Baumkontrolle: Risiken bei Ulmen-Hybride 'Dodoens'

In den letzten Jahren gab es mehrere Fälle, in denen die Hybrid-Sorte 'Dodoens' versagte.

Die Bruchstelle einer Ulmen-Hybride 'Dodoens'. Bild: Sachverständigenbüro Peter Klug.

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Bei Ulmen gibt es bereits seit Jahrzehnten Versuche, gegen das Ulmensterben resistente Ulmen zu züchten. Eine dieser Sorten ist die Ulmenhybride 'Dodoens', die in den Niederlanden gezüchtet wurde. Laut Literatur (Warda 2002) ist sie ein mittelgroßer Baum mit zunächst lockerer, schlank aufrechter, später breit kegelförmiger, trichterförmiger Krone. Sie wird auch in der GALK-Straßenbaumliste aufgeführt.

Praxisbeispiel Oberrhein

Die Ulmen der Sorte 'Dodoens' wurden in einer Stadt am Oberrhein 1998 zusammen mit dem Bau des Radweges gepflanzt. Das Wachstum ist enorm, die Bäume haben eine schöne, vital erscheinende Krone gebildet. Innerhalb der knapp 20 Jahre (inkl. Anwachszeit) hat der Stammdurchmesser der Bäume von etwa 9 cm (erste Angabe Baumkataster) auf 50-60 cm zugenommen.

Der Zustand der Bäume wurde mit den Fotos vom Jahr 2011 verglichen. Es wurden einzelne Bohrwiderstandsmessungen schräg nach unten in den Wurzelbereich gemacht, von denen eine im Folgenden gezeigt wird.

Die mit 50° nach unten gerichtete Messung zeigt einerseits die fehlende Verwachsung zwischen Unterlage und Zuchtform bei 15-16 cm und eine Holzzersetzung ab 30 cm. Nach den Untersuchungen wurden die Ulmen-Sorten ersetzt, da die Standsicherheit nicht zu gewährleisten war.

Konsequenzen für die Baumkontrollen

In der Praxis ist es bei Kontrollen nicht immer einfach, die Sorten und Hybridformen zu erkennen. Hier zeigt sich, dass ausreichende Fachkenntnisse unabdingbar sind. Zum Erkennen eventueller Risiken könnte das Erscheinen des Pilzfruchtkörpers (vermutlich Eschenbauschwamms) dienen. Nach aktueller Erkenntnislage ist aber vor allem die abrupte schmale Verdickung am untersten Stammfuß ein Hinweis auf ein Versagensrisiko. Mit Bohrwiderstandsmessungen ist die Zersetzung nur bedingt nachzuweisen. Zumindest ist in diesen Fällen eine 30-prozentige Restwandstärke sicher kein Kriterium für ausreichende Standsicherheit. Ob die Verwendung dieser Sorte in der hier festgestellten Zuchtform zu empfehlen ist, mögen weitere Untersuchungen ergeben.

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