Schleswig-Holstein: Spargelersnte startet langsam

Die ausgiebigen Niederschläge der vergangenen Wochen sorgten dafür, dass sich die Frühjahrsarbeiten auf den Spargelbetrieben verzögerten.

Nasse Böden und teils überflutete Flächen trockneten im März doch schneller ab als erwartet, sodass in den letzten beiden Wochen das Aufdämmen doch gut voranging. Bild: Thomas Hanf, Landwirtschaftskammer SH.

Erstaunt waren viele Spargelbauern, wie schnell dann einige Flächen doch abtrockneten, sodass das Aufdämmen in den letzten zwei Wochen dennoch relativ früh beginnen konnte. Geduld ist weiterhin gefragt: zwar sind erste Stangen gesichtet worden, nennenswerte Mengen zum Verkauf erwartet die Landwirtschaftskammer in Schleswig-Holstein erst in diesen Tagen.

Deswegen möchten der Arbeitskreis Spargel Schleswig-Holstein und die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein am 9. April offiziell mit dem traditionellen Spargelanstich die Spargelsaison 2024 eröffnen. Diesmal wieder im Kreis Herzogtum Lauenburg. Erstmalig wird ein Spargelherzog mit dabei sein, der zusammen mit dem Vizepräsidenten der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Hans-Caspar Graf zu Rantzau, den Spargelanstich feierlich durchführen wird.

Die Landwirtschaftskammer möchte mit diesem Termin bei den Konsumenten das Signal setzen, auf die ersten nennenswerten heimischen Mengen an Spargel des Saisongemüses im Land zu setzen, und nicht Ware aus dem Ausland mit langen Transportwegen und einem hohen Wasserfußabdruck zu kaufen. Während schon erste Mengen im Süden der Republik geerntet werden, dauert es im Norden noch etwas, aber nicht mehr lange. Es wird mir ähnlichen Preisen wie im Vorjahr gerechnet, knappheitsbedingt zum Start der Saison im April höher als in der Hauptsaison dann im Mai.

Hintergrund

Das Aufdämmen der Spargeldämme, das Verlegen der Folien und das Aufstellen der Minitunnel für die Verfrühungsflächen waren erst verspätet möglich, da an sehr vielen Stellen das Wasser auf den Flächen noch stand und auch sonst die Spargelanlagen nicht befahrbar waren. Ein paar trockene Tage auch mit Wind sorgten aber für ein zügiges Abtrocknen des Bodens. Die erstellten Spargeldämme waren von guter Struktur, feinkrümelig, um ein schnelles Erwärmen zu gewährleisten, denn der Spargel wächst erst bei Temperaturen von zehn bis zwölf Grad Celsius an
der „Triebkrone“. Die Erde, die die Dammfräse zu einem Spargeldamm formt, sollte deshalb relativ trocken sein. Außerdem wirken sich „verkrustete“ Dämme dann später deutlich auf die Ernteleistungen der Mitarbeiter aus.

Nach Angaben des Statistikamtes Nord wurde Spargel 2023 von 44 Betrieben auf 459 ha produziert, davon 401 ha Ertragsflächen mit einer Erntemenge von insgesamt 1.890 t Spargel. (Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein)

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