RWA: Schädlingsbekämpfung aus der Luft

Erstmals in Österreich wird dem Maiszünsler aus der Luft der Kampf angesagt. Mit Drohnen bringen die Lagerhäuser punktgenau Nützlinge – in diesem Fall Schlupfwespen – aus, um bereits das Schlüpfen des Schädlings im Mais zu verhindern.

Erstmals in Österreich wird dem Maiszünsler aus der Luft der Kampf angesagt. Mit Drohnen bringen die Lagerhäuser punktgenau Nützlinge – in diesem Fall Schlupfwespen – aus, um bereits das Schlüpfen des Schädlings im Mais zu verhindern. Schlupfwespen sind natürliche Feinde des Maiszünslers und stoppen die Entwicklung seiner Larven.

Der Einsatz von Nützlingen gegen den Maiszünsler ist keineswegs neu, sondern eine langjährig erprobte Methode, gegen die der Schädling kein Resistenzen bilden kann: Schon seit etwa 30 Jahren wird so gegen den Maiszünsler vorgegangen, dessen Larven sich tunnelartig durch Maiskolben und -stängel fressen und so die Standfestigkeit der Pflanze und den Ernteertrag negativ beeinflussen sowie die Qualität der Ernte deutlich mindern. Neu ist hingegen die Art der Ausbringung mit der Lagerhaus-Drohne, dem Multicopter. „Die Drohne bietet eine innovative Möglichkeit der Pflanzenschutzmittelausbringung“, erklärt Claudia Mittermayr, Leiterin des Geschäftsbereichs Agro Innovations, einem Teil der neu gegründeten Agro Innovation Lab GmbH. Die Tochter der RWA Raiffeisen Ware Austria bietet gemeinsam mit den Raiffeisen-Lagerhäusern den Landwirten dieses Service an. Es kann von den Landwirten an ihrem jeweiligen Lagerhaus-Standort gebucht werden.

Aktuell stehen den Landwirten zwei amtlich zugelassene Produkte zur Verfügung Von Mitte Juni bis Mitte Juli – also ab Flugbeginn des Maiszünslers – werden die Nützlinge zweimal ausgebracht, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Ein Vorteil der Drohne gegenüber herkömmlichen landwirtschaftlichen Maschinen liegt dabei auf der Hand: „Durch die Ausbringung per Multicopter erspart man sich eine Überfahrt mit dem Traktor, der Boden wird nicht weiter verdichtet, und somit wird die Kultur nicht in Mitleidenschaft gezogen“, erläutert Claudia Mittermayr.

Innovative Technik unterstützt Landwirte im Kampf gegen Schädlinge
Neben dem schonenden Umgang mit den Pflanzen auf dem Feld hat die Nützlingsausbringung mit Drohnen aber auch noch weitere positive Aspekte. Es handelt sich hierbei etwa um eine besonders umweltschonende und biologische Art des Pflanzenschutzes: Die Larven der Schlupfwespen befinden sich in zur Gänze biologisch abbaubaren Kugeln, die sie vor Fressfeinden, aber auch vor widrigen Witterungsbedingungen oder zu starker Sonneneinstrahlung schützen. Nach dem Abwurf gelangen die Larven durch Löcher im Material nach draußen.

Claudia Mittermayr betont einen weiteren Vorteil der Drohnen-Ausbringung: „Die Nützlingsausbringung aus der Luft ist eine Pflanzenschutzmaßnahme mit hohem Wirkungsgrad, da eine exakte, schnelle und professionelle Ausbringung und Verteilung gewährleistet wird.“ Denn ein Flug mit einer Drohne funktioniert vollautomatisch und wird ausschließlich von ausgebildeten und bei der österreichischen Luftfahrtbehörde registrierten Piloten durchgeführt. Der Einsatz der Lagerhaus-Drohne ermöglicht somit eine besonders gleichmäßige Verteilung auch auf schwer zugänglichen und unebenen Feldern, die mit herkömmlichen Arten der Ausbringung bisher nur äußerst mühsam bearbeitet werden konnten. Außerdem ist der Drohneneinsatz besonders zeitsparend: Für den Überflug von einem Hektar landwirtschaftlicher Fläche benötigt der Lagerhaus-Multicopter bei einer Fluggeschwindigkeit von etwa 30 km/h, abhängig von der Witterung, nur knapp vier Minuten Flugzeit. Die Drohne kann mit einem Flug ca. zehn Hektar landwirtschaftliche Fläche behandeln.

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