20 Jahre: ZVG-Umweltausschuss

Ausschuss fordert mehr Kooperation und Abbau bürokratischer Belastungen / Podiumsdiskussion in Berlin.Am neuen Dienstsitz des Zentralverbandes Gartenbau e.V. (ZVG) in Berlin feierte am 16. und 17. Februar der Umweltausschuss des ZVG sein 20-jähriges Bestehen. Am 28. Februar 1986 fand die konstituierende Sitzung des Arbeitsausschusses für Umweltfragen in Grünberg unter der Leitung des damaligen ZVG-Präsidenten Günter Rode statt. Nur ein Jahr später übernahm der heutige ZVG-Präsident Karl Zwermann den Umweltausschuss und steht ihm heute noch vor.

 

Die Gremien des Zentralverbandes Gartenbau betrachteten die Umweltarbeit schon vor mehr als 20 Jahren als ein zentrales Thema des gärtnerischen Berufsstandes, erläuterte Dr. Siegfried Scholz, Generalsekretär des ZVG, zu Beginn der Tagung. Der Umweltausschuss ist seitdem eine Plattform für die Meinungsbildung und Abstimmung in umweltrelevanten Fragen. Meilensteine waren 1995 die Erarbeitung der Cottbuser Leitlinien zu Umweltfragen, die dann 1998 als Umweltleitlinien des ZVG verabschiedet wurden. Neben Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben und Verordnungsentwürfen begleitete der Ausschuss verschiedene Umweltprojekte, zuletzt den Unternehmensleitfaden zur umweltgerechten Unternehmensführung im Sinne nachhaltiger Entwicklung, das vom Umweltbundesamt gefördert wurde.

 

Jochen Flasbarth, Abteilungsleiter im Bundesumweltministerium, überbrachte anlässlich des 20-jährigen Bestehens des ZVG-Umweltausschusses die Grüße von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und wünschte dem Ausschuss weiterhin Erfolg in seiner Arbeit. In seiner Rede stellte er die Umweltpolitik der neuen Bundesregierung vor. Insbesondere ging er auf die Energiepolitik ein und betonte, dass es ein Kernanliegen der Bundesregierung sei, Energieeffizienz und den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern.

 

In einer Podiumsdiskussion, die unter dem Leitthema „Zukünftige Entwicklungen und Aufgabenfelder im Umweltbereich für den Gartenbau“ stand und von ZVG-Umweltreferent Dr. Hans Joachim Brinkjans moderiert wurde, stellten Experten aus verschiedenen Bereichen Ihre Einschätzung und Erwartungen für künftige Aufgaben dar. So berichtete Frau Dr. Regina Wollersheim, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), dass die grüne Gentechnik gefördert werden soll, aber der Schutz von Mensch und Umwelt dabei gewährleistet sein muss. Die noch ungeklärten Fragen der Haftung und der guten fachlichen Praxis würden sehr sorgfältig geprüft, das BMELV strebe eine Versicherungslösung an. Prof. Dr. Bernd Böhmer, Pflanzenschutzdienst der LWK Nordrhein-Westfalen, wies anhand von Modellberechnungen darauf hin, dass Risiken von Umweltbelastungen durch die Entwicklung neuer Pflanzenschutzmittelwirkstoffe in Verbindung mit Zulassungsverfahren und Anwendungsbestimmungen erheblich vermindert wurden. Aufgabe sei, Punktbelastungen, z.B. durch Hofreinigung von Pflanzenschutzgeräten, und diffuse Einträge durch Abdrift zu vermeiden. Nachdrücklich betonte er die Bedeutung der Beratung für den Erfolg des Pflanzenschutz-Reduktionsprogramms.

 

Erwin Beyer bekräftigte die Bedeutung von Grün in der Stadt und unterstrich die Forderungen der Agenda 21 für eine Stärkung der Grünpolitik. Prof. Dr. Hartmut Balder, TFH Berlin, zeigte auf, dass die Wertigkeit von Grün im urbanen Gartenbau neu entdeckt und aufgebaut werden muss. Der Gartenbau ist aufgefordert beizutragen, die Pflanzenverwendung im städtischen Umfeld wieder neu im Bewusstsein zu verankern, damit Pflanzen nicht zur „Petersilienarchitektur“ missbraucht werden. Schließlich machte Prof. Dr. Bokelmannn, HU Berlin, deutlich, dass Umweltregelungen Auswirkungen auf die Risikostruktur der Betriebe haben und empfahl keine zu starke Verengung auf Patentrezepte, wie verstärkten Einsatz von Umweltmanagementsystemen, da Auswirkungen auf Betriebstrukturen zu erwarten sind. ZVG-Generalsekretär Dr. Siegfried Scholz dankte stellvertretend für Präsident Karl Zwermann und betonte, dass der Ausschuss sich für mehr Kooperation statt Ordnungsrecht einsetze und sich auch in Zukunft intensiv dem breiten Aufgabenfeld stelle. (ZVG)

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