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Agropole Innovates: Erfolgreicher Abschluss
Alle drei engagieren sich seit vielen Jahren für die Stärkung der Landwirtschaft, des Gartenbaus und allen Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette in der deutsch-niederländischen Grenzregion. Ziel war und ist es heute noch, Innovationen durch Wissens- und Technologietransfer in der grünen Branche über die Landesgrenze hinweg voranzubringen.
Die Umsetzung des Projekts wurde durch Fördermittel in Höhe von 2,025 Mio. Euro im Rahmen des Interreg VI-Programms Deutschland-Nederland ermöglicht. An der Umsetzung waren neben den drei Initiatoren sieben weitere Projektpartner beteiligt. Die Finanzierung erfolgte durch die Europäische Union, das niederländische Wirtschaftsministerium (EZK), das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIKE NRW), die Niedersächsische Staatskanzlei, die Provinz Limburg und die Projektpartner selbst.
Vom 1. September 2022 bis zum 31. August 2026 arbeiteten die Partner intensiv zusammen. Neben zahlreichen Veranstaltungen zu aktuellen Themen, die den Erfahrungs- und Ideenaustausch und damit die grenzüberschreitende Vernetzung förderten, wurden verschiedene Maßnahmen im Bereich Fachkräftegewinnung sowie eine breite Öffentlichkeitsarbeit umgesetzt. Darüber hinaus wurden vier Innovationsprojekte realisiert, bei denen deutsche und niederländische Partner eng zusammenarbeiteten.
Im Projekt „Pig Data“ entwickelten Piglets Treatment System BV und Brand Qualitätsfleisch ein digitales System zur Erfassung und Verknüpfung von Daten einzelner Mastschweine. Dabei werden unter anderem Informationen zu Genetik, Geburtsgewicht, Medikamentengaben, Fütterung, Transport und Schlachtdaten automatisch zusammengeführt und in einer App dem Anwender zur Verfügung gestellt. Dadurch entsteht ein umfassendes Gesamtbild jedes einzelnen Tieres. Die Auswertung dieser Daten kann langfristig den Arbeitsaufwand in den Betrieben reduzieren, die betriebliche Entscheidungsfindung unterstützen, die Wirtschaftlichkeit verbessern und gleichzeitig das Tierwohl fördern. Im Rahmen des Projekts konnten die wesentlichen Funktionen des Systems entwickelt und erprobt werden, sodass Daten einzelner Tiere entlang der Wertschöpfungskette vom Landwirt bis zum Schlachthof digital zusammengeführt werden können.
Das Projekt „Benefits of Frass“ untersuchte das Potenzial von Insektenfrass als Dünger und Bodenverbesserer. Die Hochschule Rhein-Waal führte dazu verschiedene Versuche und Analysen durch, während der Brightlands Campus Greenport Venlo den Austausch mit Insektenmastbetrieben organisierte und geeignete Proben bereitstellte. Die Ergebnisse zeigten, dass die Eigenschaften von Insektenfrass stark von der Insektenart und den eingesetzten Futtermitteln abhängen. Dies führt zu deutlichen Unterschieden in der Nährstoffverfügbarkeit. Positive Effekte konnten insbesondere hinsichtlich der Wasserspeicherfähigkeit des Bodens festgestellt werden. Eine zu hohe Konzentration von Frass kann jedoch auch negative Auswirkungen auf Pflanzen haben. Bei der Verwendung von Insektenfrass als Düngemittel sind daher die insektenfrassabhängige Nährstoffzusammensetzung sowie die teilweise begrenzte Verfügbarkeit zu berücksichtigen. Darüber hinaus erschweren aktuelle rechtliche und hygienische Anforderungen die Einführung von Insektenfrass in den breiten Markt.
Im Projekt „Pro Healthy Tree“ arbeiteten Baum & Bonheur und Compas Agro an der Reduzierung konventioneller Pflanzenschutzmittel und der Vermeidung von Borkenkäferbefall an Eichen. Über drei Versuchsjahre hinweg wurden verschiedene Behandlungsstrategien auf einem Versuchsfeld in Nettetal an Eichen, Linden und Felsenbirnen untersucht. Die regelmäßigen Bonituren zeigten, dass die grüne Strategie bei Quercus und Amelanchier über drei Versuchsjahre hinweg eine mit der chemischen Standardstrategie vergleichbare Wirkung gegen Echten Mehltau erzielte. Zudem lieferten auch alternative Behandlungsansätze auf Aminosäurebasis vielversprechende Ergebnisse. Bei Tilia führte der Einsatz der untersuchten Strategien ebenfalls zu einer Verringerung des Blattfleckenbefalls.
Im Borkenkäferversuch wurde deutlich, dass vitale Bäume deutlich weniger anfällig für einen Befall sind. Die Förderung der Baumvitalität stellt somit einen wichtigen Ansatz für nachhaltigen Pflanzenschutz dar. Darüber hinaus konnten neue Erkenntnisse über den Lebenszyklus des Borkenkäfers gewonnen werden, die künftig eine genauere Prognose der Flugzeiten ermöglichen.
Das Versuchsfeld diente zugleich als Grundlage für das Projekt „Digital Talking Tree“. Hier wurden ausgewählte Bäume mit Sensoren ausgestattet, die unter anderem den Saftfluss, das Dickenwachstum sowie Bodenfeuchtigkeit, Bodentemperatur und den EC-Wert erfassen. Ergänzt wurden diese Daten durch eine Wetterstation, die Informationen zu Niederschlag, Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit liefert. Alle Daten wurden in einem System zusammengeführt und mit den Ergebnissen der Bonituren verknüpft. Auf dieser Grundlage entstand ein Prognosemodell, welches das Risiko eines Mehltaubefalls anhand der aufgenommenen Daten berechnet. Die Anwendung steht dem Gärtner in Form einer App zur Verfügung und kann Warnungen ausgeben und Empfehlungen für vorbeugende Maßnahmen bereitstellen. Perspektivisch soll das System um weitere Pflanzenkrankheiten erweitert werden.
Auch nach dem offiziellen Ende von Agropole Innovates werden die gewonnenen Erkenntnisse weiterverfolgt. Mit dem Projekt „AgriTech Innovation - TreeDigital“ wird die in „Digital Talking Tree“ entwickelte App seit März 2026 um ganz neue Komponenten erweitert. Die frühzeitige Erkennung verschiedener Krankheitsbilder mithilfe multispektraler Drohnenaufnahmen, ein darauf aufbauendes Prognosemodell mit Empfehlungen für Präventionsmaßnahmen sowie ein Sprachassistenzsystem zur Unterstützung der Anwenderinnen und Anwender.


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