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Schweiz: Durchschnittliche Kartoffelerträge mit ausreichender Qualität erwartet
Der diesjährige Kartoffelanbau war für die schweizer Produzentinnen und Produzenten aufgrund mehrerer Aspekte herausfordernd. Gestartet hat die Kampagne mit einer knappen Verfügbarkeit von Pflanzkartoffeln. Aufgrund des nassen Frühlings wurden viele Kartoffeln dann erst spät gepflanzt. Da sich die feuchte Witterung im Frühsommer fortsetzte, waren die Bedingungen für die Kraut- und Knollenfäule in diesem Jahr ideal. Dies führte zu einer großen Ausbreitung der Krankheit. Der starke Befall führte aber nicht zu so hohen Ausfällen, wie zuerst befürchtet.
Durchschnittliche Erntemengen, zufriedenstellende Qualität
Dies zeigten die am 19. und 20. August 2024 durchgeführten Ertragserhebungen von swisspatat, bei denen schweizweit rund 900 repräsentative Kartoffelmuster der relevanten Sorten ausgewertet wurden. Die Resultate dienten als Basis für die Ernteschätzung 2024.
Die Bruttoerträge betragen in diesem Jahr durchschnittlich 403 kg/a. Bei einem Speiseanteil von 81% belaufen sich die Nettoerträge über alle Sorten auf 327 kg/a. Verglichen mit dem Vorjahr (292 kg/a) entspricht dies über alle Segmente einem 12% höheren Nettoertrag, verglichen mit dem Mittel der Jahre 2018-2023 (340 kg/a) sind die Erträge 4% tiefer. Während die Erträge im Segment der Speisekartoffeln im Durchschnitt der letzten Jahre liegen, war der Ertrag bei den Frites-Sorten unterdurchschnittlich. Bei den Chips-Sorten liegen die Erträge hingegen über dem Durchschnitt der letzten Jahre.
Sowohl die innere wie auch die äußere Qualität der Kartoffeln ist zufriedenstellend. Die festgestellten Hauptmängel sind grüne und faule Knollen, Hohlherzigkeit und Wachstumsrisse. Die mittleren Stärkegehalte liegen mit 15.5% gut ein Prozentpunkt höher als im Durchschnitt der Jahre 2018-2023.
Tiefe Bio-Ernte erwartet
Anders sieht die Situation bei den Bio-Kartoffeln aus. Aufgrund der limitierten Bekämpfungsmöglichkeiten gegen die Kraut- und Knollenfäule war der Anbau von Bio-Kartoffeln in diesem Jahr äußerst anspruchsvoll. Die Erträge fallen demnach auch tief aus. Über alle Sorten ist mit einem Bruttoertrag von 141 kg/a zu rechnen. Bei einem durchschnittlichen Speiseanteil von 75% resultiert ein Nettoertrag von 106 kg/a. Im Vergleich zum Mittel der Jahre 2018-2023 (238 kg/a) entspricht dies Ertragseinbussen von über 50%.
Anbauflächen stabil zum Vorjahr
Gemäß Hochrechnungen ging die Kartoffelfläche im Jahr 2024 mit 10.682 ha gegenüber dem Vorjahr nur unwesentlich zurück (minus 22 ha). Jedoch gab es zwischen den verschiedenen Segmenten und Produktionsarten größere Verschiebungen. Aufgrund der herausfordernden Pflanzgutverfügbarkeit ging die Fläche der mehligkochenden Sorten (minus 174 ha) sowie jene der Frites-Sorten (minus 355 ha) zurück. Zugelegt haben im Gegenzug die festkochenden Speisesorten (plus 149 ha), die Chips-Sorten (plus 88 ha) sowie die diversen Sorten ohne Listung auf der nationalen Sortenliste (plus 343 ha). Die Bio-Flächen legten im Vergleich zum Vorjahr um 75 ha zu. Ein großer Rückgang ist bei den Pflanzkartoffeln zu verzeichnen, deren Fläche um über 100 ha zurückging.
Vorzug für die Schweizer Ernte
Basierend auf den Flächenzahlen und den Resultaten der Ertragserhebung wird die Gesamternte (konventionell und Bio) auf ca. 370.000 Tonnen geschätzt. Angesichts der guten Nachfrage sowohl im Speise- wie auch im Industriekanal wird diese Menge nicht ausreichen, um den inländischen Markt zu versorgen. Um den Bedarf zu decken, wird die Schweiz für die kommende Kartoffelkampagne 2024/2025 auf zusätzliche Importe angewiesen sein. Der Schweizer Kartoffel wird wie gewohnt der Vorzug gegeben. Die Produzenten sind gebeten, bei qualitativ problematischen Posten frühzeitig mit ihrem Abnehmer Kontakt aufzunehmen.
Richtpreise deutlich über dem mittleren Preisband
Bei den Speisekartoffeln werden die Produzentenrichtpreise basierend auf dem im Frühling festgelegten mittleren Preisband, den Ergebnissen der Ertragserhebung sowie der Nachfrage nach Kartoffeln berechnet. Aufgrund der durchschnittlichen Erträge und der steigenden Nachfrage liegen die Produzentenrichtpreise für konventionelle Kartoffeln in diesem Jahr deutlich über dem mittleren Preis-band. Bei den festkochenden Sorten beträgt der Preis 57.45 Fr./100 kg, bei den meisten mehligkochenden Sorten bei 53.45 Fr./100 kg. Bei den Bio-Kartoffeln liegen die Richtpreise für Fest- und Mehligkochende aufgrund der tiefen Erträge am oberen Rand des Preisbandes bei 104.15 Fr./100 kg.
Bei den Industriesorten wurden bereits im Frühling Fixpreise vereinbart. Für die wichtigste Frites-Sorte Agria liegt der Preis bei 51.45 Fr./100 kg, für die wichtigste Chips-Sorte SH C 1010 bei 52.95 Fr. pro 100 kg. Der Basispreis für grobsortierte Speise- und Veredelungskartoffeln beträgt 62.5% vom jeweiligen Sortenpreis (sortiert). (swisspatat)

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