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Copa und Cogeca: Konkrete Maßnahmen gefordert
Dieses Treffen diente in erster Linie dazu, die aktuelle Lage zu bewerten und vor dem bevorstehenden Treffen der EU-Landwirtschaftsminister in Dublin, bei dem das Thema auf die Tagesordnung gesetzt wird, Informationen aus erster Hand zu sammeln. Copa und Cogeca nutzten die Gelegenheit, um diese Initiative zu unterstützen und forderten eine Reaktion, die dem Ausmaß der Krise sowohl kurzfristig als auch mittelfristig und langfristig gerecht wird.
Vertreterinnen und Vertreter von Copa und Cogeca berichteten Kommissar Hansen direkt über die EU-weit verbreitete Verschlechterung der landwirtschaftlichen Bedingungen infolge der extremen Wetterereignisse, die Europa in diesem Sommer heimgesucht haben. Die Rückmeldungen der Mitglieder von Copa und Cogeca zeigen, dass die Auswirkungen zwar von Land zu Land und von Region zu Region unterschiedlich sind, Süd-, Mittel- und Westeuropa jedoch am stärksten betroffen sind, wobei Slowenien, Österreich, Frankreich und Italien zu den Ländern mit den schwerwiegendsten Folgen zählen. Erhebliche regionale Schäden wurden auch aus Spanien, Ungarn, Deutschland, Kroatien, Tschechien, Irland und Rumänien gemeldet.
Ackerbaukulturen sind besonders betroffen, wobei Getreide, Mais und Ölsaaten zu den am stärksten betroffenen Produkten zählen. Die Maisverluste haben in Slowenien 50–70% erreicht, in Frankreich rund 40% und in Italien 20–25%, wobei die Verluste in einigen nicht bewässerten Gebieten bis zu 70% betragen. Auch Kartoffeln, Zuckerrüben und Gemüse haben erhebliche Verluste erlitten, insbesondere dort, wo keine oder nur unzureichende Bewässerung verfügbar ist.
Auch Dauerkulturen wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Obst, Trauben und Oliven litten unter Hitzestress, Sonnenbrand, Fruchtfall sowie einer Verringerung von Größe und Qualität. Besonders schwerwiegende Auswirkungen wurden aus Kroatien, Italien, Slowenien und Spanien gemeldet. In Kroatien wird die Obst- und Traubenproduktion auf etwa 30% niedriger geschätzt, während mehr als 90% der Olivenhaine Berichten zufolge keine Bewässerung haben.
Die Viehproduktion steht ebenfalls zunehmend unter Druck. Die verringerte Verfügbarkeit von Grünland und Futter hat die Heu- und Weideproduktion stark einbrechen lassen, wobei die Verluste in Ungarn mindestens 50% und in den betroffenen Gebieten Deutschlands 30–90% erreichen. Auch Frankreich, Slowenien, Spanien, Italien und Irland melden erhebliche Futtermittelengpässe. Die Milchproduktion ist in einigen Gebieten bereits um 10% bis 15% zurückgegangen, während auch Tierschutz, Fruchtbarkeit und Herdengrößen beeinträchtigt werden. Die Notwendigkeit, Ergänzungsfutter zu kaufen, erhöht die Produktionskosten und weckt Bedenken hinsichtlich der Futtersicherheit für den kommenden Winter.
Die Krise, die zusätzlich zur Betriebsmittelkrise und den stark gestiegenen Kosten für Düngemittel und Energie kommt, ist daher nicht mehr nur eine Frage der diesjährigen Ernte. Sie stellt ein Risiko für die Wirtschaft, die Produktion und die Ernährungssicherheit dar sowie ein Inflationsrisiko, das sich in den kommenden Monaten fortsetzen wird.
Die Reaktionen auf die Krise bleiben begrenzt und sind größtenteils national oder regional ausgerichtet, wobei der Schwerpunkt auf staatlichen Beihilfen, Versicherungen, Wasserbewirtschaftung und Bewässerung liegt. Die Führungskräfte von Copa und Cogeca halten diese Maßnahmen angesichts des europäischen Ausmaßes und der geografischen Verbreitung der Auswirkungen für unzureichend. Sie plädieren für eine starke Reaktion der EU auf kurze, mittlere und lange Sicht, mit sofortiger Liquiditätsentlastung, flexiblerer Nutzung der GAP-Instrumente, stärkerer Koordinierung auf EU-Ebene und größeren Investitionen in die Klimaanpassung, einschließlich widerstandsfähiger Sorten, Wasserbewirtschaftung, Bewässerungsinfrastruktur und verbesserter Risikomanagement-Instrumente.
Mittelfristig muss Europa die strukturellen Einschränkungen angehen, die die Anpassungsfähigkeit der Landwirtinnen und Landwirte begrenzen. Dies sollte Maßnahmen zu den Nitratrichtlinien, die Aussetzung des CBAM sowie ein Lebensmittel- und Futtermittel-Omnibus umfassen, das praktikable Lösungen bietet, einschließlich des Zugangs zu wirksamen Pflanzenschutzmitteln.
"Wenn wir weiter in die Zukunft blicken, hat dieser Sommer deutlich gezeigt, dass extreme Wetterereignisse kein Ausnahmephänomen mehr sind. Sie wirken sich nun auf ganz Europa und auf alle Jahreszeiten aus. Die europäische Landwirtschaft benötigt eine klare langfristige politische Ausrichtung und ausreichende finanzielle Mittel, um Resilienz aufzubauen. Die zukünftige GAP und die GMO müssen gemeinsam mit dem Europäischen Wettbewerbsfähigkeitsfonds die für Anpassung, Innovation, Wassermanagement und Risikomanagement erforderliche Investitionskapazität bereitstellen."
Landwirte und ihre Genossenschaften produzieren nicht nur Lebensmittel und sichern die Ernährungssicherheit. Sie verwalten auch unser Land, pflegen ländliche Räume und tragen – wie der Kampf gegen die Waldbrände in diesem Sommer gezeigt hat – direkt zum Schutz unserer Gemeinden bei.
"Wir benötigen daher sowohl eine sofortige europäische Reaktion auf diese Krise als auch eine klare langfristige Strategie, um die europäische Landwirtschaft widerstandsfähiger zu machen." Copa und Cogeca sind bereit, mit Kommissar Hansen, der Europäischen Kommission, den Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass die Lehren aus diesem Sommer in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Europa kann es sich nicht leisten, mit Investitionen in die Resilienz seiner Landwirtschaft zu warten, bis die nächste Krise eintritt.

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