euro (Vorjahr: minus 963 Mio. Euro). Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie lag mit 0,31 Euro unter dem Vorjahreswert von 0,49 Euro, denn die operative Ergebnisverbesserung konnte nicht zahlungswirksame Effekte aus Zinsänderungen nicht kompensieren.

Der Free Cash Flow reduzierte sich unter anderem durch wie erwartet höhere Auszah­lungen zur Beilegung der Rechtsverfahren auf minus 293 Mio. Euro (plus 596 Mio. Euro). Die Nettofinanzverschuldung verringerte sich zum 30. September gegenüber dem 30. Juni 2026 um 2,564 Mrd. Euro auf 31,083 Mrd. Euro und im Vergleich zu einem Jahr zuvor um 1,625 Mrd. Euro. Das lag im Wesentlichen an der erhaltenen Zahlung von 3,0 Mrd. Euro von Apollo Global Management, Inc. für den zuvor kom­munizierten Erwerb einer Minderheitsbeteiligung an einer neu gegründeten Gesellschaft.

Crop Science: Plus bei Saatgut gleicht Gegenwind im Pflanzenschutz teilweise aus

Im Agrargeschäft (Crop Science) lag der Umsatz mit 3,884 Mrd. Euro nominal auf Vorjahresniveau (plus 0,7%). Wpb. entsprach das einem Rückgang um 2,4%. Dieser resultierte insbesondere aus negativen regulatorischen Auswirkungen und nachteiligen Wetterbedingungen in den Regionen Europa/Nahost/Afrika und Asien/Pazifik. Dem entgegen stand ein starkes Wachstum in Lateinamerika, vor allem aufgrund einer höheren Nachfrage nach Mais- und Sojabohnensaatgut für die Sommersaison. Insgesamt lagen die Umsätze mit Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften auf Vorjahresniveau (wpb. minus 0,1%), die mit Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften erhöhten sich wpb. um 4,5%. Rückgänge waren wpb. mit je 8,6% bei Fungiziden und Herbiziden ohne Glyphosat zu verzeichnen.

Im für das Agrargeschäft saisonal weniger bedeutenden 3. Quartal sank das EBITDA vor Sondereinflüssen der Division um 41,3% auf 101 Mio. Euro. Dies war im Wesentlichen auf gestiegene Herstellungs- sowie höhere Vertriebskosten zurückzuführen. Die negative Kostenentwicklung war teilweise bedingt durch vorteilhafte Effekte in der Vorjahresperiode. Gegenläufig wirkten positive Währungseffekte von 9 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen sank um 1,9 Prozentpunkte auf 2,6%.

Jahresausblick für 2026 verbessert

„Unsere bisherige Performance ist ein Beleg dafür, dass unsere Strategie aufgeht. Sie gibt uns die Zuversicht, unsere Jahresziele für das bereinigte EBITDA, Free Cash Flow und Verschuldung anzupassen“, sagte Dr. Judith Hartmann, Finanzvorständin von Bayer. Angesichts der Geschäftsentwicklung bei Pharmaceuticals erhöht Bayer für diese Division die für 2026 erwartete EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen auf 25% bis 27% (bisher: 23% bis 25%). Auf dieser Basis ist für den Konzern währungsbereinigt nunmehr mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen von 9,8 bis 10,3 Mrd. Euro (bisher: 9,6 bis 10,1 Mrd. Euro) zu rechnen. Zudem erwartet er den Free Cashflow nun in einer um 1,0 Mrd. Euro verbesserten Bandbreite von minus 1,5 bis minus 0,5 Mrd. Euro (bisher: minus 2,5 bis minus 1,5 Mrd. Euro). Damit einhergehend rechnet das Unternehmen zum Jahresende mit einer niedrigeren Nettofinanzverschuldung von 28,0 bis 29,0 Mrd. Euro (bisher: 29,0 bis 30,0 Mrd. Euro). Für die übrigen Kennzahlen bestätigt Bayer die Konzernprognose für das Geschäftsjahr 2026, wie zuletzt im Halbjahresfinanzbericht veröffentlicht. „Wir konzentrieren uns weiterhin auf unsere Prioritäten: die Stärkung der Bilanz, die Steigerung der Produktivität und der Cash-Generierung sowie den Aufbau finanzieller Flexibilität, um in unser künftiges Wachstum zu investieren“, so Hartmann.

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