Azerca: Neues Preisgefüge im Handel mitgestalten

Das Preisgefüge werde sich nicht nur im Gartenbau in den nächsten Monaten stark ändern, konstatierte der Azerca-Vorsitzende Matthias Küppers bei der Online-Wintertagung der Azerca am 29.November 2021.

Nach 15 Jahren ohne nennenswerte Erhöhungen müssen nun die Preise steigen. Bild: GABOT.

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„Neue Staffelungen und Eckpreise sind branchenübergreifend zu erwarten. Ein verantwortungsvoller Unternehmer sichert langfristig den Betrieb, die Arbeitsplätze und Zukunftschancen, auch und gerade in dieser angespannten Lage“. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht: alle Rationalisierungsreserven ausgeschöpft, beständig neue Kaufanreize durch innovative neue Züchtungen und Arrangements bei Heide geschaffen und den Service optimiert“, so Küppers weiter.

Nach 15 Jahren ohne nennenswerte Preiserhöhungen müssen die massiven Kostensteigerungen für Betriebsmittel und geänderte Besteuerung zum Erhalt der Betriebe ab 2022 weitergegeben werden. Torsten Wolf, Beratungsleiter Beratung und Betriebswirtschaft der Landwirtschaftskammer NRW, hatte mit klaren Fakten auch für eine Aktualisierung der betrieblichen Kalkulation geworben. Bei einem Mindestlohn von 12 Euro rechnet er mit einer Kostensteigerung von 25% innerhalb eines Jahres, die sich auf alle Mitarbeiter auswirkt. Er empfahl zudem dringend bei einer Umstellung von Pauschalierung auf Regelbesteuerung, eine Vorsteuerkorrektur für bewegliche Güter und Gebäude vorzunehmen.

Mit seinem Vortrag „Zum Umgang mit einem machtvollen Verhandlungspartner“ regte Prof. Dr. Joachim Hüffmeier, TU Dortmund, die Diskussion der Azercaner an – sowohl über erlebte Verhandlungen als auch über ihre klaren Vorstellungen für die Zukunft. „Wenn wir als Branche überleben wollen, müssen wir langfristig attraktiv sein, für unsere Nachfolger, Mitarbeiter und Saisonarbeitskräfte. Wer weiterhin mit Blumen und Pflanzen im Handel Geld verdienen will, muss uns dies auch zugestehen“, war das zusammengefasste Ergebnis der Vortragstagung. (ZVG/Azerca)

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