Pflanzenschutzseminar für GartenBaumschulen

Zu Fragen des Pflanzenschutzes im Gartenbau veranstaltete die Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan (FGW) am 14. Februar 2008 ein eintägiges Fachseminar.

Zu Fragen des Pflanzenschutzes im Gartenbau veranstaltete die Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan (FGW) am 14. Februar 2008 ein eintägiges Fachseminar. Mitveranstalter waren die Fördergesellschaft des Bayerischen Gartenbaues mbH, der GartenBaumschulen BdB e.V. (GBV) der Landesgruppe Bayern sowie der Erzeugerring für Hochbaumschulpflanzen Bayern e.V. Die Organisation vor Ort erfolgte in bewährter Weise durch Thomas Lohrer von der FGW. Mit rund 50 Teilnehmern aus den bayerischen Gartenbaumschulen war die Veranstaltung sehr gut besucht, die Vorträge regten zu intensiven Diskussionen mit den Referenten und zu ausführlichen Kollegengesprächen in den Pausen an.

Den Einstieg machte Thomas Lohrer (FGW), der zum Thema Buchsbaumsterben (Cylindrocladium buxicola) den aktuellen Wissensstand sowie Gefahren der Verwechslungsmöglichkeiten vortrug. In Deutschland seit 2004 nachweislich bekannt, sorgt dieser Pilz mittlerweile auf vielen Friedhöfen, in Privatgärten und auch in Baumschulen für Erkrankungen bis zum Totalausfall. Kurativ wirksame Pflanzenschutzmittel sind bisher keine bekannt, es verbleibt der Einsatz von vorbeugenden Produkten sowie eine Reihe von weiteren prophylaktischen Maßnahmen (u.a. Sortenwahl, Hygiene, Laubentfernung, Standortwahl). Günther Schwab stellte eindrucksvoll die Aktivitäten der innovativen Firmengruppe Schwab vor (Spezialist für Rollrasen) und ging näher auf das Thema Rasenpflege und die Vermeidung von Krankheitssymptomen ein. Auftretende Pflanzenschutzprobleme sind ursächlich oft ein Standortproblem, auch können viele Schadsymptome (u.a. die Rotspitzigkeit) durch eine gezielte Düngung reguliert werden.

Zu den Dauerbrennern Birnengitterrost, Apfelschorf und Kirschfruchtfliege referierte Hubert Siegler von der LWG Veitshöchheim. In gewohnt praxisnaher Aufbereitung erläuterte er die Diagnose-Merkmale der einzelnen Schadorganismen und ging näher auf Möglichkeiten zur Bekämpfung ein, stets den Blick auf die Beratung beim Kunden gerichtet.

Warum gehen unsere Bäume ein?" war die Frage des Vortrages von Dr. Wolfgang Kreckl von der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Freising. Mit einer Vielzahl von Bildern sprach Kreckl die möglichen abiotischen und biotischen Schadursachen an, die auf einen Baum einwirken. Meist sind es aber abiotische Einflüsse wie Trockenheit und Hitze, die einen Baum konkret zum Absterben bringen.

Herr Winfried Menger von der Gartenbaumschule Menger erläuterte den Themenkomplex Rosenkrankheiten: Vorbeugen, erkennen und bekämpfen. Viele Probleme lassen sich durch eine richtige Standort- und Sortenwahl, Düngung und Pflege reduzieren oder ganz vermeiden. Zur Bekämpfung der wichtigsten Schadorganismen ging Menger auch näher auf die derzeit zugelassenen Produkte ein. Bei der Beratung ist darauf zu achten, dass ein Wirkstoff in Produkten von vielen Firmen (aber dann mit unterschiedlichsten Namen) auftreten kann und andererseits ein Mittelname (z.B. Saprol) in vielen, jedoch bezogen auf den Wirkstoff inhaltlich unterschiedlichen Produkten enthalten ist. Hier gilt es stets den fachlichen Überblick zu bewahren, um den Kunden gut beraten zu können.

Die Symptome und Bekämpfung von Gallmilben wurden von Thomas Lohrer (FGW) näher vorgestellt. Diese nur etwa 0,2 mm "großen" Tiere sorgen an vielen Gehölzen für ein breites Symptomspektrum, das in einer Vielzahl von Bildern näher vorgestellt worden ist. Die Bekämpfung, sofern überhaupt erforderlich, erfolgt meist mit ölhaltigen Insektiziden oder mechanisch durch den Rückschnitt betroffener Pflanzenteile.

Die Firma Neudorff, vertreten durch Wilma Mayer, rundete das Seminar mit ihren praxisnahen Hinweisen und Erläuterungen zum Thema "Biologische Schädlingsbekämpfung an Gehölzen im Privatgarten" sowie zur "Pflanzenkräftigung durch Mycorrhizapilze" ab. Auch hier konnten die Zuhörer manchen zusätzlichen Tipp für den Einsatz von Neudorff-Produkten mitnehmen.

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