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Baumschule Kulturforum: Künstlerisch-gärtnerische Rauminstallation
Nach und nach besiedeln grüne Inseln aus jungen Baumhainen den steinernen Freiraum des Kulturforums. Als neue Akteure im städtischen Raum laden sie Besucher*innen zum Verweilen, Zusammenkommen, Diskutieren und Mitgestalten ein. Die "Baumschule Kulturforum" möchte die Aufenthaltsqualität im Kulturforum nachhaltig verbessern und ermöglicht einen neuen Blick auf ein Kulturquartier, das einst als grüne Verlängerung des Tiergartens gedacht war – und es wieder werden könnte. Den Auftakt des Projekts macht im Juli 2023 eine kleine Gruppe junger Bäume auf der Piazzetta des Kulturforums. Ab Juli 2023 verwandelt die Installation "Baumschule Kulturforum" das Kulturforum schrittweise in einen temporären, frei zugänglichen und partizipativen Kultur- und Museumsgarten aller Nachbarinstitutionen. Junge Baumhaine wachsen über die Sommermonate und robuste Sitzmöbel aus Holz sorgen für schattige Plätze und laden die Besucher*innen zum Verweilen und Zusammenkommen ein. Als Auftakt werden ca. 80 Bäume auf ca. 250 Quadratmeter unter anderem auf der Freifläche vor dem Café Estrade auf der Piazzetta aufgestellt. Insgesamt werden es 200 Bäume sein, die weiteren kommen in den folgenden Wochen noch auf dem Rasenrondell der St. Matthäus- Kirche und schließlich auf dem Scharounplatz hinzu. Die von den Künstler*innen und Landschaftsarchitekt*innen von atelier le balto in enger Zusammenarbeit mit Klaus Biesenbach ausgewählten Weiden, Erlen, Walnuss- und Kirschbäume sind Stadtklima-tolerant. Ihre Funktion ist nicht allein eine dekorative Begrünung, sondern sie spenden auf dem sonst unüberdachten Areal Schatten. Die Aufenthaltsqualität auf der versiegelten Fläche des Kulturforums wird dadurch wesentlich verbessert. Geplant ist, die drei Bauminseln auf einer Fläche von insgesamt 1.000 Quadratmetern bis Ende 2024 auf dem Kulturforum zu belassen.
Die Baumschule Kulturforum versteht sich als junger, lebendiger Organismus, eine Koexistenz von Besucher*innen, Bäumen, Pflanzen und den Tieren, die in diesem Garten einen neuen Lebensraum finden werden. Im Rahmen der Installation werden Veranstaltungen angeboten – und auch die Nachbarinstitutionen sind dazu eingeladen, sich zu beteiligen und die Installation mit eigenen Formaten zu bespielen. Das durch die "Baumschule" begrünte Kulturforum regt zum Nachdenken über die Transformation von Stadträumen in Zeiten des Klimawandels an. Auf der Internetseite wird das Veranstaltungsprogramm zugänglich gemacht und auch die einzelnen Baumarten werden dort mit ihren Charakteristiken vorgestellt. Über QR Codes sollen diese auch vor Ort von den Nutzer*innen abgefragt werden können. Weitere Informationen und das gesamte Veranstaltungsprogramm in Kürze unter www.baumschule-kulturforum.de.Einen ersten Impuls für mehr "Gemeinschaftsgrün" im Kulturforum haben die Anrainerinstitutionen bereits letztes Jahr gesetzt: Im Rahmen des Kultursommerfestivals der Kulturprojekte Berlin fand am 4. September 2022 auf Initiative der Stiftung St. Matthäus der gemeinsame Aktions- und Veranstaltungstag "Ein Tag im Grünen. Die unentdeckten Gärten des Kulturforums" statt, an dem die Neue Nationalgalerie, das Kunstgewerbemuseum, das Kupferstichkabinett, die Gemäldegalerie, die St. Matthäus-Kirche, die Staatsbibliothek, die Berliner Philharmonie sowie das Staatliche Institut für Musikforschung mit dem Musikinstrumenten-Museum zu Konzerten, Lesungen, Führungen, Performances und einem Gottesdienst in ihre Gärten einluden. Auf der gesperrten Sigismundstraße zwischen Neuer Nationalgalerie und St. Matthäus-Kirche wurde auf Initiative von Klaus Biesenbach, Direktor der Neuen Nationalgalerie, eine große Tafel aufgestellt, an der sich hunderte Berliner*innen und Gäste bei kostenfreiem Essen und Getränken versammeln und miteinander essen konnten. "Der Tag im Grünen" findet in diesem Jahr erneut statt, diesmal am 3. September. Auch die Neuplanungen für das Museum der Moderne, berlin modern, sind mit einer Vision für ein grünes Kulturforum im Sinne einer Verlängerung des Tiergartens in das Kulturforum hinein verbunden. Die »Baumschule Kulturforum« bietet einen allerersten Ausblick auf diese Langzeitperspektive.
