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Pflanzenkohle: Ausgangsmaterial bestimmt die Qualität
Entgegen der landläufigen Verwendung ist also keine bewertende Aussage getroffen, wenn man von der Qualität eines Produktes oder eines Prozesses spricht. Jedoch haben dessen Beschaffenheit und die Eigenschaften, also beispielsweise die Struktur, die Inhaltsstoffe, die Herstellweise etc. direkten Einfluss auf die Güte. Bezogen auf Pflanzenkohle bedeutet das: Bestimmte Produkteigenschaften beeinflussen maßgeblich, wie gut Pflanzenkohle als Bodenverbesserer, Nährstoffspeicher und Klimaschutzinstrument wirkt und auch, ob sie mögliche Risiken für Boden, Pflanzen und Umwelt birgt.
Qualitätsmerkmale von Klimakohle
Üblicherweise gelten als wesentliche Qualitätsmerkmale für Pflanzenkohle der Kohlenstoffgehalt, die Struktur sowie das Porenvolumen und die Stabilität. Diese Eigenschaften werden maßgeblich durch das Ausgangsmaterial sowie den Herstellungsprozess beeinflusst. In der Regel finden sich auf den Verpackungen bzw. in den Lieferpapieren auch Angaben zu diesen Kriterien. Ron Richter, Geschäftsführer der klimafarmer GmbH aus dem rheinland-pfälzischen Nierstein, bezeichnet seine Pflanzenkohle aus gutem Grund als „Klimakohle". Zum Teilaspekt des Kohlenstoffgehalts betont er: „Je höher der Kohlenstoffgehalt, desto effektiver und langlebiger ist die Pflanzenkohle in ihren Funktionen. Ein hoher Kohlenstoffanteil steht für Stabilität, Nährstoffbindung, Wasserspeicherung, Bodenfruchtbarkeit und Klimaschutz." Bezüglich der Merkmale Porenvolumen und Struktur lässt sich festhalten, dass eine hochwertige Pflanzenkohle sich durch ein großes Porenvolumen mit einer ausgewogenen Verteilung an Makro-, Meso- und Mikroporen auszeichnet. Die Makro- und Mesoporen sind besonders wertvoll, um Wasser zu speichern und Lebensraum für bodenaufbauende Mikroorganismen und Pilze wie Mykorrhiza zu schaffen. In den Boden eingebracht, bewirkt die Klimakohle eine Verbesserung der Bodenstruktur und der Fähigkeit, Nährstoffe einzulagern und langsam an Pflanzen abzugeben. Indirekt fördert Klimakohle so auch das Wurzelwachstum und die Pflanzengesundheit insgesamt.
Ausgangsmaterial und Herstellung
Das Ausgangsmaterial hat Einfluss auf Qualität und Eigenschaften der Pflanzenkohle, insbesondere auf deren Kohlenstoffgehalt. Den höchsten Kohlenstoffgehalt von über 90 Prozent hat Pflanzenkohle aus holziger Biomasse, zum Beispiel von Baum- und Astschnitt oder Holz aus alten Weinreben. Deshalb ist die poröse, stabile Struktur der aus Holz gewonnenen Pflanzenkohle ideal für deren Verwendung zur Bodenverbesserung und zur dauerhaften Kohlenstoffspeicherung. Aber auch aus leichterem Material wie beispielsweise Stroh, Laub, Miscanthus, Maispindeln oder Getreidespelzen lässt sich ein Kohlenstoffgehalt von 60-80% erreichen. Diese Pflanzenkohle enthält prozentual mehr Mineralstoffe. Ron Richter: „Grundsätzlich lassen sich jegliche organische Reststoffe zu Pflanzenkohle verarbeiten. Das können Gärreste aus Biogasanlagen oder Putenmist sein. Leider liegt noch keine Zulassung dieser Substanzen als Einsatzstoff vor und deren Nutzung als Dünger ist in Deutschland immer noch eine Herausforderung. Unsere Nachbarn in den skandinavischen Ländern, und vor allem Dänemark gehen hier neue Wege, was die Kreislaufwirtschaft und das Klimafarming betrifft." Dort werden aus anfänglich problematischen organischen Reststoffen bereits Natur- und Spezialdünger hergestellt, die durch die Karbonisierung sehr gut lagerfähig, in den Nährstoffen konzentriert und transportwürdig sind. Zudem werden durch die hohen Prozesstemperaturen organische Schadstoffe sowie Medikamentenrückstände vollständig eliminiert und stabiler Kohlenstoff erzeugt. Ron Richter: „Das Thema Schadstofffreiheit ist für uns und unsere Kunden sehr wichtig. Ein möglichst naturbelassenes Ausgangsmaterial ist dafür genauso bedeutsam wie ein sauberer Herstellungsprozess." Verschiedene Pyrolysetechniken erzeugen verschiede Qualitäten, erläutert Richter, da aber ein wesentliches Ziel beim Einsatz von Pflanzenkohle die Bodenverbesserung ist, sei es natürlich wichtig zu wissen, welche Substanzen in den Boden gebracht werden. „Unsere Klimakohle ist zertifiziert nach dem „European Biochar Certificate, die sowohl die Produktion als auch das Produkt umfasst und strenge Schadstoffgrenzwerte und Umweltanforderungen erfüllt. Nach dem EBC gibt es unterschiedliche Qualitätsstufen. Bei uns kommt ausschließlich EBC AgroBio in die Tüte, das ist die höchste Qualität für die Bodenanwendung. Auch bei unseren Wasserfiltern setzen wir auf diese Qualität." Niedrigere Qualitätsstufen finden vorzugsweise Einsatz in der Baustoffindustrie oder als Reduktionsmittel in der Metallverarbeitung.
Weitergehende Einblicke bietet eine Informationsschrift mit dem Titel „Biokohle in der Pflanzenproduktion - Nutzen, Grenzen und Zielkonflikte", die auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) frei downloadbar ist.
Wie Pflanzenkohle in der Landwirtschaft wirkt und wie sich mit Pflanzenkohle das Klima schützen lässt zeigt die wissenschaftliche Ausarbeitung des Schweizer Institut Agroscope. Auch das Institut für Ländliche Strukturforschung e.V. beschreibt ausführlich den Einsatz von Pflanzenkohle in der Landwirtschaft sowie die Chancen und Herausforderungen. Für Grünamter, Planungsbüros sowie Gartenbaubetriebe hat Klimafarmer eine einfache Checkliste für die Beschaffung von Pflanzenkohle entwickelt. Sei es für größere Ausschreibungen, die Neupflanzung von Stadtbäumen oder die Grünpflege - damit erhalten Abnehmer die passende Pflanzenkohle, die zudem Kosten spart. Die Checkliste kann via E-Mail an info@klimafarmer.de bestellt werden. (Quelle: klimafarmer)

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