Schweiz: Grundwasser belastet

Über die Hälfte von 390 untersuchten Grundwassermessstellen in 21 schweizerischen Kantonen sind mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Dies zeigt eine Studie des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL). Die Studie konzentrierte sich in erster Linie auf Grundwassermessstellen in landwirtschaftlich stark genutzten Gebieten. Bei einem Zehntel der Proben stellte das Bundesamt Konzentrationen fest, welche die gesetzlichen Anforderungen an die Wasserqualität von höchsten 0,1 Mikrogramm je Substanz pro Liter nicht erfüllten. Die höchste Konzentration eines Pflanzenschutzmittels betrug 0,9 Mikrogramm pro Liter. Am häufigsten konnten Herbizide (Mittel gegen Unkraut) nachgewiesen werden. Das Trinkwasser sei nicht akut gefährdet. 80% des Schweizer Trinkwassers stammt aus dem Grundwasser.

 

Beim BUWAL habe man Konzentrationen in dieser Höhe erwartet, sagt BUWAL-Mitarbeiter Daniel Hartmann gegenüber dem LID. Überrascht hätte aber die Häufigkeit und die Anzahl verschiedener Pflanzenschutzmittel, die nachgewiesen werden konnten.

 

Die tatsächliche Belastung des Grundwassers mit Pflanzenschutzmitteln dürfte laut BUWAL noch höher sein. In der Schweiz sind 350 verschiedene Mittel zugelassen, in der Studie konnten aber aus finanziellen und technischen Gründen nur 88 untersucht werden.

 

Diese Art Studie sei in der Schweiz eine Premiere. Das BUWAL habe mit dieser Studie den Auftrag des Bundes erfüllt, die Bevölkerung über die Wasserqualität zu informieren. Für die Grundwasserproben von diesem Jahr erwartet Hartmann geringere Belastungen: Wegen der Trockenheit gab es weniger Unkraut. Deshalb mussten weniger Pflanzenschutzmittel gespritzt werden. (lid)

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