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Offener Brief: Pflanzenbestände und historische Anlagen in Gefahr
Botanische Gärten, Parkanlagen und Gartendenkmäler sehen sich von der konkreten Gefahr konfrontiert, ihre wertvollen, teils unersetzlichen Pflanzenbestände und historische Anlagen zu gefährden oder gar vollständig und unwiederbringlich zu verlieren. Mit ihren Bedenken und Vorschlägen zu notwendigen Maßnahmen haben sich die Vertreter dieser Einrichtungen an die Politik und Öffentlichkeit gewandt und einen Offenen Brief verfasst:
Energiekrise und Inflation – Botanische Gärten und Gartenkultureinrichtungen benötigen Finanzhilfen
Die aktuellen Entwicklungen am Energiemarkt und die steigenden Kaufkraftverluste bei den Endverbrauchern drohen jedoch, die Parkanlagen und Botanischen Gärten in finanzielle Nöte zu bringen. Eine Gasmangellage würde dazu führen, dass Anlagen als nicht geschützte Kunden außer Betrieb gehen müssten, mit vorhersehbarem Verlust der Pflanzensammlungen.
Einzigartige Pflanzensammlungen und Kulturgüter bewahren
Botanische Gärten beherbergen unwiederbringliche Pflanzensammlungen, die in Gewächshäusern kultiviert werden. Zahlreiche Pflanzensammlungen aus aller Welt werden in Deutschland ausschließlich in Botanischen Gärten kultiviert und wissenschaftlich betreut, darunter in der Natur vom Aussterben bedrohte oder sehr seltene Pflanzen. Botanische Gärten leisten daher einen unschätzbaren Beitrag zur Erhaltung der im Zuge des Klimawandels zunehmend bedrohten globalen Biodiversität. Die Ausgaben für die Bewirtschaftung der Gewächshäuser steigen deutlich an, teilweise bereits bis zum sechs- fachen im Vergleich zu Preisen vor der Energiekrise. Dabei können die entstandenen Mehrkosten nicht vollständig auf die Eintrittspreise umgelegt werden, falls überhaupt Eintritt genommen wird.
Negative Auswirkungen auf Kulturgut Botanischer Gärten
Gerade in der Pandemie zeigte es sich, dass Parks und Botanische Gärten, besonders in Großstädten eine wichtige ganzjährige Erholungsfunktion haben und wichtige touristische Ziele mit Wertbeiträgen für die jeweilige Region darstellen. Gärten und Parks als außerschulische Lernorte und Orte der Wissenschaft unterstützen Botanische Gärten und Parks agieren als non-formale, informelle und außerschulische Lernorte und stellen mit ihren vielfältigen Angeboten für Menschen jeden Alters unverzichtbare Bestandteile der Bildungslandschaften in den Kommunen und Bundesländern dar. Grüne Schulen und vergleichbare Einrichtungen bieten als authentische Lernorte die Möglichkeit zu originalen Begegnungen, um naturwissenschaftliche und Nachhaltigkeitsthemen zu vermitteln. Die umfangreichen Pflanzensammlungen sind hierfür unverzichtbare Grundlage. Zudem dienen die Sammlungen in Forschung und Wissenschaft wesentlich der botanischen und ökologischen Grundlagenforschung.
Kulturelles Erbe in urbanen Räumen schützen
Das kulturelle Erbe der Parkanlagen mit mehrheitlich denkmalgeschützten Ensembles nimmt vielfältige gesellschaftliche Funktionen wie Erholung, Bildung, qualitätvolle Grünanlagen sowie die Bewahrung von Pflanzensammlungen, Arboreten und Geschichte wahr.
Forderungen an die Bundes- und Landesregierungen
Die Parkanlagen und Botanischen Gärten bereiten sich mit Energiesparmaßnahmen auf die Mangellage vor. Bereits in den vergangenen Jahren fanden schrittweise energetische Sanierungen statt. Planungen für den Einsatz von erneuerbaren Energien wurden bereits umgesetzt oder stehen an. Die Botanischen Gärten und Parkanlagen fordern die Einbeziehung ihrer Einrichtungen in Finanzhilfen, auch wenn sie von Kommunen getragen werden und unabhängig davon, ob sie öffentliche, private Unternehmen sind oder in einen Konzern integriert sind.

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