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Biologischer Pflanzenschutz mit großer Zukunft
Biologische Alternativen zu chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln erfreuen sich in Westeuropa und Nordamerika einer zunehmenden Nachfrage. Zu diesem Schluss kommt laut einer Meldung von proplanta.de die internationale Unternehmensberatung Frost & Sullivan in einer Studie. Berechnungen ergaben, dass in beiden Regionen gemeinsam der Umsatz an Bio-Pflanzenschutzmitteln bis 2015 von derzeit 590 auf 1.020 io. Dollar steigen wird. Berücksichtigt wurden dabei die Sektoren mikrobielle Biopestizide, Nutzinsekten und biochemische Pflanzenschutzmittel.
Der wichtigste Grund für diese Entwicklung sei die Konsumentennachfrage, heisst es. Weltweit verlangten Supermärkte immer mehr Chemie-freie Produkte oder biologisch produziertes Obst und Gemüse. Wichtige Impulse würden dabei von großen US-Ketten wie Wal-Mart und Tesco ausgehen, doch auch die großen deutschen Händler hätten sich diesem Trend angeschlossen. Das erhöhe die Nachfrage nach Biopestiziden deutlich, so Frost & Sullivan-Analyst Yeshwanth Kumar Desikamani. Unterstützend hätten sich auch Massnahmen von Regierungen zur Reduktion von Chemikalien im Ackerbau oder von Rückstandshöchstmengen ausgewirkt. Derzeit könne man die Produktion von Bio-Pflanzenschutzmitteln noch als Nischensegment innerhalb des landwirtschaftlichen Ernteschutzes bezeichnen, so Desikamani.
Biopestizide hätten mehrere Vorteile gegenüber ihrer chemisch-synthetischen Konkurrenz, heißt weiter. Sie sind weniger toxisch, erlauben selektiven Einsatz, lassen sich mit integriertem Pflanzenschutz vereinbaren und können dadurch auch im Bio-Landbau verwendet werden. Desikamani betont jedoch, dass sie bisher noch nicht als eigenständige Lösung zur Behandlung von Pflanzenkrankheiten oder als Mittel zur Schädlingsbekämpfung ansehen dürfe. Nutzinsekten könne man zwar gegen Schädlinge einsetzen, doch gelinge es ihnen noch nicht, Pilze, Bakterien oder Viren zu bekämpfen.
Zur Aufholung dieses Rückstandes empfehlen die Experten, ein Produkt zu entwickeln, das auf Basis von Nutzinsekten und eines Biofungizids Nützlinge und andere lebende Organismen nicht gefährdet. Das könnte eine "Integrierte Schädlingsbekämpfung" auf biologischer Basis ermöglichen, bei der Experten Insektenschädlinge und Pflanzenkrankheiten vom Zeitpunkt der Aussaat bis zur Ernte ständig per Fallen und Köder überwachen und bei Befallszunahme entsprechend mit mehr Biopestiziden reagieren. "Würde diese Integrierte Schädlingsbekämpfung durchgesetzt, könnte der Sektor noch viel mehr boomen", so der indische Analyst. (lid)

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