EHI-Studie: Großer Wettbewerb bei Lieferzeiten

Beim Versand von online georderten Waren spielt bei den Händlern der zunehmende Wettbewerb eine immer größere Rolle. Wettbewerbsdruck ist laut EHI-Studie "Versand- und Retourenmanagement im E-Commerce 2022" der wichtigste Beweggrund für schnelle Lieferzeiten. "Durch den großen Wettbewerb beobachten wir im Vergleich zum Vorjahr einen sprunghaften Anstieg bei Handelsunternehmen, die auf schnelle Lieferzeiten setzen", erklärt Marco Atzberger, Mitglied der EHI-Geschäftsleitung.

59 im E-Commerce-B2C-Geschäft aktive Handelsunternehmen wurden zwischen Juli und August 2022 zu deren Anforderungen und Trends im Versand- und Retourenmanagement befragt. Grafik: EHI.

Schnelle Lieferung versus Retouren

Neben dem Wettbewerbsdruck (69%) ist die Retourenvermeidung und -senkung (34%) für Händler ein wichtiger Beweggrund für einen schnellen Versand, schließlich soll die Kundschaft die Ware zwischenzeitlich nicht woanders beschaffen. Hinzu kommt die Devise des Handels, für den Onlinehandel ebenso schnelle Lieferzeiten anzubieten wie im stationären Handel, wo die Kundschaft die Ware sofort mitnehmen kann. Bei Gütern des täglichen Bedarfs wünscht sich die Kundschaft ohnehin, die Ware möglichst schnell zu erhalten (je 32%).

61% der Händler bieten an, online bestellte Waren innerhalb von ein bis zwei Werktagen zu liefern. 58% nehmen dafür keinen Aufpreis, in 2021 waren dazu nur 35% der Befragten bereit. Eine Zustellung innerhalb von 24 Stunden ohne Aufpreis sicherten im Vorjahr noch 19% zu. In 2022 sind es nur noch 10% der befragten Handelsunternehmen.

Kurze Lieferzeiten bedingen neben einer maximalen Warenverfügbarkeit eine schlüssige Ablauforganisation. Folglich räumen 80% der Befragten standardisierten Logistikprozessen höchste Priorität ein, um Lieferzusagen einhalten und Liefertreue sicherstellen zu können. Wichtig ist zudem ein effizientes Warenwirtschaftssystem (66%), über das das Lager mit dem Onlineshop möglichst nahtlos verknüpft ist. 46% favorisieren einen Lageraufbau und eine Regalbelegung der Waren gemäß ABC-Klassifizierung, sodass sich häufig nachgefragte Waren (A-Artikel) im direkten Zugriff befinden und keine langen Laufwege anfallen.

Nachhaltige Verpackungen

Die Nachhaltigkeit von Verpackungen ist für 64% der Händler ein relevantes Kriterium. Nur ein ausreichender Produktschutz (90%), ein optimales Größenverhältnis (75%) und ein optimaler Materialeinsatz (68%) sind nach Meinung der Befragten noch wichtiger, wobei auch diese Kriterien auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit einzahlen.

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