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BDC: 67. Jahrestagung verzeichnet Rekordbeteiligung
Zu seiner 67. Jahrestagung in Potsdam verzeichnete der Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) im Zentralverband Gartenbau (ZVG) einen neuen Teilnehmerrekord. Über 170 Teilnehmer aus Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Polen und Frankreich kamen vom 8. bis 10. Oktober dieses Jahres nach Potsdam. „Darunter waren sehr viele Gäste, die zum ersten Mal an unserer Jahrestagung teilgenommen haben“ freute sich der BDC-Vorsitzende Michael Schattenberg.
Zur internen Vorstands- und Beiratssitzung berichtete ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer über die aktuellen politischen Themen des gärtnerischen Berufsstandes. So informierte Fleischer, dass das neue Bundesprogramm Energieeffizienz in der Landwirtschaft und im Gartenbau auch für Champignonbetriebe offen sei.
Beim Thema Düngeverordnung versprach Fleischer weiteres Engagement des ZVG. „Wir werden uns an die Minister der Bundesländer wenden und für eine praxisnahe und sachgerechte Lösung kämpfen“. Die politische Kommunikation sei eine Schwerpunktaufgabe des ZVG. „Auf der Internationalen Grünen Woche werden wir die Verbraucher und die Politik unter anderem über Speisepilze und Gemüse informieren und auf die Herausforderungen der Branche aufmerksam machen“, so Fleischer.
Im Rahmen des umfangreichen fachlichen Vortragsprogrammes der öffentlichen Vortragsveranstaltung stellte Michael Legrand, Grünes Medienhaus, Bonn, die verschiedenen werblichen Aktivitäten des BDC vor. Auf der Internetseite www.gesunde-pilze.de könnten die Nutzer nun eigene Pilzrezepte einstellen So solle im Laufe der Jahre nicht nur eine der größten Sammlungen entstehen, sondern die Bindung der Nutzer an die Homepage verstärkt werden. Im fachinternen Bereich sei der BDC mit seinem online Informationsdienst zudem weiterhin sehr erfolgreich. Immer mehr Sponsoren würden das Angebot des Verbandes wahrnehmen und sich an einer Finanzierung des Auftrittes beteiligen. Mit der Aktion „Schul-Champignons“ habe der BDC im aktuellen Jahr eine besondere Marketingaktion über die Pilotphase hinaus gebracht – jetzt könnten Biologielehrer für 4. Klassen an Grundschulen ein Kulturset mit entsprechend aufbereitetem Unterrichtsmaterial beim BDC bestellen.
Regionale Produktion ist für die deutschen Champignon- und Kulturpilzanbauer ein wichtiges Thema. Dass die Nachfrage nach regionalen Produkten bei den Verbrauchern immer noch steigt, bestätigte Peter Klingmann, Vorsitzender von Regionalfenster e.V. Klingmann schätzt, das mittlerweile rund 1000 Regionalkennzeichnungen auf dem Markt sind. Das Regionalfenster ist hingegen eine Herkunftsdeklarierung, die besonderen Wert auf Transparenz legt und zum Beispiel den Namen des Zertifizierers immer auf der Verpackung nennt. Mittlerweile hat das Regionalfenster 530 Lizenznehmer, über 3500 Artikel sind bereits gelistet. Dazu gehören auch Kulturpilze.
Mit der Gründung eines Kompetenzzentrums für angewandte Mykologie und Umweltstudien will die Hochschule Niederrhein, Krefeld/Mönchengladbach, eine mittlerweile in Europa klaffende Lücke füllen – wissenschaftliche Arbeiten zu Kulturpilzen werden seit Mitte der 1990 Jahre weder in Deutschland noch in den Niederlanden angefertigt. Dank der Initiative von Prof. Dr. Jan I. Lelley wurde mit dem Kompetenzzentrum eine Organisationsform geschaffen, die den Ausbau der Pilzforschung und die Integration weiterer Fachleute ermöglicht.
Dr. Renate Spraul, Arbeitswirtschaft im Gartenbau, Bad Wimpfen, informierte die Teilnehmer mit dem Thema „Wo verliere ich im Betrieb Geld? Wenn Arbeitskosten den Erfolg auffressen“. Die Arbeitswirtschaftlerin erklärte anschaulich, wie wichtig gut durchdachte Arbeitsplätze bei der Ernte von Kulturpilzen sind. So summiert sich zum Beispiel eine kleine überflüssige Bewegung, die nur den Bruchteil einer Sekunde ausmacht, im Lauf eines Jahres zu Stunden oder gar Tagen – und das ist letztlich verschenkte und deshalb sehr teure Arbeitszeit.
Mit dem Thema „Wie unlogisch ist Logik. Mit cleveren Lösungen Einsparungen im Betrieb erreichen“ stellte Jack Lemmen, GTL Europe, NL-Venlo, zum Abschluss ein spannendes Technikthema zur Diskussion. So kann ein Betrieb in einem Jahr viel Geld verlieren, wenn zum Beispiel die Strecke zwischen Transformator und Verbraucher zu lang ist, weil der Trafo einfach zu ungünstig platziert ist. Nicht nur die Verluste durch die langen Leitungen kommen hier zum Tragen, auch die Kosten für die langen Kabel schlagen hier zu Buche.
Mit dem Besuch bei der Havelland Champignon GmbH & Co in Nauener Ortsteil Tietzow endete die 67. BDC-Jahrestagung mit dem Blick in ein modernes Unternehmen aus der Branche. Dieser Teil des Unternehmens ist in den letzten zehn Jahren deutlich gewachsen – auch das ist ein Beleg dafür, welche Möglichkeiten regionale Produktion bieten kann. (BDC/ZVG)

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