BeeHome: Schafft Lebensraum für Wildbienen

Am 20. Mai ist Weltbienentag. Mit diesem Tag betonen die Vereinten Nationen die Notwendigkeit, Bienen weltweit zu schützen - schließlich sind die fleißigen Insekten als Bestäuber unverzichtbar für Artenvielfalt und Ernährungssicherheit der Menschheit. Zahlreiche Organisationen, wie das Start-up BeeHome, nutzen diesen Tag auch, um auf die Bedeutung von eher unbekannten Bestäubern wie Wildbienen und anderen Insektenarten hinzuweisen und ihren Schutz voranzutreiben.

Biene Chelostoma rapunculi über Glockenblume, eine der zahlreichen Blumenarten, die Wildbiene + Partner/BeeHome auf ihren Blühflächen anpflanzen. Bild: BeeHome.

Die Gründe für das Artensterben von Honig- und Wildbienen sind vielfältig: Als Hauptursachen gelten die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen und landwirtschaftliche Monokulturen, einhergehend mit dem Einsatz von vielfältigen Ackergiften und Pestiziden. Mit der Förderung von Biodiversität und deren wissenschaftlicher Messbarkeit, der Schaffung neuer Blühflächen und einer weitreichenden Communitybildung mit Privatpersonen und Unternehmen durch das Angebot unterschiedlicher Nisthilfen (BeeHomes) will das vor elf Jahren in der Schweiz gegründete Unternehmen Wildbiene + Partner mit seinem deutschen Ableger „BeeHome” ein starkes und lebensförderliches Gegengewicht schaffen:

„Unser Ziel ist es, innerhalb der nächsten drei Jahre eine Million Quadratmeter an blütenreichen Lebensräumen für Wildbienen und bestäubende Insekten in der Schweiz zu schaffen. Das entspricht der Fläche von 144 Fußballfeldern", erklärt Tom Strobl, einer der Mitbegründer von Wildbiene + Partner/BeeHome. Das erste Projekt dieser Art in Deutschland startet am 7. Mai 2024: Auf dem Demeterhof Bodman am Bodensee wird auf neuen Blühflächen ein artgerechtes Habitat entstehen.

Wildbienenhabitat in Zusammenarbeit mit dem Demeterhof Bodman

Dieses wegweisende Projekt wird durch die Zusammenarbeit zwischen dem Demeterhof Bodman unter der Leitung von Bertram Ledergerber, dem Berliner Start-up SPAIA, das digitale Insektenüberwachungsgeräte entwickelt, und der Pestalozzi-Stiftung ermöglicht. Auf einer Fläche von etwa 4.000 Quadratmetern, gelegen zwischen zwei Produktionsanlagen auf dem Demeterhof, entsteht ein blühendes Paradies für Wildbienen mit Nisthilfen für hohlraum- und bodenbrütende bestäubende Insekten. Die Pflege dieser Fläche wird von der Pestalozzi-Stiftung übernommen, während das Schnittgut durch ein Kompostprojekt weiterverwertet wird.

Praktische Ansätze zur Förderung der Biodiversität

BeeHome verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz durch die Schaffung eines geeigneten Nahrungsangebotes für Wildbienen und andere bestäubende Insekten mithilfe heimischer Wildpflanzen. Auf den Blühflächen wachsen unter anderem Frühblüher wie Blausterne, Traubenhyazinthen und Lungenkraut. Zudem werden passende Niststrukturen für die verschiedenen Wildbienenarten zur Verfügung gestellt. „Für bodenbrütende Arten ist es besonders wichtig, dass sie offene, sandige Böden zum Nisten finden“, erklärt Tom Strobl. Hohlraumnister wie die Mauerbiene beziehen gerne spezielle Insektenhotels. Der Verzicht auf den Einsatz von Insektiziden und Herbiziden ist auf den Blühflächen von BeeHome und Demeter selbstverständlich. „Aber nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in heimischen Gärten sind nachhaltige Anbauprinzipien und der Verzicht auf chemische Hilfsmittel entscheidende Schritte auf dem Weg zu mehr Biodiversität“, betont Strobl.

Tue Gutes und sprich darüber – mit zuverlässigen Nachweisen

BeeHome legt besonderen Wert auf die Dokumentation und die Überprüfung der Wirksamkeit des Projekts – vor allem in Zusammenarbeit mit SPAIA. Ein wichtiger Aspekt ist daher die Erfolgsmessung: Entscheidende Messgrößen für die Wirkung der Maßnahmen sind die Vielfalt der Arten einerseits und die Anzahl der Insekten andererseits. Durch die innovative Kombination verschiedener Technologien der Ton- (Summen) und Bildverarbeitung zur Identifikation von unterschiedlichen Bienenarten und dem Einsatz von Radar und Infrarot ist BeeHome in der Lage, präzise Daten über die Artenvielfalt in verschiedenen Lebensräumen zu sammeln. „Diese Daten helfen uns, die Bedürfnisse der wilden Bienenarten noch besser zu verstehen und die Tiere in Zukunft noch zielgerichteter zu unterstützen“, erklärt Strobl.

Förderung und Messung der Biodiversität im eigenen Garten

In Zukunft soll es auch für Hobbygärtner problemlos möglich sein, Daten zu sammeln, indem sie ein handliches, etwa faustgroßes Gerät in ihrem eigenen Garten oder auf dem Balkon platzieren. „Mit den richtigen Pflanzenarten, wie etwa der rundblättrigen Glockenblume, und passenden Nisthilfen kann jeder zum Schutz der Wildbienen beitragen“, betont Strobl. Und mit den gesammelten Daten auch zur wissenschaftlichen Forschung. Derzeit laufen bei BeeHome die ersten Pilotversuche – ab 2025 soll das Messgerät auch für den Hausgebrauch angeboten werden. Dieser Ansatz verspricht eine erhöhte Transparenz und Zugänglichkeit von Umweltdaten sowie eine breitere Beteiligung der Bevölkerung bei der Förderung der Artenvielfalt. Die Entwicklung der Wildbienenpopulationen in den neu geschaffenen Lebensräumen soll über mehrere Jahre hinweg überwacht und dokumentiert werden.

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