Yookr: Daten für den Gartenbausektor

Yookr steht für die Integration von Datenströmen aus innovativen Sensoren, Kameras, Drohnen und Satellitenprozessen und anderen (automatischen) Geschäftsprozessen in der Pflanzenwelt. In Kooperation mit dem Agrobusiness Niederrhein e.V. ergeben sich daraus auch neue Projekte für den Gartenbau.

Dr. Anke Schirocki, Agrobusiness Niederrhein e.V., und John van Helden, Yookr, im Austausch über die neuste Entwicklung eines Feuchtigkeitssensors von Yookr. Foto: Agrobusiness Niederrhein.

Das Start-up Yookr bietet Gartenbaubetrieben die Möglichkeit, mit Hilfe von Sensoren, Drohnen und Satelliten Daten über ihre Pflanzen zu sammeln. So werden Informationen generiert, die Gärtnern helfen, bessere Entscheidungen zu treffen, zum Beispiel über den Wasser- und Nährstoffbedarf oder den Gesundheitszustand der Pflanzen. Viele deutsche und niederländische Gärtner setzen diese Systeme bereits erfolgreich in ihren Betrieben ein.

Gemeinsam mit dem Agrobusiness Niederrhein und weiteren Projektpartnern arbeitet Yookr im aktuellen Interreg-Projekt "Agropole Innovates" an einem Prognosemodell zur Vorhersage von Baumkrankheiten. Demnächst führt die Zusammenarbeit zu einem Projekt in mehreren Gartenbaubetrieben, in dem Daten gesammelt werden, um die Blütezeit von Zierpflanzen vorherzusagen. Da weitere Projekte geplant sind, trafen sich Dr. Anke Schirocki vom Agrobusiness Niederrhein und John van Helden, Geschäftsführer von Yookr, zum Austausch.

John van Helden ist der Gründer von Yookr. Er wuchs in einem Gartenbaubetrieb auf. Sein Vater hätte ihn gerne in der Branche gesehen, aber John entschied sich zunächst für ein Wirtschaftsstudium. Danach führte er 22 Jahre lang sein eigenes Unternehmen, das Tiernahrung verpackte und verkaufte. "Das hat viel Stress und Druck mit sich gebracht, denn die Vorlaufzeiten waren sehr kurz. Außerdem wurde sieben Tage die Woche produziert und vorbereitet“, fügt er hinzu. „Ich gestalte gerne neue Dinge und habe immer viele Ideen im Kopf. Da ich gut darin bin, Prozesse ans Laufen zu bringen und das am liebsten gemeinsam mit Menschen tue, war es ein logischer Schritt nach dem Verkauf meines Unternehmens, ein neues Unternehmen zu gründen, und damit wieder fachlich zurück zu den Wurzeln meiner Jugend zu kommen", beschreibt John van Helden seinen Werdegang.

John van Helden gründete Yookr im Jahr 2016. Heute arbeiten 10 festangestellte Mitarbeiter und 7 Studenten in seinem Unternehmen. Im Bereich der Softwareentwicklung möchte er unabhängig von allen namhaften amerikanischen Softwarefirmen bleiben. Potenzial und Zukunft sieht er in einer engeren Zusammenarbeit im Bereich Software zwischen Unternehmen auf europäischer Ebene.

Neben der Software wird auch innovative Hardware entwickelt. Sein aktuelles Produkt ist ein Bodenfeuchtesensor, der so klein ist, dass er sich auch für den Einsatz in Anzuchtplatten und auf begrünten Dächern eignet. John van Helden sieht viele Einsatzgebiete für den Sensor, der ca. 5 Jahre lang Daten aufzeichnen und übertragen kann, ohne dass Batterien ausgetauscht werden müssen. Im Moment ist er an dem Punkt, an dem er ihn größere Mengen produzieren möchte. "Wir versuchen, vom Start-up-Status in den Scale-up-Status zu gelangen, indem wir nach Investoren suchen, die an unser Produkt glauben und es international vermarkten wollen", erklärt John van Helden.

Seine Mitarbeiter unterstützen seine Ideen und haben Freude daran, Produkte im Bereich Soft- und Hardware zu entwickeln. Auch Niels Vissers ist Teil seines Teams. Vor rund einem Jahr hat er sein Studium in ICT & Media Design abgeschlossen. Bei Yookr ist er für die Entwicklung der Benutzeroberflächen für die Softwareanwendung verantwortlich. "Bei Yookr kann ich viel mehr gestalten als bei einer Marketingfirma. Es macht mir Spaß, Teil dieser Entwicklung zu sein und sowohl mit dem Team als auch mit den Gärtnern kreativ an funktionierenden Lösungen für unterschiedliche Projekte zu arbeiten", beschreibt er seinen Job.

„Was bedeutet eigentlich der Firmenname Yookr?“, fragt Anke Schirocki John van Helden. "Yookr leitet sich vom Joker in einem Kartenspiel ab. Dort ist der Joker der Trumpf, der in vielen Spielen die Verbindung zwischen den Karten herstellt und alles zu einer wertvollen Einheit zusammenführt. Mit unserer Arbeit fügen wir getrennte Teile zu einem sinnvollen, wertvollen, funktionierenden Ganzen zusammen", erklärt John van Helden. "So ist das mit unseren Daten: Menschen können viel aus Daten lernen, aber gleichzeitig fließt ihr Wissen in die Bewertung der Daten ein. Mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung können wir die Daten verbessern und nutzbar machen."

„Du hast so viel Energie und Leidenschaft für deine Arbeit, dass ich mich manchmal frage, wie du deine Balance findest“, sagt Anke Schirocki. " Die ganze Woche arbeite ich mit dem Kopf, am Wochenende dann mit meinen Händen. Dann habe ich schmutzige Hände, wenn ich mich um die Sträucher, Stauden und Gemüse in unserem Garten kümmere", erklärt John mit einem Funkeln in den Augen.

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