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Lebensmittelhandel Deutschland 2009: Licht und Schatten
Der deutsche Lebensmittelhandel hat im Jahr 2009 eine uneinheitliche Entwicklung genommen. Umsatzsteigerungen im zweistelligen Prozentbereich bei einzelnen Unternehmen standen zum Teil noch stärkere Umsatzeinbrüche bei anderen Marktteilnehmern gegenüber.
Der Gesamt- und der Food-Umsatz wuchsen jeweils lediglich um 1,0% auf rund 223 Mrd. Euro bzw. 162 Mrd. Euro. Rund 61 Mrd. Euro wurden mit Nonfood-Artikeln erzielt. Bei Berücksichtigung der 2009er Inflationsrate von ca. 0,5% kann man bei einer realen Steigerung in gleicher Höhe zum zweiten Mal in Folge von Stagnation sprechen.
Die Gesamtjahreswerte für 2009 basieren auf aktuellen Umsatzangaben führender Handelsunternehmen, die das Frankfurter Handelsforschungsinstitut TradeDimensions bei den deutschen Lebensmittelhändlern im Februar und März des Jahres erhoben hat.
Umsatzsprung bei Edeka und Rewe, Metro verliert
Marktführer bleibt die Edeka-Gruppe mit einem um 16,1% auf 43,6 Mrd. Euro gestiegenen Gesamtumsatz. Dies ist vor allem auf die Übernahme eines Großteils der von Tengelmann abgegebenen Plus-Discounter zurückzuführen. Von dieser Abgabe hat auch Rewe profitiert – über 300 Plus-Filialen konnte sie übernehmen. Daneben schlug auch noch die ganzjährige Einbeziehung der Mitte 2008 von Metro übernommenen Extra-Märkte zu Buche, was den Umsatz der Kölner um 6,7% auf 36,3 Mrd. Euro wachsen ließ. Bei Metro hingegen konnte die Wachstumslokomotive Media-Saturn die Umsatzverluste im Lebensmittelbereich, also bei Real und Metro C+C, nicht ausgleichen. Die beiden Discount-Protagonisten Schwarz- Gruppe und Aldi folgen bei gleichmäßigem Wachstum auf den Plätzen vier und fünf. Beim Food-Umsatz steht ebenfalls Edeka an der Spitze, gefolgt von Rewe, der Schwarz-Gruppe, Aldi und Metro.
Höherer Konzentrationsgrad an der Spitze
Der Umsatzzuwachs der TOP 5 lag 2009 bei fast 9,3 Mrd. Euro. Sie steigerten damit ihren Marktanteil von 69,7% auf 73,1%. Das bedeutet: Fünf von über 100 Unternehmen erzielten fast drei Viertel des Gesamtumsatzes im Lebensmittelhandel. Hingegen hat sich der Marktanteil sowohl der TOP 10 und als auch der TOP 30 im Vergleich zu 2008 kaum geändert; er lag 2009 bei 85,7 bzw. 97,5%. Der Konzentrationsgrad insgesamt bleibt also unverändert, während die Spitzenunternehmen deutlich hinzu gewinnen.
Gewinner 2009: Edeka, Rewe, Bio-Händler, Drogeriemärkte
Nach absoluten Umsatzzuwächsen liegen Edeka (+6,0 Mrd. Euro), Rewe (+2,3 Mrd. Euro) sowie Aldi (+1,0 Mrd. Euro) und die Schwarz-Gruppe (+ 0,9 Mio Euro) vorne. Betrachtet man jedoch die Zuwachsraten, dann spielen andere Marktteilnehmer eine bedeutende Rolle: die Bio-Händler Alnatura (+18,7%) und Dennree (+11,9%) sowie der ostfriesische Groß- und Einzelhändler Bünting (+12,5%).
Im Drogeriemarkt-Bereich ist es dm zum wiederholten Male gelungen, seinen Umsatz zweistellig zu steigern (+11,5%); Budnikowsky, Müller und Rossmann folgen mit Zuwächsen von 8 bis fast 10%.
Verlierer 2009: Warenhäuser, Schlecker und Tengelmann
Neun der TOP 30-Unternehmen mussten 2009 Umsatzeinbußen verkraften (2008: sechs), wobei die Tengelmann-Gruppe durch die Abgabe der Plus-Disounter mit einem Minus von 48,3% fast die Hälfte ihres Umsatzes verlor. Die Warenhausunternehmen Karstadt und Woolworth (beide in Insolvenz) befanden sich mit -9,1% bzw. -17,1% weiter auf Talfahrt.
Auch beim Drogeriemarkt-Filialisten Schlecker ist trotz der Einführung des XL-Konzepts die Wende zum Besseren noch nicht gelungen. Er verlor im Vergleich zum Vorjahr 8,1% seines Umsatzes und liegt jetzt ungefähr auf dem Niveau des Jahres 2001.
Ausblick 2010:
Nach zwei Jahren Umsatzstagnation der Branche stellt sich natürlich die Frage, wie die nahe Zukunft aussieht. Einige Wirtschaftsexperten vertreten die Meinung, dass die Wirtschaftskrise von 2008/09 noch nicht beim Arbeitsmarkt angekommen sei. Hier besteht also die Gefahr eines Anstiegs der Arbeitslosenzahlen und – als Folge davon – einer Kaufzurückhaltung, die selbst kurzfristige Konsumgüter, und damit den Lebensmittelhandel, treffen könnte. Auch ohne dieses Szenario zu berücksichtigen, rechnet TradeDimensions nicht mit einem realen Umsatzwachstum im Jahr 2010, sondern eher mit leichten Verlusten. (TradeDimensions)

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