Anbau: Immer mehr Spargel unter Folie und Minitunnel

Mit über 4.000 Hektar ist Niedersachsen das Bundesland mit den größten Anbaugebieten für deutschen Spargel. In Weser-Ems ist der Spargelanbau in Cloppenburg, Vechta und Osnabrück am stärksten vertreten. Andere Schwerpunkte des Anbaus liegen in den Regionen Nienburg, Braunschweig und Lüneburg.

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Mit über 4.000 Hektar ist Niedersachsen das Bundesland mit den größten Anbaugebieten für deutschen Spargel. In Weser-Ems ist der Spargelanbau in Cloppenburg, Vechta und Osnabrück am stärksten vertreten. Andere Schwerpunkte des Anbaus liegen in den Regionen Nienburg, Braunschweig und Lüneburg.

Der überwiegende Teil des niedersächsischen Spargels wird unter Folie angebaut. Bei etwa 80% der Ware wird schwarzweiße Folie eingesetzt. Diese Folie hält unter anderem den Hauptschädling die Bohnenfliege davon ab, ihre Eier auf den Dämmen abzulegen. Abgesehen von der Schädlingsabwehr ermöglicht der Folieneinsatz die zeitliche Planung des Ernteverlaufs: Bei geringer Sonneneinstrahlung wird die schwarze Seite nach oben gelegt, so dass die Wärme im Damm gespeichert wird. Durch die hohen Temperaturen wächst der Spargel schneller und wird dadurch zarter. Ist die weiße Seite oben, soll zu starke Sonneneinstrahlung und die damit verbundene Erwärmung der Dämme durch Reflektion verhindert werden. Dadurch lassen sich die Erträge in Hitzeperioden senken und die Stangenqualitäten verbessern.

Ein Trend, der sich nach den guten Erfahrungen der vergangenen Jahre bewährt hat, ist der Spargelanbau in Minitunneln. So kann Spargel bereits vor dem sonst üblichen Saisonbeginn im Freiland angeboten werden. Kombiniert mit der schwarzweißen Folie ermöglicht der Tunneleinsatz eine optimale Temperaturregulierung und einen kontinuierlichen Ernteverlauf. Auch die Ernte des Grünspargels, die erst ungefähr zwei Wochen nach dem Bleichspargel beginnt, kann durch den Anbau unter Tunnel verfrüht und somit auch dem Verbraucher früher angeboten werden.

Wertvoll ist Spargel nicht nur wegen der kurzen Erntesaison, die traditionell am Johannistag (24. Juni) endet, sondern auch durch die lange Vorbereitungs- und Entwicklungszeit auf dem Felde. Vom Saatkorn bis zur ersten geernteten Spargelstange vergehen mindestens zwei Jahre. Die Spargelsamen für die Stangen, die in diesem Jahr auf dem Markt erhältlich sind, wurden bereits im April 2012 bei den Jungpflanzen-Vermehrungsbetrieben ausgesät. Zu den Anbauern kommen die vorgezogenen Pflanzen etwa ein Jahr später, wo sie wiederum ein Jahr im Boden heranwachsen, bis sie schließlich gestochen werden können und frisch zubereitet auf dem Esstisch landen. Die Erntedauer im ersten Jahr beläuft sich auf maximal zehn Tage. Im zweiten Jahr kann der Spargel ungefähr vier Wochen gestochen werden. Erst im dritten Erntejahr wird der volle Ertrag erreicht. (Quelle: Landwirtschaftskammer Niedersachsen) 

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