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Apiognomonia veneta sorgt für Blattverlust
Pflanzenschutzdienst informiert derzeit vermehrten Pilzbefall an Plantanen - Bäume erholen sich in der Regel. Zahlreiche Anrufe beim Pflanzenschutzdienst Hessen des Gießener Regierungspräsidiums belegen es: Die Platane, einer unserer beliebtesten Stadt- und Alleebäume, bereitet derzeit Städten, Gemeinden und Privatpersonen Sorge. Denn geht man zurzeit unter Platanen in Straßen oder öffentlichen Anlagen spazieren, trifft man vermehrt auf heruntergefallene Blätter - mitten im Frühsommer. Wie Untersuchungen von Proben in der "Botanischen Diagnostik" des RP-Fachdienstes ergeben haben, ist Ursache der Blattbräune der pilzliche Krankheitserreger Apiognomonia veneta, erläutert Roswitha Ulrich vom hessenweit tätigen Pflanzenschutzdienst.
Er verursacht die Blattbräune der Platane, die auch als Blattfleckung, Blatt- oder Zweigdürre der Platane bezeichnet wird. Bei einer Infektion des Blattstieles bildet sich an der Infektionsstelle eine braune Nekrose, d. h., der Stiel stirbt an dieser Stelle ab. Danach genügt schon ein leichter Windstoß, und die Blätter fallen vom Baum. Auf jungen und älteren Blättern verursacht der Pilz zackenartige Blattflecken, vor allem entlang der Mittelrippe. Im Frühjahr frisch ausgetriebene Blätter welken und sterben ab, was oft mit Spätfrostschäden verwechselt wird. Auch junge Triebe können infiziert werden und absterben. An den Zweigen verursacht der Pilz Wunden mit auffälligen Überwallungen.
Die Erkrankung ist seit vielen Jahren bekannt. Vor allem ein kalter Winter und ein kühles, feuchtes Frühjahr - wie in diesem Jahr - fördert die Entwicklung der Erkrankung und verstärkt die Schäden. In diesem Jahr wurde der vermehrte Blattfall vor allem in Süd- und Mittelhessen beobachtet, aber auch aus benachbarten Bundesländern (z. B. Nordrhein-Westfalen) wird über die Erkrankung berichtet.
Was tun, fragen Spaziergänger und Gartenämter? Wie Roswitha Ulrich erläutert, wird ein großer Baum in der Regel durch den Pilz nicht in seiner Existenz gefährdet. Er erholt sich gut von dem Befall und treibt im Juni erneut aus. Da der Pilz auf dem Falllaub überwintert, ist eine mögliche Gegenmaßnahme die Entfernung des Falllaubes. Denn hierdurch wird die primäre Infektionsquelle beseitigt, und der Befall kann zumindest reduziert werden. Andere Baumarten, so die Expertin, erkranken nicht an diesem Pilz, und eine Gesundheitsgefährdung für Menschen durch den Pilz bzw. dessen Sporen ist - außer bei Allergikern - nicht gegeben. (rpg)

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