„Die Baumschule Kulturforum ist ein wunderbares Signal für ein grüneres und lebenswerteres Kulturforum – und für das Zusammenwachsen der Nachbarinstitutionen! Das Kulturforum war einst als grüne Verlängerung des Tiergartens gedacht. Das alte Tiergartenviertel wuchs aus Wiesen und Feldern. Die Baumschule Kulturforum verbindet Vergangenheit und Zukunft.“, Hannes Langbein, Direktor Stiftung St. Matthäus „Angefangen mit der gemeinsamen Vorbereitung des Sigismundstraßenfestivals im letzten Jahr, treffen wir uns als Nachbar*innen im Kulturforum regelmäßig und haben beschlossen, die Aufenthaltsqualität von dem jetzt sonnenheißen, öden Betonplatz mehr und mehr in Richtung eines Gartens bewachsen und verwalden zu lassen. Die Baumschule von atelier le balto ist ein erstes Bild, ein erster Schritt, ein erstes Grün - ein Anfang, der wachsen darf.", Klaus Biesenbach, Direktor Neue Nationalgalerie „Das Kulturforum als grüner Stadtraum ist eine gemeinsame Vision aller Beteiligten. Insofern ist dieses Projekt eine wunderbare Möglichkeit, mit künstlerischen Mitteln die Chancen dafür auszuloten. Das Areal wird zu einem Campus, auf dem die renommierten Institutionen mit ihren bedeutenden Architekturen deutlicher als attraktiver gemeinsamer urbaner Raum hervortreten. Wir sind in engem und sehr fruchtbaren Austausch mit dem Land Berlin, dem Bezirk Mitte und GrünBerlin, um gemeinsam eine dauerhafte stärkere Begrünung und eine zeitgemäße Weiterentwicklung des ganzen Areals zu ermöglichen. Dafür bin ich allen sehr dankbar.“, Gero Dimter, Vizepräsident Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
„Das Kulturforum wird grüner! Wir freuen uns sehr, dass mit der Installation der Künstlergruppe atelier le balto die Begrünung der Freiflächen nun konkrete Formen annimmt und damit die Aufenthaltsqualität für unser Publikum weiter zunimmt. Diese temporäre Aktion soll nun den Beginn einer dauerhaften Begrünung und aktiven Standortentwicklung markieren. Hier ziehen Institutionen aus Kultur und Wissenschaft, die das Kulturforum zu einem international einmaligen Begegnungsort machen, an einem Strang.“, Andrea Zietzschmann, Intendantin der Stiftung Berliner Philharmoniker
Ein Projekt der Stiftung St. Matthäus in Kooperation mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Neuen Nationalgalerie unter der künstlerischen Leitung von Klaus Biesenbach und atelier le balto Das Projekt wird gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).
Das Landschaftsarchitekturbüro atelier le balto wurde 2001 in Berlin gegründet. Schwerpunkt der Arbeit von atelier le balto ist das Erkennen, Sichtbarmachen und Transformieren von unbeachteten oder vernachlässigten urbanen Räumen. Die Aufmerksamkeit liegt auf den versteckten Potenzialen dieser Räume, die dann in Gärten, Parks und Orte der Zusammenkunft, des Verweilens und der Ruhe verwandelt werden (temporär oder permanent).
atelier le balto konzipierten, realisierten und revitalisierten bereits Parks und Gärten in Städten und an kulturellen Orten in ganz Europa und insbesondere in Berlin – darunter der Jubileumsparken in Göteborg, der Garten der Villa Romana in Florenz, der Garten des KW Institute for Contemporary Art und der Jüdische Garten in den Gärten der Welt in Berlin. Im März 2022 wurden sie mit dem Kunstpreis der Akademie der Künste Berlin in der Sektion Baukunst ausgezeichnet.
Die Stiftung St. Matthäus ist die Kulturstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Ihr Hauptwirkungsort ist die St. Matthäus-Kirche, das älteste Gebäude im Berliner Kulturforum und als solches Erinnerungszeichen des alten Tiergartenviertels. Die Stiftung St. Matthäus fördert den Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und Kirche und setzt sich seit vielen Jahren für eine historische Aufarbeitung der Geschichte des Kulturforums und das Zusammenspiel der Anrainer ein – u.a. im Rahmen der dreiteiligen Lesereihe »Die verschwundene Stadt.
Rekonstruktion des alten Tiergartenviertels«, des Veranstaltungs- und Ausstellungsprojektes "Utopie Kulturforum", das 2021 gemeinsam mit den Anrainern realisiert wurde, sowie mit der Ausstellung "(un)finished" des Künstlers Mischa Kuball. Nach dem Gartenprojekt "Das Dritte Land", einem koreanischen Steingarten auf dem Rasenrondell vor der St. Matthäus-Kirche, initiierte die Stiftung 2022 das Projekt "Ein Tag im Grünen. Die unentdeckten Gärten des Kulturforums". (Quelle: Stiftung St. Matthäus)

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